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Renate Groepel: Programm "Soziale Stadt"
Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorstand Verantwortlich: Sven-Hauke Kaerkes•Landeshaus•Postfach 3607•24100 Kiel Tel: 0431/ 988-1305 • Fax: 0431/988-1308• E-Mail: pressestelle@spd-fraktion-ltsh.de Internet: www.spd-schleswig-holstein.deLandtag Kiel, 15.12.99aktuell Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: RedebeginnRenate Gröpel zu TOP 21:Programm „Soziale Stadt“Städtebau ist mehr als nur die Aneinanderreihung von Häusern. In den Städten lebtder größte Teil der Bevölkerung. In Schleswig-Holstein sind das ca. 55 % und inder EU sogar 80%. Die Menschen wohnen nicht nur dort, sie arbeiten dort, sie ha-ben dort ihre sozialen Kontakte. Aber jeder von uns kennt in seiner näheren Umge-bung gefährdete Nachbarschaften: Den Zerfall dessen, was einmal intakte, sozialeEinheiten waren. Daraus entsteht die Gefahr, daß plötzlich die Integration versagt.Die Zukunft unseres Gemeinwesens wird davon abhängen, ob wir die Problemeder Städte lösen. Denn die Rahmenbedingungen für die Städte haben sich in denletzten Jahren deutlich verändert und sie verändern sich weiter in einem rasantenTempo. Die großen Städte, aber auch die kleineren Städte haben zu kämpfen mitArbeitslosigkeit, mit der Zunahme einkommensschwacher Haushalte und damiteinhergehender Perspektivlosigkeit unter Jugendlichen wegen fehlender beruflicherChancen und daraus resultierender, steigender Kriminalität junger Menschen. - 2-Diese Entwicklung führt zu sozialen Problemlagen und überfor-derten Nachbarschaften. Um dem entgegenzuwirken, ist einBündel von Maßnahmen notwendig.Daher begrüßt die SPD-Landtagsfraktion ausdrücklich das von derneuen Bundesregierung in diesem Jahr aufgelegte Programm „So-ziale Stadt“ in der Höhe von 100 Mio. Mark und das Sofortpro-gramm zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit. Hier sind dieursprünglich einhunderttausend und jetzt zweihunderttausend Jobsfür junge Menschen ein entscheidender Ansatz beim sozialen Mit-einander, gerade in in unseren Städten.Mit dem Programm „Soziale Stadt“ trägt die neue Bundesregie-rung der langjährigen, einmütigen Forderung der Länder nacheiner Aufstockung der Städtebauförderung und der von der Ar-ge-Ministerbaukonferenz beschlossenen Bund-Länder Gemein-schaftsinitiative „Soziale Stadt“ Rechnung. Da die alte Bundes-regierung nicht dazu in der Lage war, hat das Land bereits miteinem eigenem Landesprogramm vorbildlich Modellprojekte wiein Lübeck-Hudekamp und in Flensburg-Engelsby gefördert. DieNachfrage zeigt, wie notwendig, aber auch erfolgreich die Pro-gramme sind.Und Herr Storjohann, ich kann ja verstehen, daß es Ihnen zurZeit besonders schwerfällt, Erfolge der rotgrünen Landes- und - 3-Bundesregierung zu akzeptieren. Oder aber Sie habenschlichtweg keine Ahnung: Anders ist Ihre dürftige Presseerklä-rung zur Städtebauförderung vom 07. Dezember nicht zu ver-stehen. Denn das Bundesprogramm „Soziale Stadt“ ist ein zu-sätzliches Programm mit zusätzlichen Mitteln von 100 Mio Markzu dem bisherigen Bund-Länder Programm der Städtebauför-derung in Höhe von 600 Mio Mark. Nach wie vor sind auchbauliche Maßnahmen in Sanierungsgebieten notwendig. Dasmuß ich nicht besonders betonen. Ich komme aus der Hanse-stadt Lübeck, - der Stadt des Weltkulturerbes - und da gibt esnoch viel zu tun.Was ist also anders an dem Programm „Soziale Stadt“. Es istangewiesen auf die Integration verschiedenster ProjekteSo soll mit dem Geld nicht nur das Wohnumfeld, die Stadtteil-kultur und die Freizeitmöglichkeiten verbessert werden. Ganzwesentlich ist auch die Schaffung und Erhaltung von Arbeits-möglichkeiten für Menschen, die sonst wenig Chancen habenund es setzt auf die Mitgestaltung und Mitbeteiligung der Bürge-rinnen und Bürger in ihrem Wohnumfeld. Dazu gehört diefachübergreifende Zusammenarbeit aller beteiligten, städti-schen Dienststellen sowie eine breite, kommunalpolitische Un-terstützung. Entscheidend ist die Kooperation aller Beteiligten. - 4-Die SPD-Landtagsfraktion bittet in dem Berichtsantrag gemein-sam mit der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN die Landesre-gierung um Auskunft über die Entwicklung der Landes- undBundesprogramme „Soziale Stadt“.Wir möchten gerne wissen, wie die Landesbehörden in dasWohnumfeld eingebunden werden und wie selbst organisierteNachbarschaftshilfen in Projekten unterstützt werden. Außer-dem soll dargestellt werden, wie durch Ansiedlung von Ge-meinschaftsprojekten die Wohnquartiere stabilisiert werdenkönnen und wie die zukünftige Entwicklung - des Programmsin weiteren Stand -orten sich gestalten wird.An der Schwelle zum nächsten Jahrtausend steht dieStädtebaupolitik an einem Scheideweg. Wir müssen alles daransetzen, eine nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern, die men-schengerechtes Wohnen, Mobilität, zukunftsfähige Wirtschafts-entwicklung, moderne Infrastruktur und kulturelle Entfaltungvereint. Wir müssen die soziale Kompetenz unserer Städtestärken. Dazu dient das Programm „Soziale Stadt“. Ich bitte umZustimmung zu unserem Berichtsantrag.