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Detlef Matthiessen: Die Folgen von Anatol bestätigen unsere Waldpolitik
PRESSEDIENST Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Sperrfrist: Redebeginn Schleswig-Holstein Es gilt das gesprochene Wort! Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Zu TOP 27 a, Bericht über die Folgen des Orkans „Anatol“ erklärt Detlef Matthiessen, Abgeordneter der Fraktion Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Telefax: 0431/988-1501 Mobil: 0172/541 83 53 Nr. 393.99 / 16.12.99Die Folgen von Anatol bestätigen unsere WaldpolitikDie Deiche haben standgehalten. Das ist die erfreuliche Bilanz des Orkanes vom ersten Dezemberwochenende. Ich kann die Worte von Minister Klaus Buß nur un- terstreichen. Die Investitionen in den Küstenschutz zahlen sich aus. Wir haben einen hohen Standard erreicht.Es ist schon etwas unter der Gürtellinie, den Orkan „Anatol“ zu Angriffen auf die Lan- desregierung zu missbrauchen. Dabei scheint für den CDU-Bundestagsabgeordneten Carstensen der Wahrheitsgehalt seiner Anwürfe ohne Belang. Nach dem Motto „erstmol ornli mit Schiet schmieten, beten bliv hangen“.Im zweiten Spiegelstrich des Antrages ist unter anderem von „u.ä.“ die Rede, was wohl „und ähnliches“ heißen soll. „Und ähnliches“ ist zum Beispiel die Energiewirt- schaft hier im Lande. So hat die SCHLESWAG als größter Netzbetreiber bei uns im Lande Schäden hinnehmen müssen, die so wörtlich „das Ausmaß der Störungen der Schneekatastrophe von 1979 übertraf“, wie Hans-Jakob Tiessen formulierte.Das wir Schleswig-Holsteiner davon so wenig zu spüren bekamen, ist dem unermüd- lichen Einsatz der SCHLESWAG-Mitarbeiter an dem Orkanwochenende zu verdan- ken; sogar die Vorstandsmitglieder Tiessen und Lechlein waren im Nachteinsatz. Natürlich gab es einige Stromausfälle, die aber doch relativ schnell behoben werden konnten. Hut ab vor dieser Leistung unseres Regionalversorgers! Erfreuliches gibt es aus der Windenergiebranche zu berichten, wo kaum Schäden zu beklagen waren. Das unterstreicht den dortigen hohen technischen Sicherheitsstan- dard. Leider sind hat der Orkan in unseren Wäldern erhebliche Schäden angerichtet. So sind in den Landesforsten weit über 40.000 Festmeter Holz geworfen worden. Da- zu kommt nach Schätzung der Forstabteilung der Landwirtschaftskammer 25.000 - 40.000 Festmeter Windwurf. Es handelt sich in der Hauptsache um Nadelhölzer, aber auch viele Buchen sind geworfen worden.Hier ist eine zügige Aufarbeitung der Orkanschäden erforderlich. Das Holz und insbe- sondere die Kronen müssen schnell aufgearbeitet werden, um einer Borkenkäferpla- ge vorzubeugen. In Dänemark ist ein flächenhafter Windwurf auf 150 Meter Breite zu beklagen, während bei uns eigentümlicher- und glücklicherweise Einzelbäume und Baumnester in den Beständen mittendrin betroffen waren.Der nächste Sturm kommt mit Sicherheit und der Orkan „Anatol“ unterstreicht die Richtigkeit unserer Waldpolitik. Diese strebt als Zielsetzung einen artenreichen stufi- gen Dauerwald an, der gegenüber dem klassisch naturfernen Wirtschaftsforst alter Prägung sturmfester ist und der im Falle von Wurfschäden durch den nachwachsen- den Unterbau nicht großflächigen Kahlschäden gleichkommt. Solche stabilen Wald- gesellschaften, der naturnahe Dauerwald also, ist so gesehen wirtschaftlicher als der Altersklassenwald mit standortfremden Nadelhölzern. Soviel zum Thema Forst und Wald. ***