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Katholische Schwangerschaftskonfliktberatung
PRESSEINFORMATION Kiel, d. 16.12.1999 Es gilt das gesprochene WortTOP 19 Katholische Schwangerschaftskonfliktberatung (Drs. 14/2582)Der Apostel Paulus gibt die Losung aus, um die Einheit der Gemeinde zu bewahren, müssteman "...Demut, Sanftmut und Geduld..." üben. (Eph. 4,2-3) Ich finde wir haben in den ver-gangenen Jahren und Monaten viel Demut, Sanftmut und Geduld walten lassen, um derkatholischen Kirche und insbesondere ihrem Oberhaupt entgegenzukommen und damit diekleinstmögliche Einheit dieser Gesellschaft in der Abtreibungsfrage zu wahren.Unter mühevoller Arbeit, die für alle Beteiligte nur mit viel Geduld und viel Demut vor denGedanken und Gefühlen Andersdenkender zu bewältigen war, hat man im Bundestag einenKompromiss für den Umgang mit Schwangerschaftsabbrüchen gefunden. Sicherlich hättendie meisten Beteiligten sich auf die eine oder andere Weise eine bessere Lösung gewünscht.- Ich bin auch nach wie vor eigentlich der Meinung, dass Abtreibungen im Strafrecht nichtszu suchen haben. - Aber nur durch den Willen zum Kompromiss war das oberste Zielerreichbar: en gesellschaftlicher Konsens, eine ‚Einheit der Mehrheit‘ in dieser Frage.Ginge es nach dem Papst und seinen treuen Adlaten, diese Einheit läge wieder in Trümmern.Das können wir nicht zulassen, denn wir können und wollen uns nicht noch einmal Jahre derUnsicherheit für die betroffenen Frauen leisten. Der Staat ist auch nach dem Kompromissen von 1992 und 1995 der römisch-katholischenKirche weit entgegengekommen. Noch vor 5 Monaten hätten wir notgedungen eine Lösungakzeptiert, die uns sehr viel Kompromiss abverlangt hätte, um die katholische Beratung zuerhalten. Der Zusatz auf dem Beratungsschein, über den wir im Juli hier im Landtag disku-tiert haben, ging eigentlich schon über die Grenze dessen hinaus, was dieses Haus zu akzep-tieren bereit war. Umso bestürzender ist es, dass die Dogmatiker in der katholischen Kircheohne zu zögern die Hand abhackten, die ihnen zur Wahrung der Einheit gereicht wurde.Jetzt reicht es. Mit der Demut, Sanftmut und Geduld hat es ein Ende, falls die Caritas sichdem Votum der deutschen Bischöfen anschließt, und keine Beratungsscheine mehr ausstellt.Sollte es dann möglich sein, dass katholische Laien die Arbeit in den Schwangerschaftskon-fliktberatungsstellen ohne Einschränkung und mit Beratungsschein übernehmen, dann wärenwir durchaus bereit, dieses zu akzeptieren und zu fördern. Es darf nicht sein, dass Katholik-innen darunter leiden müssen, dass ihre Kirche von verknöcherten Männern ohne Verständ-nis für die weltlichen Nöte und Sorgen der Frauen geführt wird. Sollte sich nicht ein entspre-chender neuer Träger wie Donum Vitae finden, dann muss unverzüglich alles eingeleitetwerden, um die möglichst nahtlose Übernahme der bestehenden Caritas-Beratungsstandortedurch Andere zum 1. Januar 2001 zu gewährleisten.