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Gisela Böhrk: Wahl des Medienrates
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 26.01.00, Nr.: 032/2000Gisela Böhrk:„Wahl des Medienrates“Das Herzstück des neuen Landesrundfunkgesetzes, das der Landtag im Oktober ver-abschiedet hat, ist der Medienrat. Mit nur neun Mitgliedern und zwei Ersatzmitgliedernist er deutlich kleiner und damit beweglicher , effizienter und arbeitsfähiger als die An-staltsversammlung. Und er hat deutlich mehr Kompetenzen. Es war nun die Aufgabeder Fraktionen, insbesondere der großen Fraktionen SPD und CDU, innerhalb von dreiMonaten einen einvernehmlichen Vorschlag vorzulegen.Die CDU hat bei dieser Aufgabe auf ganzer Linie versagt. Nicht, weil sie mit demSpenden-Skandal beschäftigt ist, sondern weil eine Mehrheit in der CDU die Wahl desMedienrates vor der Landtagswahl von Anfang an nicht wollte.Sie hat ihrem medienpolitischen Sprecher weder ein Verhandlungsmandat gegebennoch wollte sie einen eigenen Vorschlag vorlegen.Die CDU hat mutwillig die Gesetzesvorschrift der Wahlfrist nicht beachtet. Anschei-nend kommt es ihr in diesen Zeiten auf einen Gesetzesverstoß mehr oder wenigernicht an. Aus Angst vor einer schwierigen Entscheidung - sie möchte andere vorschla- Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorstand Verantwortlich: Sven-Hauke Kaerkes Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1309 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-gen als Sie vor der Landtagswahl zu sagen wagt - oder gar in der Hoffnung auf einenparteipolitischen Durchmarsch -die Besetzung mit CDU-nahen Persönlichkeiten.Die CDU gewinnt durch die Blockade nichts. Denn materiell wird die Entscheidungnicht einfacher: Die Vorschlagsliste bleibt unverändert.Die Entscheidungsfristen werden nicht bequemer, denn im Mai muß gewählt werden,wenn nicht ein vollends ungesetzlicher Zustand ohne irgendeine Form von Aufsichts-und Kontrollgremium eintreten soll.Die CDU hat sich wieder einmal als entscheidungsunfähig und politikunfähig gezeigt.Die SPD war jederzeit in der Lage, einen vernünftigen Wahlvorschlag zu unterbreiten,der auch die Bedürfnisse der anderen Fraktionen und den Anspruch des Medienratesauf eine unabhängige kraftvolle Institution zu berücksichtigen sucht.