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Karl-Martin Hentschel zur Technologiepolitik in SH: "Small is beautiful"
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Sperrfrist: Redebeginn Landeshaus Es gilt das gesprochene Wort! Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Zu TOP 22, Technologie- und Innovationspolitik Telefax: 0431/988-1501 in SH erklärt Karl-Martin Hentschel, Mobil: 0172/541 83 53 wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion E-Mail: presse@gruene.ltsh.de BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Internet: www.gruene.ltsh.de Nr. 022.00 / 27.01.2000„Small is Beautiful“Das, was hier in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren stattgefunden hat, ist eine echte Erfolgsstory - und es lohnt sich, darüber zu reden. Und ich gebe selbstlos zu - einiges davon hat auch schon vor unserem Regierungseintritt im Mai 1996 die SPD begonnen, anderes - auch darauf lege ich Wert, beruht auf originär grüner Initiative.Ich möchte hier auf fünf Komponenten eingehen, die zu dieser Story beigetragen haben:Die erste Komponente ist der Technologie-Transfer und die Technologieförderung. Wenn wir heute überall im Lande Stützpunkte für innovative Forschung haben, wenn in diesem Land in mittlerweile über 5000 High-Tech-Betrieben bereits mehr Menschen be- schäftigt sind als in der Landwirtschaft und vermutlich dreimal so viele wie auf den Werften beschäftigt sind - dann spricht das für sich.Schleswig-Holstein, das Land der Kühe und Deiche, hat auf dem Marsch ins Technolo- gie- und Informationszeitalter in den vergangenen vier Jahren eine gewaltige Etappe hinter sich gebracht.Die zweite Komponente dieser Erfolgsstory ist die Existenzgründungsoffensive, an der wir GRÜNE auch nicht ganz unschuldig sind. Diese Existenzgründungsoffensive war so erfolgreich, dass Schleswig-Holstein sich den beiden vergangenen Jahren bundesweit bei der Zahl der Existenzgründungen pro Einwohner jeweils einen Spitze eingenommen hat.Für mich als Mitglied der grünen Fraktion spielen die Aktivitäten des Landes im Bereich der Umwelt- und Energietechnologien selbstverständlich eine besondere Rolle. Die Spitzenstellung des Landes bei den regenerativen Energien, beim Ökoaudit und zahlrei- che Initiativen im Bereich der integrierten Umwelttechnologien sind dafür Beispiele. Die vierte Initiative, die von uns angestoßen wurde, ist das Programm ABI. Mit 130 Milli- onen konzentriert es sich auf die strategischen Aufgaben des Landes und ist sozusagen ein Nachbrenner, den wir zusätzlich um die Jahrtausendwende gestartet haben, um das Land nach vorne zu katapultieren.Zum Schluss möchte ich noch ein fünftes Projekt ansprechen: Nämlich RISI. Mit diesem Projekt wurde Schleswig-Holstein zur offiziellen Modellregion der europäischen Union für den Weg in Informationszeitalter. Hunderte von Projektideen wurden entwickelt und Dutzende sind bereits in der Umsetzung - und zwar in allen gesellschaftlichen Berei- chen: Vom Landeskulturserver zum Ökonet, von der Initiative KMU ins Netz zur Initiative Schulen ins Netz, von der Vernetzung der Landfrauen zur Vernetzung des Gesund- heitswesens, von der virtuelle Hochschule zum virtuelle Betrieb, um nur einige Beispiele zu nennen.Meine Damen und Herren, wir alle müssen eingestehen, dass unsere Mittel durchaus bescheiden sind im Vergleich mit denen großer Bundesländer wie NRW oder Bayern. Gerade deshalb kommt es in Schleswig-Holstein darauf an, stringent und gezielt intelli- gente Nischen zu suchen, in denen wir Impulse setzen können.Aber zum Glück kann man Innovationen nicht befehlen und mit Geld nicht erzwingen - auch wenn manchmal Geld erforderlich ist. Vielmehr kommt es aber darauf an, für die- jenigen im Lande, die sich engagieren wollen, Freiräume zu schaffen, Beratung zu bie- ten, Forschungsschwerpunkte als Andockstationen zu platzieren oder weiterzuentwi- ckeln.Und wer auf einer der vielen Messen einige der vielen Stände kleiner schleswig- holsteinischer Unternehmen oder Hochschulen besucht, der bekommt einen kleinen Eindruck davon, was in diesem Lande passiert. Betriebe, die vor wenigen Jahren ge- startet waren, und jetzt schon 5, 10, 50 oder sogar über 100 Mitarbeiter beschäftigen, häufig bereits weltweit tätig sind und einen Optimismus ausstrahlen, von dem sich man- cher tradierte Betrieb eine Scheibe abschneiden kann.Diese Erlebnisse sind es, die mich darin bestärken, dass der Weg, den wir in den letzten Jahren beschritten haben, nicht ganz so falsch zu sein scheint. Natürlich muss immer wieder an den Programmen gefeilt werden. Dafür will ich mich auch einsetzen. Aber der Kurs, vor allem auf das kleine Innovative zu setzen, der scheint mir richtig zu sein. „Small ist beautiful“ so formulierte der Ökonom E.F. Schumacher bereits 1993 - lange vor Silicon Valley, das Credo alternativer Wirtschaftspolitik. „Small is beautiful“, an die- sem Kompass wollen wir weiter die Wirtschaftspolitik dieses Landes orientieren und dafür werbe ich um Unterstützung bei allen, die dieses Land nach vorne bringen wollen und denen die Zukunft wichtiger ist als kleinkariertes Parteigezänke. ***