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Auftaktveranstaltung "Amt Kropp snackt platt"
D E R L A N D T A G SCHLESWIG HOLSTEIN M I T T E I L U N G E N40/2000 Kiel, 23.03.2000 Sperrfrist: 24.03.2000, 19.30 Uhr Es gilt das gesprochene Wort!Auftaktveranstaltung „Amt Kropp snackt platt“Kiel (SHL) Landtagspräsident Heinz-Werner Arens erklärte anl. der Auftaktveranstaltung „Amt Kropp snackt platt“:Wenn ich an das Amt Kropp denke, dann fällt mir die Geschichte vom Hasen und dem Igel ein. Vor einigen Wochen habe ich in Elmshorn eine Neujahransprache gehalten - auf Platt. Das wurde dort als Premiere gefeiert. Und in Kropp? Hier wurde auf dem Neujahrsemp- fang auch Platt gesprochen. Damit nicht genug: Im Landtag haben wir lange darüber dis- kutiert, wie wir mehr für unsere niederdeutsche Sprache tun können? Und das Amt Kropp? Hier wird nicht über Platt geredet - das Amt Kropp snackt Platt.Ich musste deshalb auch gar nicht lange überlegen, als der Amtsvorsteher Claus Frahm mich zu der Veranstaltung heute einlud: Da fährst Du hin, habe ich mir gleich gesagt. Das sind Leute, die Platt sprechen und die fix bei der Sache sind. Kurzum: Vielen Dank, dass ich heute hier in Groß Rheide dabei sein darf. Echte Verständnisprobleme dürfte es ei- gentlich nicht geben. Ich habe dort Platt gelernt, wo ich geboren bin und heute wieder lebe - in Tellingstedt. Das ist in Dithmarschen - und von hier aus fast nur ein Katzensprung - je- denfalls auf der Landkarte.Ich will jetzt keine lange Rede halten. Sondern fix zur Sache kommen und Herausgegeben von der Pressestelle kurz etwas zur Bedeutung der niederdeutschen Sprache bei uns und für uns des Schleswig- Holsteinischen in Schleswig-Holstein sagen. Vor 20 oder 30 Jahren schien es fast so, als Landtages in 24105 Kiel, ob Platt auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Sprachen steht. Landeshaus; 24171 Kiel, -2- Postfach 7121; Tel. (0431) 988 Durchwahl App. 1120 bis 1125 und 1116 bis 1118 Fax (0431) 988 1119 Diese Pressemitteilung ist auch über das Internet abrufbar: www.sh-landtag.de V.i.S.d.P. Dr. Joachim Köhler oder in Form des Pressetickers unter www. ltsh.de bzw. www.parlanet.de. Internet:http//www.sh-landtag.de Über den Presseticker können die Pressemitteilungen auch per E-Mail direkt abonniert werden. e Mail:Joachim.Koehler@ltsh.landsh.de -2-Wer sich zur Heimat oder zur Heimatsprache bekannte, der galt als unmodern, als ein bisschen eigenbrötlerisch, auch als etwas konservativ.Heute ist das anders. Die niederdeutsche Sprache wird von vielen Menschen wieder oder sogar neu entdeckt. Sie ist ein Stück regionaler Identität in einer Welt, die zunehmend ver- netzt ist, die globaler, unübersichtlicher und damit anonymer wird. Oder um es anders zu sagen: Wer Platt spricht, der weiß, wo er hingehört. Trotz Internet. Trotz immer neuer Fusi- onen. Trotz der sich welt- weit angleichenden Lebensstile und Lebensläufe.Die Renaissance der niederdeutschen Sprache ist aber kein Selbstläufer. Es gibt immer noch Vorurteile gegen regionale Sprachen und regionale Kultur. Auch gegen das Platt- deutsche. Diese Vorurteile müssen wir abbauen. Die Politik tut das ihre. Ich erinnere nur an einige flotte, aber ja richtige Sprüche. „Fisch und Chips“ oder „Leuchttürme und Laptop“ - dass passt sehr gut zusammen. Auch hier ist man in Kropp weiter. Hier wird Platt ge- sprochen und Software für große Unternehmen entwickelt.Solche Erfolgsgeschichten kann wahrlich nicht jede Gemeinde erzählen. Und deshalb ist es so wichtig, überall in Schleswig-Holstein die Werbetrommel für das Plattdeutsche zu rühren. So wie es viele Heimatvereine und Volkshochschulen, Chöre oder Theatergruppen schon seit langem machen. Seit kurzem haben sie einen Fürsprecher, der sich schon laut- stark zu Wort gemeldet hat. Ich meine den neuen „Plattdeutsche Rat für Schleswig- Holstein“. Eine solche Lobby fürs Platt ist ungemein wichtig, um mit seinem Anliegen wahr genommen zu werden.Auch von der Politik. Der Landtag bekennt sich zur niederdeutschen Sprache. In der Lan- deskasse fehlt aber das Geld, um diesem Bekenntnis auch immer die nötigen Taten folgen zu lassen. Dies gilt nicht nur für die Schulen, in denen Plattdeutsch meist gar nicht auf dem Stundenplan steht. Um so wichtiger sind Initiativen wie die hier in den Gemeinden Alt und Klein Bennebek, Groß und Klein Rheide, Börm, Dörpstedt, Kropp und Tetenhusen. Die beste Werbung für die Niederdeutsche Sprache ist es, so häufig wie möglich einfach Plattdeutsch zu sprechen.Damit komme ich zum Ende und ein letztes Mal auf die Geschichte vom Hasen und Igel zurück. Der Landtag hat sich schon mehrfach vorgenommen, seine Tagungen spannender zu machen und straffer zu organisieren. Den Unterhaltungswert dieses Abends wird das Parlament vermutlich nie erreichen. Von dem straffen Programm ganz zu Schweigen. Vier- zehn Tagesordnungspunkte in zweieinhalb Stunden - dass schafft der Landtag nicht. Wie gesagt: Das Amt Kropp ist eben fix bei der Sache.Mein Kompliment - und vielen Dank. „