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Zweiten Arbeitsmarkt nicht aus den Augen verlieren
Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82PRESSEINFORMATION SSW-Landtagsvertretung Norderstr. 74 D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05 Kiel, d. 29.09.2000 Silke Hinrichsen Es gilt das gesprochene WortTOP 26 Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit (Drs. 15/215)Der SSW hat begrüßt, dass die Landesregierung im Koalitionsvertrag angekündigt hat,Arbeitslose innerhalb von 6 Monaten in Arbeit zu bringen. Das entspricht dem, was der SSWmit Blick auf Dänemark immer als „aktivierende“ Arbeitsmarktpolitik eingefordert hat.Deshalb können wir das nur begrüßen. Wir erwarten zwar nicht, dass die Regierung diesesZiel innerhalb von 6 Monaten erreicht, aber wir hören gern, welche Maßnahmen bisherergriffen worden sind, um das Ziel anzustreben. Wir haben unsere Zweifel, ob die abgefragtenDaten nicht etwas sehr umfangreich geraten sind. Prinzipiell können wir aber demBerichtsantrag der CDU zustimmen.Größere Probleme haben wir allerdings mit dem Änderungsantrag der FDP. Dieser fordertnicht nur extrem aufwendige Informationen vom Ministerium, sondern macht auchgleichzeitig inhaltliche Vorgaben, die eher an einen Antrag erinnern als an die Anforderungeines Berichts. Dr. Garg hat sich offensichtlich viele Gedanken darüber gemacht, wie man dieArbeitsförderung effektiver und vor allem effizienter gestalten könnte. Die politischenForderungen, die seinem Antrag zugrunde liegen, können wir aber nicht mit tragen. Wirmeinen nicht dass eine kurzfristige Überprüfbarkeit das Ziel sein darf. Es gibt hier deutlicheGrenzen der Planung und Evaluation. Wir haben unsere Zweifel, ob es überhaupt möglich undsinnvoll ist, derart enge und strenge Kriterien als Maßstab für eine Evaluation derArbeitsförderung anzulegen. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82 SSW-Landtagsvertretung Norderstr. 74 D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05Gar nicht teilen können wir die von FDP – und auch von der CDU – bereits erklärteZielsetzung, allein die Integration in den 1. Arbeitsmarkt als wesentlichstes Erfolgskriteriumfür die Arbeitsmarktpolitik betrachten. Selbstverständlich ist es begrüßenswert, wenn ihmRahmen des ASH 2000-Programms angestrebt wird, so viele Personen wie möglich in dem 1.Arbeitsmarkt unterzubringen. Dabei sollte aber nicht aus den Augen geraten, dass es eineMenge Langzeitarbeitsloser gibt, die nur über den Umweg des 2. Arbeitsmarktes wieder fürden Ersten fit gemacht werden können. Gerade hier stellt ASH 2000 aber offensichtlich nichtnur eine Verbesserung dar. Die Umstellung der Förderung von einer Projektförderung aufeine Einzelförderung birgt Risiken, denn ein Teil der Mittel werden dem Beschäftigungsträgernur ausbezahlt, wenn eine individuell mit dem Land vereinbarte Vermittlungsquote in den 1.Arbeitsmarkt erreicht wird. Dadurch entsteht die Gefahr, dass Personen mit geringerQualifizierung oder anderen Vermittlungshemmnissen nicht mehr genügend Berücksichtigungfinden, weil bei der Auswahl der Personen noch mehr Wert auf bereits vorhandeneQualifikationen gelegt wird. Dadurch werden nicht zuletzt jene Träger benachteiligt, die sichlobenswerter Weise besonders um die schwer vermittelbaren Personen kümmern.Gerade weil deutlich erkennbar ist, dass wir einen Sockel von sehr schwer in den erstenArbeitsmarkt vermittelbaren Langzeitarbeitslosen haben, müssen wir dafür Sorgen, dass dieseauch noch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Nur so lassen sich auch wirklichdie von der CDU angesprochenen sozialen Probleme der Langzeitarbeitslosen wirklich lösen. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de