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Ekkehard Klug: Dem Internat eine Chance
F.D.P. L a n d t a g s f r a k t i o n Schleswig-Holstein 1 Christian Albrecht Pressesprecher V.i.S.d.P. F.D.P. Fraktion im Nr. 205/2000 Schleswig- Holsteinischen Landtag Landeshaus, 24171 Kiel Kiel, Freitag, 29. September 2000 Postfach 7121 Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497 Sperrfrist: Redebeginn E - Mail: fraktion@fdp-sh.de Internet: http://www.fdp-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!Ekkehard Klug: Dem Internat eine ChanceIn seinem Redebeitrag zu TOP 16 (Internat Schloss Plön) sagte der bildungspolitische Sprecher der F.D.P.-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug: Presseinformation „Eine Frau, ein Wort. Zum Beispiel Heide Simonis. Beim diesjährigen Neujahrsempfang des Plöner SPD-Kreisverbandes - im Rittersaal des Plöner Schlosses - „bekräftigte die Ministerpräsidentin den Fortbestand des Internats“. So stand es im „Ostholsteiner Anzeiger“ vom 10. Januar 2000.Und zwei Wochen später berichteten die „Kieler Nachrichten“ nach einem Besuch der Regierungschefin bei der Plöner KN-Redaktion über Heide Simonis klare Aussage: „Das Internat werde bleiben“ (KN vom 25.01. 2000).Eine Frau, ein Wort?Gut ein halbes Jahr später war das Wort der schleswig-holsteinischen Ministerpräsidentin nicht einmal soviel wert wie das Papier, auf dem es - mehrfach - gedruckt worden war.Was ist das: nur eine jammervolle Peinlichkeit? Oder vielleicht der clevere Einfall eines Ministeriums, das angesichts steigender Lehrerzahlen und ausgequetschter Hochschuletats verzweifelt nach Möglichkeiten suchte, die von diesem Ressort abverlangten Sparbeiträge beizubringen? In jedem Falle wäre das dann gleichzeitig eine komplette Einsparung bei der Glaubwürdigkeit der Ministerpräsidentin - etwa völlig unbeabsichtigt?Eine Frau, ein Wort: „Aufnahmestopp“. Verfügt am 18. Juli 2000.Die Presseerklärung des Bildungsministeriums über diesen Ukas setzt die Serie der Merkwürdigkeiten fort: 2 Die im Pressezettel enthaltene Aussage, nur 35 der 96 Gymnasiasten des Internats stammten aus Schleswig-Holstein, ist eine Falschmeldung. Wochen später korrigiert der Staatssekretär: von 96 Schülern seien 51 Landeskinder (OHA 05.09.2000).Auch die Kosten des Internats werden um gut ein Viertel zu hoch angegeben, nämlich mit 1,6 statt mit 1,2 Mio. DM.Als Herr Stegner Anfang September auf einer Veranstaltung im Plöner Schloss anhand von aktuellen Landtagsdrucksachen und Umdrucken damit konfrontiert wurde, dass er mehrere Jahre zurückliegende Zahlen aufgetischt hatte, reagierte er gegenüber dem vorlauten Pädagogen ganz sozialdemokratisch unpädagogisch:(Anzeiger, 05. 09. 2000):„Er verbot dem Erzieher das Wort und sagte: ‚Ich will hier mit Eltern diskutieren und nicht mit Landesbediensteten’“.Aber eines wollen wir in diesem Zusammenhang immerhin festhalten: Wahrheit bleibt doch Wahrheit, auch wenn sie der sozialdemokratischen Obrigkeit durch subalterne Eingaben zu Gehör gebracht werden.Und noch eine dritte Niete hat das Kultusministerium zu bieten: Das wiederholt seit dem 18. Juli vorgetragene Argument von der mangelnden Auslastung des Internats ist deshalb ziemlich hohl, weil das Ministerium durch den angeordneten Aufnahmestopp höchstselbst in diesem Sommer eine annähernd vollständige Auslastung verhindert hat - womit dem Internat übrigens auch Einnahmen von jährlich 280.000 DM durch die Lappen gingen (OHA 07.09. 2000).In Sachen Plöner Internat hat die Landesregierung also in diesem Jahre eine ganze Serie von Peinlichkeiten, Flops und Irrtümern produziert.Das neue Konzept der Internatseltern, das auf einen kostendeckenden, inhaltlich neu konzipierten Internatsbetrieb abzielt, sollte die Regierung eigentlich dankbar als Ausweg aus ihren Irrfahrten aufnehmen.Ich meine, dieses Konzept bietet einer heftig auf dem Großen Plöner See herumrudernden Regierung einen brauchbaren Ansatzpunkt, von dem aus sie wieder Boden unter die Füße bekommen könnte.In der Anlage und Diktion ist der F.D.P.-Antrag meines Erachtens besser geeignet, der Regierung dazu eine Brücke zu bauen, als dies der Änderungsantrag der Union vermag.Natürlich ist mir wohlbekannt, dass Herr Kollege Kalinka vorzugsweise den großen Probsteier Holzhammer schwingt, aber im Interesse der Sache ist es womöglich besser, Brücken zu bauen.Auch wenn vieles den Eindruck erweckt, als sei das Ende des Plöner Internats schon eine beschlossene Sache, möchte ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass Vernunft und Einsicht die Regierung vielleicht doch noch dazu veranlassen, dieser großartigen Bildungseinrichtung eine neue Chance zu geben.Verdient haben es die Plöner allemal.“