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18.10.00 , 11:11 Uhr
SPD

Henning Höppner zu TOP 7: Auswirkungen von Multimedia an Schleswig-Holsteins Schulen

Sozialdemokratischer Informationsbrief


Landtag Kiel, 18.10.00
aktuell Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn



Henning Höppner zu TOP 7:

„Auswirkungen von Multimedia an Schleswig-Holsteins Schulen“

Zur Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der CDU zu Multimedia an den Schulen erklärte der schulpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dr. Henning Höppner, im Landtag:

„Der tägliche Umgang mit den neuen Medien als neue Kulturtechnik ist an nahezu allen unseren Schulen zur Selbstverständlichkeit geworden. Der Einsatz der Neuen Medien muss in ausnahmslos allen Fächern selbstverständlich sein und kann nicht auf ein Fach oder wenige Fächer beschränkt bleiben.

Das Problem besteht darin, die Ausstattung der Schulen und darüber hinaus der einzelnen Klassenräume nicht nur mit Computern, sondern auch mit Zugängen ans Internet so si- cherzustellen, dass nicht einzelne Schulen oder gar Regionen zurück bleiben.

Die Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage macht deutlich, dass diese Auf- gabe nur gesamtgesellschaftlich wahrgenommen werden kann, und listet zahlreiche ge- meinsame Programme des Landes, des Bundes, der Schulträger und der privaten Förde- rer auf.

Die Versorgung der weiterführenden Schulen mit Internet-Zugängen ist nahezu vollständig erfolgt. Es gibt danach noch kleine Defizite bei den kombinierten Grund- und Hauptschu- len und den Realschulen. Dass die Grund- und Sonderschulen demgegenüber einen ge- ringen Ausstattungsgrad aufweisen, liegt zwar vordergründig nahe, kann und darf aber Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



nicht so bleiben. Denn auch Schüler mit Lernbehinderungen und sehr junge Schüler wer- den immer früher und intensiver an diese neuen Kulturtechniken herangeführt werden müssen. Das Niveau wird auch weiterhin zwischen den Altersgruppen und Schularten un- terschiedlich sein, die grundsätzliche Nutzung der Neuen Medien zur Beschaffung von In- formationen, besonders aber zur schnellen Kommunikation ist es jedoch nicht. Der Über- gang in die weiterführende Schule wird künftig nicht mehr den Einstieg in die Arbeit mit Computern markieren.

Unsere Selbstverpflichtung gilt: Bis Ende 2001 werden alle Schulen ans Netz gebracht werden. Die zweite Phase wird die Ausstattung der einzelnen Klassenräume mit zunächst einem, später möglichst 10 bis 12 Computern sein müssen.

Neben der kostenintensiven Neubeschaffung stehen die Schulträger vor erheblichen Be- lastungen durch Wartungsarbeiten und durch den Austausch veralteter Geräte. Die Folge- kosten liegen derzeit noch bei 30 bis 40 % der Kosten der Neuausstattung, doch sinken in keinem Produktbereich die Kosten so drastisch wie bei der Hard- und Software.

Dies setzt auch künftig die Bereitschaft der Wirtschaft voraus, die Schulen bzw. die Schul- träger dabei zu unterstützen. Viele Computer, die den Anforderungen eines Wirtschaftsbe- triebes nicht mehr vollauf genügen, sind deswegen noch nicht als prinzipiell veraltet anzu- sehen und können im Schulunterricht problemlos eingesetzt werden.

Die qualifizierte Betreuung der Systeme wird in sehr vielfältiger Weise vorgenommen, heu- te meist durch Lehrkräfte. Wir erwarten, dass das Projekt „Schulassistenten“ in eine Ent- lastung der Lehrerinnen und Lehrer mündet.

Die Landesregierung benennt klar die steigenden Anforderungen an die Aus-, Fort- und Weiterbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Mit der neuen Landesverordnung über die Ers- te Staatsprüfung vom Oktober 1999 ist der Umgang mit neuen Medien und die Vermittlung von Medienkompetenz verpflichtendes Element des Lehramtsstudiums geworden. Das IPTS macht umfangreiche Angebote, an denen sich bisher 8.700 Lehrkräfte beteiligt ha- ben. Bis 2003 werden weitere 4.000 Lehrerinnen und Lehrer für den Umgang mit Multime- -3-



dia qualifiziert werden – auch dies erfolgt in der Regie des IPTS in Partnerschaft mit der Wirtschaft.

Sicher werden auch künftig an vielen Schulen in diesem Bereich die Schüler ihren Lehrern viel an praktischem Wissen voraus haben. Das muss nichts Schlechtes sein, weil gerade dadurch das Selbstbewusstsein vieler Schüler besonders gestärkt wird. Aber mittelfristig wäre zumindest ein Gleichstand in der Qualifikation zwischen Pädagogen und Schülern durchaus anstrebenswert.

Zahlreiche Schulen haben Projekte für multimediale Unterrichtseinheiten entwickelt. Die hier aufgeführte Liste belegt nicht nur die thematische Bandbreite, sondern auch, dass ausnahmslos jede Schulart die neuen Technologien für ihre spezifischen Bedürfnisse nut- zen kann.

Geschlechtsspezifische Angebote tragen dem unterschiedlichen Herangehen von Mäd- chen und Jungen an die Neuen Medien Rechnung; an Kieler Realschulen wird innerhalb und außerhalb der Stundentafel die Internet-Arbeit für Mädchen intensiviert.

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