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Henning Höppner zu TOP 28: Absentismus/Fernbleiben vom Unterricht
Sozialdemokratischer InformationsbriefLandtag Kiel, 19.10.00aktuell Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: RedebeginnHenning Höppner zu TOP 28:Absentismus/Fernbleiben vom UnterrichtZum Bericht der Landesregierung über Fernbleiben vom Unterricht erklärte der schul- politische Sprecher der SPD-Fraktion, Dr. Henning Höppner, im Landtag:„Die SPD-Landtagsfraktion dankt der Bildungsministerin für den detaillierten Bericht zum Problem des unentschuldigten Fehlens an den Schulen in unserem Lande.Die Antworten der Ministerin und die Darstellung des Phänomens zeigen uns deutlich, dass die im Frühjahr dieses Jahres verbreiteten Horrorzahlen des Anteiles an Schul- schwänzern nicht nur relativiert werden konnten, sondern auch deutlich nach unten korrigiert werden müssen.Der Bericht zeigt uns ebenso deutlich, wie man durch Weglassungen, Vereinfachun- gen und Schwarzmalerei eine öffentliche Meinung, hier insbesondere über die Schüle- rinnen und Schüler einer Schulart, mobilisieren kann und mobilisiert hat - ganz sicher zum Nachteil der Hauptschulen, die ohnehin schon mit Akzeptanz- und Imageproble- men behaftet ist.Wenn wir das unentschuldigte Fehlen an den Hauptschulen der Landeshauptstadt entgegen Ihren ersten Presseverlautbarungen, Herr de Jager, um das fünffache nach Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-unten von 15 auf 3 Prozent korrigieren müssen, dann denke ich, kann man schon von einer Art Überreaktion sprechen.Nur denke ich, liebe Kollegen, darf man dabei nicht in Gefahr geraten, der Hauptschu- le gleich eines mitzugeben: Diese Schulart hat eine schwieriges Schülerklientel, die Kolleginnen und Kollegen der Lehrkörper verdienen eher unserer Zuwendung und An- erkennung.Ich ziehe hiermit für mich und meine Fraktion die Schlussfolgerung, dass wir im Hin- blick auf die Entwicklungsnotwendigkeiten unserer Schulen verstärkt eine besondere politische Sensibilität entwickeln sollten. Wir sind in diesem Hause sicher einig dar- über, dass sich unsere Schullandschaft nur in einem breiten gesellschaftlichen Kon- sens entwickeln lässt.Stellen wir, wenn es um Schule und Bildung geht, unsere Investigations-Mentalität et- was zurück, lassen sie uns auf vordergründige Aufgeregtheiten verzichten, üben wir lieber Gewissenhaftigkeit und Verantwortungsbewusstsein.Ich ziehe hieraus für mich und meine Fraktion eine zweite Regel:Stoßen wir eine derartige Diskussion erst einmal im Ausschuss an und befragen Fach- leute, anstatt vorschnell in die Presse zu gehen und den Eindruck zu erwecken, dass tagtäglich fast 1.000 Kieler Hauptschüler den Unterricht schwänzen, statt dessen im Sophienhof und an anderer Stelle hausieren. Das ist alles so ausgesprochen worden, und dass wir nach diesem Bericht richtig stellen müssen, dass die Zahlen zu 500 % übertrieben waren. Das macht uns in den Augen der Bürgerinnen und Bürger und in den Schulen auch nicht glaubwürdiger.