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27.11.00 , 16:42 Uhr
SPD

Friedrich-Carl Wodarz: Tiermehl - BSE - Genfutter? Neuorientierung in der Landwirtschaft ist überfällig

Sozialdemokratischer Informationsbrief
Kiel, 27.11.00, Nr.: 235/2000


Friedrich-Carl Wodarz:
Tiermehl – BSE – Genfutter ? Neuorientierung in der Landwirtschaft ist überfällig!

„Angesichts der massiven Fehleinschätzung der Gefahren durch BSE seitens aller Be- teiligten aus Politik, Wissenschaft und Landwirtschaft müssen wir zu einer Neuorientie- rung in der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelproduktion kommen“, fordert der ag- rarpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Friedrich-Carl Wodarz.

„Wenn nach einem generellen Verfütterungsverbot von Tiermehl einige Landwirte nicht mehr wissen, wie sie ihre Tiere leistungsgerecht füttern können, so zeigt das nur die Sackgasse auf, in die wir schon geraten sind. Wer 20.000 Schweine in einer Mastan- lage konzentriert, ist auf Industriefutter angewiesen. Eine Produktion des Futters auf eigenen Flächen ist hier unmöglich.“

Wodarz sieht aber in den Substituten wie Mais, Soja- oder Rapsschrot aus den USA eine erneute Gefahr auf uns zukommen. „Dieses Material stammt weitgehend von genmanipulierten Pflanzen. Auch beim Genfutter versichern uns einige Wissenschaftli- cher der Futtermittelkonzerne die Unbedenklichkeit für den Verbraucher. Genmanipu- liertes Futter aus den USA darf nicht die Lösung für unsere derzeitigen Futterprobleme darstellen.“ Es gebe hier die Chance, durch Nachfrage nach nichtmanipuliertem Futter den Marktanteil des traditionellen Futteranbaus zu festigen.

Eine Neuorientierung fordert Wodarz auch vom Bauernverband: „Ich erwarte, dass die konventionelle Landwirtschaft in einen intensiveren Dialog mit der ökologischen Land- wirtschaft eintritt. Dem Verbraucher helfen keine gegenseitigen Verteufelungen. Wir Schleswig- brauchen wieder Vertrauen in unsere Lebensmittel.“ Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



An die Verbraucher appelliert der SPD-Sprecher, mit ihrer Kaufentscheidung Nah- rungsmittelproduzenten, die Wert auf Sicherheit und Qualität legen, zu unterstützen. „Gute Nahrungsmittel haben ihren Preis. Der derzeitige Preiskrieg einiger Einzelhan- delskonzerne geht zu Lasten der Lebensmittelqualität und provoziert mangelhafte Pro- duktionsweisen.“

Für die Entsorgung des anfallenden Tiermehls hat der SPD-Politiker einen konkreten Vorschlag: „Tiermehle lassen sich hervorragend in Biogasanlagen verarbeiten. Sie lie- fern sehr viel Energie, und man könnte die Gülleproblematik gleich mit anpacken. Die Technik ist da, es fehlen nur genügend Akteure.“ Sorgen bereite ihm die derzeit weiterhin gängige Praxis, Futtermehle nach Osteuropa zu exportieren. „Wir bauen dort eine regelrechte BSE-Reserve auf, die alle unsere jet- zigen Anstrengungen konterkarieren wird. Alles Tiermehl muss hier kontrolliert ent- sorgt werden“. (SIB)

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