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Karl-Martin Hentschel und Rainder Steenblock: Die Landwirtschaft muss sich neu orientieren
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Sperrfrist: Redebeginn Landeshaus Es gilt das gesprochene Wort! Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Zu TOP 2,17,18 - BSE - erklären der Telefax: 0431/988-1501 Vorsitzende, Karl-Martin Hentschel, Mobil: 0172/541 83 53 und der agrarpolitische Sprecher der Fraktion E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Rainder Steenblock: Nr. 293.00 / 14.12.2000Die Landwirtschaft muss sich neu orientieren!Wie immer, wenn ein Unglück passiert ist, wenn ein Schaden, eine Katastrophe einge- treten ist, sind plötzlich alle erschüttert. Dann rufen alle danach, dass hart durchgegrif- fen werden muss.Leider hält das erfahrungsgemäß nicht lange vor. Erinnern wir uns noch an den Futter- mittelskandale oder die Hormonspritzenskandale, die Schweinepest, usw., die uns doch immer wieder in Erinnerung gerufen haben, wie wichtig eine staatliche Lebensmittel- überwachung ist. Und doch haben wir sie immer wieder vergessen und noch vor weni- gen Wochen gab es Debatten darüber, ob nicht die Kontrollen durch das Umweltminis- terium übertrieben seien.Ein gute staatliche Lebensmittelüberwachung ist ein Muss. Und sie muss über die Prei- se bezahlt werden. Gute Lebensmittel müssen ihren Preis haben, damit die Verbrau- cherInnen sie auch als solche würdigen. Das bedeutet: Laborkosten, Untersuchungen, Futtermittel, Tierkörperbeseitigung und die Einhaltung von Hygienevorschriften müssen auf den Preis der Ware umgelegt und dürfen nicht zusätzlich von der Allgemeinheit er- stattet werden.Die Entdeckung von BSE in Schleswig-Holstein macht deutlich: Wir müssen den Um- stieg in die ökologische Landwirtschaft beginnen.Der Flächenanteil des Ökolandbaus soll in den nächsten fünf Jahren auf mindestens zehn Prozent gesteigert werden. Dies kann aber nur erreicht werden, wenn sich die Förderpolitik in Schleswig-Holstein und in Deutschland deutlich ändert. Die Förderkata- loge der EU bieten hier durchaus Möglichkeiten. Industrielle Massentierhaltung muss durch eine flächengebundene Tierhaltung ersetzt werden, das bedeutet auch eine Ende der Aufstockungsförderung und ein Ende der steuerlichen Privilegien. Es geht aber nicht nur um mehr Fläche für den Ökolandbau. Auch die konventionelle Landwirtschaft muss sich stärker am Leitbild einer umweltorientierten und artgerechten Landwirtschaft ausrichten.Nur durch konsequentes Verhalten wird es gelingen, das Vertrauen der VerbraucherIn- nen zurückzugewinnen. Das heißt: Tests aller Schlachtrinder und angesichts des ver- stärkten Schlachttourismus ein Importverbot für alle Rinder, die nicht den nationalen Regelungen im Bereich Test und Futtermittel entsprechen. Eine Anlieferungspflicht von Schlachttieren am nächsten Schlachthof würde auch die tierquälerischen Schlachtvieh- transporte zumindest reduzieren.Statt in die neue Risikotechnologie Gentechnik in der Landwirtschaft immer neue Millio- nen zu pumpen, muss die lange vernachlässigte BSE-Forschung intensiviert werden.Völlig unverständlich ist das Verbot des Bundes hinsichtlich der Kennzeichnung von ge- testeten Rindfleisch. Die VerbraucherInnen haben ein Recht darauf zu erfahren, wel- ches Fleisch getestet wurde, auch wenn dadurch keine vollständige Sicherheit gegeben ist. ***