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Heiner Garg zu TOP 15: Union verleiht "Goldene Inge"
F.D.P. L a n d t a g s f r a k t i o n Schleswig-Holstein 1 Christian Albrecht Pressesprecher V.i.S.d.P. F.D.P. Fraktion im Nr. 310/2000 Schleswig- Holsteinischen Landtag Landeshaus, 24171 Kiel Kiel, Freitag, 15. Dezember 2000 Postfach 7121 Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497 Sperrfrist: Redebeginn E - Mail: fraktion@fdp-sh.de Internet: http://www.fdp-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!Heiner Garg: Union verleiht „Goldene Inge“ - Inge Meysel ist und bleibt die Mutter der Nation -In seinem Debattenbeitrag zu TOP 15 „Familienpreis Schleswig- Holstein“ sagte der sozialpolitische Sprecher der F.D.P.- Landtagsfraktion, Dr. Heiner Garg: Presseinformation „Schließen Sie für einen Moment die Augen und stellen Sie sich vor, die Eurovisions-Fanfare ertönt. Jetzt können Sie die Augen wieder öffnen und sehen, wie uns die Union im kleinen Schwarzen den Familienpreis Schleswig-Holstein präsentiert. In den 80ern wurden gleich dutzendweise Fernsehfamilien geheiratet und man nahm Anteil am Schicksal der Wicherts von nebenan oder am Aufstieg und Fall der Guldenburgs. Mutter Beimer kochte jeden Sonntag für ihren Hansemann und Klausi machte fast noch in die Windeln. Hansemann hat sich längst von seiner Taube getrennt, Klausi lebt in wilder Ehe im Osten und die ‚Ich heirate eine Familie‘ Thekla Carola Wied hetzt zur Zeit als alleinstehende rasende Reporterin durchs wiedervereinigte Berlin. Selbst Marianne Rosenberg musste feststellen, dass Er eben doch nicht zu ihr gehört und gibt dem fremden Mann der 70er Jahre in den Neunzigern den unmissverständlichen Hinweis: ‚Geh vorbei‘. Und als ob das nicht schon schlimm genug wäre, verlässt jetzt auch noch unser aller Boris seine Barbara. Was waren das noch für Zeiten, als der legendäre Hans Rosenthal seine Mady Riehl fragte: „Und was macht das in Schilling?“ oder Hans-Joachim Kuhlenkampf mit Bestimmtheit voraussagen konnte: „Einer wird gewinnen“.Wetten dass, liebe Kolleginnen und Kollegen, dass die Union schon sehr genaue Vorstellungen davon hat, wer ihren Familienpreis gewinnen soll? Vielleicht die Familie Patrick Lindner oder Familienvater Harry aus dem Big Brother Container? 2 Natürlich wissen wir alle, dass das gerade nicht die Zielgruppe des von der Union beantragten Familienpreises ist.Ich will überhaupt nicht in Abrede stellen, dass ihr Antrag gut gemeint ist. Ob er allerdings als Alternative zur Familienpolitik der Landesregierung taugt, will ich mal vorsichtig in Frage stellen. Ein bisschen einfach wäre das jedenfalls schon.Mich stört zweierlei an ihrem Vorschlag, Liebe Frau Schwarz.Erstens: Auch mit viel Wohlwollen lässt sich kaum übersehen, dass mit diesem Antrag ein Familienbild gezeichnet werden soll, das nur noch einen Teil der Wirklichkeit wiedergibt. Die Vielfalt von Verantwortungsgemeinschaften in denen heute Kinder aufwachsen wird – so empfinde ich es jedenfalls – in den Hintergrund gedrängt zu Gunsten der klassischen Vater-Mutter- Kinder-Familie. Mir ist aber jede verantwortungsvolle – vor allem aber liebevolle Gemeinschaft – in der Kinder zu selbstbewussten Menschen aufwachsen, gleich viel wert – unabhängig davon, ob es sich um eheliche oder nichteheliche Gemeinschaften oder um Alleinerziehende handelt.Zweitens: Mich stört die Konditionierung der Auszeichnung. Dabei ist mir klar, dass es sich hierbei um die logische Konsequenz ihrer Absicht, die sie mit diesem Antrag verfolgen, handelt. Wissen Sie, das wäre gerade so, als ob bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an Yitzak Rabin und Yassir Arafat das Nobelpreiskomitee die Bedingung geknüpft hätte:„Ihr bekommt den Preis aber nur, wenn ihr weiterhin Friedenspolitik macht.“Ein Preis wird doch als Anerkennung für bislang geleistete Arbeit, besonderes gesellschaftliches Engagement oder z.B. für herausragende wissenschaftliche Arbeit verliehen – und nicht als in Aussicht gestellte Belohnung für ein bestimmtes zukünftig erwartetes Verhalten oder Handeln. Wenn ich mich auf eine Reise in angeblich bessere Zeiten begeben will, dann schaue ich mir die Aufzeichnungen der ‚Unverbesserlichen‘ mit der einzig wahren Mutter der Nation, Inge Meysel, an.Familienpolitische Ansätze für das 21. Jahrhundert suche ich dort allerdings vergeblich – im Unions-Antrag übrigens auch.“