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Landesjugendring ist Garant für Qualität und Kontinuität in der Jugendarbeit
4/2001 Kiel, 12. Januar 2001 Es gilt das gesprochene Wort Sperrfrist: Heute 19.30 UhrLandesjugendring ist Garant für Qualität und Kontinuität in der JugendarbeitKiel (SHL) -In seiner Rede beim Neujahrsempfang des Landesjugendrings am heutigen Freitag (19:30 Uhr, „Räucherei“ Kiel) sagte der Landtagspräsident Heinz-Werner Arens unter anderem:Der Landesjugendring mit seinen mehr als 20.000 ehrenamtlich Aktiven ist ein un- entbehrlicher Garant dafür, dass junge Menschen in selbst organisierten Strukturen Erfahrungen mit freiwilligem Engagement sammeln. Zugleich bietet er dem ehren- amtlichen Nachwuchs als einzige Organisation eine systematische Ausbildung zum Ehrenamt, indem er Schulungen durchführt und die Jugendleiter-Card - kurz und liebevoll ‘Juleica’ genannt - vergibt. Qualität ist also beim Landesjugendring Ehrensache. Unabhängige Strukturen der Jugendarbeit sind dafür eine wichtige Voraussetzung. Es ist gut und notwendig, dass es über kurzlebige Kampagnen und Aktionen hinaus Institutionen in der Gesellschaft gibt, die auf Dauer arbeiten und Kontinuität gewährleisten.Im Rahmen der Beratungen über den Landeshaushalt für dieses Jahr ist am Ende auch deutlich geworden, dass das Landesparlament dieses im wesentlichen auch so sieht. Immerhin sind eine Reihe von Kürzungsvorschlägen der Regierung vom Parlament zurückgenommen worden. Es ist allerdings zweifellos bedauerlich, dass die Kürzung der Gelder für die Jugendbildungsreferenten am Ende nicht mehr zurückgenommen werden konnte.Aber ich bin mir sicher, dass Sie als engagierter Jugendverband nicht nachlassen werden, Ihren Partnerinnen und Partnern in der Politik die Bedeutung dieser Bil- dungsarbeit weiterhin deutlich zu machen. 2Das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern für andere, kurz: das Eh- renamt, ist ein tragendes Element auch für die Arbeit des Landesjugendrings. Da- von wird in diesem Jahr noch sehr viel die Rede sein, denn die Vereinten Nationen haben es zum „Internationalen Jahr der Freiwilligen“ deklariert. Allerorten werden Kampagnen und Aktionen ins Leben gerufen und der Bundestag hat eine Enqu- ête-Kommission zur Zukunft des Ehrenamtes eingesetzt. Nun kann man zynisch behaupten: Wenn soviel Wind um das Ehrenamt gemacht wird, dann bestimmt deshalb, weil es vom Aussterben bedroht ist. Es stünde sozusagen auf der Roten Liste unserer Gesellschaftsordnung. Das wäre in einer Gesellschaft, in der Selbst- verwirklichung obenan steht, ja auch kein Wunder. Insbesondere bei Jugendlichen geben die Fakten aber für solcherlei Zynismus keinen Anlass: Über 40% von ihnen organisieren und engagieren sich in Vereinen und Verbänden, so hat es die jüngste SHELL-Studie festgestellt. Gesellschaftliches Engagement ist Jugendli- chen also durchaus sehr wichtig. Wir merken das auch bei unserer jährlichen Ver- anstaltung „Jugend im Landtag“ immer wieder. Und es gibt, so belegen andere Umfragen, noch viele, die grundsätzlich dazu bereit wären, sich zu engagieren. Diese Menschen anzusprechen, ist ein sinnvolles Ziel von Aktionen, wie sie auch die Landesregierung unter dem Motto „Ich mach’ mich stark - für uns in Schleswig- Holstein“ ins Leben gerufen hat.Es mag paradox wirken, dass der Staat das Ehrenamt stärken will. Aber die Sta- bilität eines Staates hängt auch davon ab, ob die Bürgerinnen und Bürger sich für ihr Gemeinwesen einsetzen, sich damit identifizieren. So manche Politiker haben erst lernen müssen, dass sich beileibe nicht alles über den Staat regeln lässt. Mehr noch: Es ist sogar schädlich, wenn sich alle darauf verlassen, dass der Staat es schon richten wird. Spätestens heute wissen wir über die Parteigrenzen hin- weg, dass ehrenamtliches Engagement im doppelten Sinne unbezahlbar ist. Es ist der Kitt der Gesellschaft, ohne den das demokratische Gebäude baufällig wird.Insgesamt ist die staatliche Politik aus meiner Sicht gut beraten, eigenständige Strukturen in der Gesellschaft - ganz im Sinne des guten alten Subsidiaritäts- Prinzips - zu erhalten und zu stärken. Damit stärkt sie zugleich das Verantwor- tungsbewusstsein jedes Einzelnen für unser Gemeinwesen. Und davon können wir weiß Gott gar nicht zuviel haben. Das betone ich insbesondere vor dem Hinter- grund abscheulicher rechtsextremistischer Gewalttaten, die wir nicht allein mit staatlichen Mitteln bekämpfen können. Vielmehr ist es auch eine ureigene Aufga- be einer demokratischen Gesellschaft, die Resistenz gegen rechtsextremes Ge- dankengut immer wieder zu stärken. 3Die Erfahrung zeigt doch: Wenn Jugendliche lernen, dass ihr Engagement ge- wünscht ist und ihre Meinung ernst genommen wird, ist dies schon mal ein wichti- ger Baustein für demokratisches Denken und Handeln. Der Landesjugendring trägt dazu ein gutes Stück bei und dafür danke ich Ihnen allen an dieser Stelle im Namen des Landesparlamentes ganz herzlich!