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Karl-Martin Hentschel: Offshore - Die Chancen nutzen!
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Sperrfrist: Redebeginn Landeshaus Es gilt das gesprochene Wort! Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Zu TOP 25 - Offshore - erklärt der Telefax: 0431/988-1501 Fraktionsvorsitzende von Mobil: 0172/541 83 53 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de Karl-Martin Hentschel: Nr. 019.01 / 25.01.2001Offshore: Die Chancen nutzen!Unser Umweltminister, Klaus Müller, hat erklärt, dass bei den geplanten Offshore- Windanlagen zwei Herzen in seiner Brust schlagen. Er hat zwar als junger Politiker noch keine Großpackung „Doppelherz“ nötig, seine Zerrissenheit in dieser Frage kann ich aber nachvollziehen. Neben den enormen Chancen für den Bereich der erneuerbaren Energien und für die Hersteller solcher Windkraftanlagen hier in Schleswig-Holstein müssen wir auch die möglichen Risiken sehen - für die marine Flora und Fauna sowie die Schiffssicherheit.Darum haben wir uns immer für ein geordnetes Verfahren eingesetzt, bei dem für die in Aussicht genommenen Standorte eine differenzierte Umweltverträglichkeitsprüfung durch- geführt wird. Wo gibt es Unklarheiten und Risiken? An welche Bereiche müssen wir den- ken? Wie viel Unterwasserlärm produzieren die Windkraftanlagen, wie wirkt das auf die Fi- sche, wie auf die Schweinswalbestände?Es geht um die Belange der auf See lebenden Vögel und der über See ziehenden Vogel. Werden sie ganz vertrieben, wird der Vogelzug verlegt? Fundamentalisten der Naturschüt- zer sprechen ja sehr plakativ von "gigantischem Vogelschreddern".Für die Kabelverbindung bietet sich die Nutzung der Trasse des Viking-cable an, um den erzeugten Strom in das Festlandnetz einzuspeisen. Die Kabel müssen so verlegt werden, dass sensible Wattflächen nicht berührt werden.Ein weiterer Punkt ist die Schifffahrtssicherheit. Die großen Windparks können wie künstli- che Riffs wirken, wenn Schiffe manövrierunfähig werden. Allerdings sind die großen Anla- gen durch das Radar sehr gut zu erkennen. Auf der anderen Seite bin ich mir sicher, dass es von den Inseln aus einen regen Ausflugdampferverkehr geben wird, um neugierige Tou- risten zu den gigantischen Parks zu fahren. Gerne komme ich zu den Chancen der Offshore-Technologie. Unser Windstromanteil beim Stromverbrauch in Schleswig-Holstein liegt jetzt bei 16,5 Prozent und nähert sich so lang- sam den 20 Prozent. Ein weiterer Ausbau an Land stößt an Grenzen bei den Eignungsflä- chen und der Netzaufnahme.Die Wachstumschancen liegen deshalb im Export von Windanlagen und bei uns in Schles- wig-Holstein im Offshorebereich. Die Windgeschwindigkeiten über dem Wasser sind höher als über Land, demzufolge ist auch die Stromernte ertragreicher.Ganz konkret geplant sind ein Windpark in der Lübecker Bucht mit 100 MW, ein Park bei Sylt mit 200-300 MW als Bürgerwindpark und bei Helgoland in zwei Tranchen von je 500 MW.Ein Windpark mit 1000 MW ist gewaltig, damit wird die Kapazität eines großen Kernkraft- werkes ersetzt. Dahinter steckt viel Kapital, viel Arbeit sowie Forschung und Entwicklung. Ausgereift sind 1,5 MW-Anlagen und auch 2 MW-Anlagen laufen schon. Auf dem Wasser werden aber neu zu entwickelnde, sehr robuste Anlagen mit 3-5 MW Kapazität benötigt, so jedenfalls die Pläne der Unternehmer.Ich erwähne hier gerne noch mal die Entwicklung der Firma Jacobs Energie GmbH. Jacobs hat ein rasantes Wachstum vorgelegt und große Exporterfolge vorzuweisen - inzwischen gibt es dort 130 qualifizierte Arbeitsplätze, es konnten auch ehemalige Werftarbeiter über- nommen werden. Mit der Fertigung direkt an der Nordsee und mit einer eigenen Kaianlage für die Verschiffung großer Windenergieanlagen gibt es einen optimalen Standort - gerade auch für den Aufbau von Offshore-Windparks und deren Wartung.Schleswig-Holstein ist das Windenergieland Nr.1, darauf sind wir zu Recht stolz. Der ge- plante Schritt zu Offshore-Windparks bringt die Nutzung der erneuerbaren Energien in eine neue Dimension. Wenn die Risiken und Umweltgefährdungen ausgeschlossen bzw. ver- tretbar minimiert sind, dann eröffnen wir eine Riesenchance für unsere Energieerzeugung und für unsere Wirtschaft. ***