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Enquetekommission: Den Elend ein Ende bereiten
Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82PRESSEINFORMATION SSW-Landtagsvertretung Norderstr. 74 D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05 Kiel, d. 26.01.2001 Es gilt das gesprochene WortSilke Hinrichsen: „Dem Elend ein Ende bereiten“TOP 9 Auflösung der Enquetekommission (Drs. 15/640)Wir haben es schon beim Rücktritt von Klaus Peter Puls gesagt: Der SSW sieht das Schicksalder Enquetekommission mit Bedauern, aber wir haben auch Verständnis. Wir haben bedauertdass der Kommissionsvorsitzende zurückgetreten ist; aber wir haben Verständnis dafürgehabt, dass Herr Puls unter den gegebenen Umständen nicht weiter machen wollte. Wirbedauern, dass wir heute der Enquetekommission das letzte Geleit geben müssen; aberwir haben Verständnis dafür, dass man dem Elend ein Ende bereiten will.Der SSW hat die Gründung der Enquetekommission begrüßt. Das haben wir getan, weil wirdie Hoffnung hatten, dort könnten fernab vom Alltagsgeschäft tragfähige Lösungen fürgrundlegende Probleme gefunden werden. Wir haben gehofft, dass man dort die Ruhebekommen würde, um über Problemlösungen nachzudenken, die über Tagespolitik,Wahlkämpfe und Legislaturperioden hinausreichen. Es gibt genug Probleme im kommunalenBereich, die genauer Analyse und langfristiger Lösungsansätze bedürfen. Wäre der Willevorhanden gewesen, dann hätte man diese Herausforderungen in der Enquetekommissiongemeinsam beraten und zu einer Lösung bringen können. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de Leider ist aber offensichtlich nicht der Wille da gewesen, die Tagespolitik hinter sich zulassen, um wirklich für die Zukunft zu schmieden. Es ist enttäuschend, dass dieregierungstragenden Fraktionen respektlos die Arbeit der Kommission ignorierten, wenn esum die schnelle Lösung aktueller einzelner Probleme ging. Und es ist ebenso enttäuschend,dass sich Politiker der Opposition mehr der kurzfristigen politischen Profilierung verschriebenhaben, als der Erarbeitung nachhaltiger Lösungen grundlegender Problemkomplexe.Wir haben schon bei der Einsetzung der Kommission und des Sonderausschusses deutlichgemacht, dass die Zweiteilung nur funktionieren kann, wenn die Themen klar abgegrenzt sindund wenn klar ist, dass der Sonderausschuss die kurzfristigen Sachen macht und dieEnquetekommission die längerfristigen. Dass man dieses so gut wie gar nicht beachtet hat,dürfte maßgeblich zum scheitern der Enquetekommission beigetragen haben.Heute müssen wir dazu Stellung nehmen, dass die CDU und die FDP die Enquetekommissionbeerdigen wollen. Die Entscheidung ist nicht leicht. Denn eine Enquetekommission ist jaeinerseits eigentlich das richtige Mittel, um die grundlegenden Probleme anzugehen. DieProbleme werden jetzt nicht mit der Kommission beerdigt, und werden uns stattdessenjetzt tröpfchenweise in den Ausschüssen heimsuchen. Dort werden wir dann unter weitschlechteren Rahmenbedingungen und größerem zeitlichen Druck die Kommissionsarbeitnachholen müssen – als erstes mit dem CDU-Entwurf zum kommunalen Verfassungsrecht.Man darf bezweifeln, dass sich so nachhaltige Lösungen für grundlegende Problemeerarbeiten lassen.Andererseits sehen wir aber auch, dass die dahin siechende Enquetekommission mit derignoranten und opportunistischen Einstellung der Fraktionen zu ihrem Arbeitsauftragzum scheitern verurteilt ist. Deshalb werden wir uns bei der Abstimmung über das Endeder Enquetekommission der Stimme enthalten. Möge sie in Frieden ruhen, und hoffentlichirgendwann wiederauferstehen, wenn die Menschen klüger geworden sind. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de