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Christel Happach-Kasan: "Die Landesregierung verabschiedet sich von der Leukämiekommission"
F.D.P. L a n d t a g s f r a k t i o n Schleswig-Holstein 1 Christian Albrecht Pressesprecher V.i.S.d.P. F.D.P. Fraktion im Schleswig- Holsteinischen Landtag Landeshaus, 24171 Kiel Nr. 53/2000 Postfach 7121 Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497 Kiel, Mittwoch, 21. Februar 2001 E - Mail: fraktion@fdp-sh.de Internet: http://www.fdp-sh.de Leukämie in der Elbmarsch/LeukämiekommissionChristel Happach-Kasan: „Die Landesregierung verabschiedet sich von der Leukämiekommission“Einen Glückwunsch zum „mentalen Abschied von der Leukämie- kommission“ hat die lauenburgische F.D.P.-Abgeordnete und umwelt- politische Sprecherin ihrer Fraktion, Dr. Christel Happach-Kasan, an Presseinformation die Landesregierung gerichtet:„Während die Leukämiekommission auf Grund angeblicher Funde von Alpha- und Betastrahlern laut nach der Gefahrenabwehr rief, wertete Energiestaatssekretär Wilfried Voigt (Bündnis90/Die Grünen) die Daten der zugrundeliegenden Arbeit als nicht belastbar. Damit demonstrierte er Unabhängigkeit von den Empfehlungen der Leukämiekommission und sprach ihr gleichzeitig die Kompetenz ab, den Bericht wissenschaftlich beurteilen zu können - ein schwarzer Tag für die Kommission.Staatssekretär Voigt interpretiert Gefahrenabwehr inzwischen als die Aufgabe, das international renommierte Forschungsinstitut GKSS gegen die Vorwürfe dilettierender Kernkraftgegner in Schutz zu nehmen.“ Vor den Mitarbeitern der GKSS kündigte er an: „ ... wenn es keine Hinweise auf GKSS gibt, dann reagieren wir mit aller Schärfe.“ Diese Drohung gegen die Kernkraftgegner ist schon ungewöhnlich“, stellte Frau Happach-Kasan fest. Gleichwohl habe die Landesregierung nicht den Mut, die Vorwürfe selbst zu untersuchen. „Obwohl die kerntechnischen Anlagen in Schleswig-Holstein stehen, hat Niedersachsen die Nachuntersuchung veranlasst und den Bericht von den heißen Teilchen als heiße Luft entlarvt.“In einer Kleinen Anfrage fragt die Lauenburgische F.D.P.-Abgeordnete, Dr. Christel Happach-Kasan, nach dem Bericht des Diplomingenieurs Heinz Werner Gabriel, den dieser auf der letzten Sitzung der Leukämie- Fachkommission vorgestellt hat. Sie fragt nach den Gründen für die negative Bewertung des Berichts durch die Landesregierung, der Aussagekraft der Daten und der Folgerichtigkeit ihrer Interpretation.„Die Brisanz des Berichts liegt in der Hypothese eines Störfalls diesmal des Forschungsreaktors, der den Fund heißer Teilchen erklären soll. Doch gibt es sie? Es wäre nicht das erste Mal, dass angeblich 2 sensationelle Daten sich in Luft auslösen oder naheliegende Erklärungen finden“, so Frau Happach-Kasan.„Die Gutachten zur Widerlegung der verschiedensten Hypothesen füllen inzwischen Aktenschränke: Die vermeintlich hohe Konzentration von Tritium in Baumscheiben erwies sich bei der Nachuntersuchung als „chemisches Artefakt“. Das Cäsium im Regenwasser von Tesperhude stammte nachweislich aus der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl, die Plutoniumkonzentration im Hausstaub in Häusern in der Umgebung von Geesthacht stammte aus dem Fallout von Kernwaffentests und entspricht der in anderen Regionen Deutschlands.Die Ursache der Erkrankung von 5 Kindern an Leukämie in der südlichen Elbmarsch, die mit o.g. Hypothese erklärt werden sollten, wurde bereits 1995 durch eine Fallkontrollstudie des Instituts für Medizinische Statistik und Dokumentation der Universität Mainz geklärt, jedenfalls soweit eine Aufklärung im Nachhinein möglich ist. Die Gutachter fanden Hinweise für eine Bestätigung der nach einem angesehenen britischen Krebsforscher benannten „Greaves-Hypothese“, jedoch keine Hinweise auf eine irgendwie geartete Verursachung durch die Kernanlagen in Geesthacht.“