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Ekkehard Klug zur Weiterentwicklung des Gymnasiums
F.D.P. L a n d t a g s f r a k t i o n Schleswig-Holstein 1 Christian Albrecht Pressesprecher V.i.S.d.P. F.D.P. Fraktion im Nr. 95/2001 Schleswig- Holsteinischen Landtag Landeshaus, 24171 Kiel Kiel, Mittwoch, 21. März 2001 Postfach 7121 Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497 Sperrfrist: Redebeginn E - Mail: fraktion@fdp-sh.de Internet: http://www.fdp-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!In seiner Rede zu TOP 21 (Weiterentwicklung des Gymnasiums) sagte der bildungspolitische Sprecher der F.D.P.-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug:„Über das Thema „Weiterentwicklung des Gymnasiums“ nachzudenken, ist ein lobenswertes Bemühen. Presseinformation Das gilt um so mehr für eine Situation, da die Landesregierung soeben mit ihrem einzigen Vorhaben in diesem Bereich, den Modellversuchen zum „Turbo-Abitur“, Schiffbruch erlitten hat.Wie konnte es auch anders sein: Mit undurchdachten Versuchs- konzepten, schlechter Vorbereitung und einer Begleitmusik von Seiten der Ministerpräsidentin, die das „Abitur in 12 Jahren“ im September letzten Jahres auf einer Veranstaltung der IHK und der Unternehmensverbände mit der Bemerkung verband, „bei der Bildung müssten auch Abstriche einkalkuliert werden“ (KN vom 22. 09. 2000).Mit einem „Abitur light“ wird man Eltern kaum dazu bewegen können, ihre Kinder zu solchen Schulversuchen anzumelden.Die F.D.P. setzt sich seit langem für eine generelle Einführung des „Turbo-Abiturs“ in den Gymnasien ein - allerdings mit einer Reihe von Vorgaben, die die Qualität gymnasialer Bildungsabschlüsse. Ich habe das in früheren Landtagsdebatten bereits im Detail erläutern und möchte dies jetzt nicht wiederholen - auch deshalb, weil ich sonst in fünf Minuten Redezeit nichts mehr zu den anderen Punkten des CDU-Antrages sagen könnte.Die Verbreiterung der Abiturprüfung auf fünf Prüfungsfächer ist eine Forderung, die wir Liberale bereits in unserem Landtagswahlprogramm erhoben haben. Auch insoweit kann ich Übereinstimmung mit dem Antrag feststellen.Ansonsten habe ich allerdings mit dem vorliegenden Antragstext einige Probleme.Vieles ist so unpräzise formuliert, dass ich nicht zu erkennen vermag, was die Antragsteller wollen - und wie sie es wollen. 2Beispiel 1:Die Kritik an der reformierten Oberstufe. Was will uns der Dichter hier sagen: Soll das Kurssystem abgeschafft und generell der Klassenverband wieder eingeführt werden? Falls die Union dies meint, sollte sie dies auch konkret zur Diskussion stellen.Beispiel 2:Der Antrag fordert, dass manche Fächer vermehrt unterrichtet werden sollen: die Naturwissenschaften, die Fremdsprachen, „Inhalte der ökonomischen Bildung“ sowie erweiterte Orientierungshilfen für das Studium. Und das alles in einem Schuljahr weniger: Es stellt sich also die Frage, was wegfallen soll - oder ob die CDU die 40-Stunden- Unterrichtswoche einführen will. Eine allgemeine Floskel wie die „Straffung der Lerninhalte“ halte ich als Lösungsangebot für nicht sehr überzeugend.Ich gebe Ihnen ein Beispiel, was man konkret machen könnte: In der Oberstufe werden die „Projektkurse“ und der „Vertiefende Unterricht“ gestrichen. Die dafür bislang vorgesehenen Stunden nimmt man, um mehr mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht verbindlich vorzuschreiben.Im übrigen gehören Projektarbeit und Methodenvermittlung - die wir Liberale uns natürlich auch wünschen - in die einzelnen Unterrichtsfächer und nicht in gesonderte Kursangebote.Diese von der F.D.P. bereits seit langem erhobene Forderung ist geeignet, die mathematisch-naturwissenschaftliche Grundbildung zu stärken.Daneben sollte es aber auch besondere Schwerpunkt-Gymnasien geben, an denen mathematisch-naturwissenschaftliche Leistungszentren eingerichtet werden: „Leuchttürme für die Naturwissenschaften“, wie es die Arbeitgeberverbände gefordert haben; Schulen, die in diesem Bereich ein besonderes Unterrichtsangebot und ein herausgehobenes Leistungsprofil entwickeln. In ähnlicher Weise sollten andere Gymnasien dann ihr Profil in anderen Unterrichtsfächern bzw. Fächergruppen schärfen.Das wären - in der Kürze der Zeit - schon einmal zwei Vorschläge, die etwas konkreter auf die Weiterentwicklung des Gymnasiums eingehen als der vorliegende Antrag. Dieser Antrag ist nach meiner Auffassung in manchen Teilen viel zu nebulös, so dass ich Ausschussüberweisung empfehlen möchte.“