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Heiner Garg: Das Tragen eines Nerzmantels ist für mich nicht Ausweis für exzellenten Geschmack, sondern eine ausgemachte Geschmacklosigkeit!
F.D.P. L a n d t a g s f r a k t i o n Schleswig-Holstein 1 Christian Albrecht Pressesprecher V.i.S.d.P. F.D.P. Fraktion im Nr. 153/2001 Schleswig- Holsteinischen Landtag Landeshaus, 24171 Kiel Kiel, Donnerstag, 10. Mai 2001 Postfach 7121 Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497 Sperrfrist: Redebeginn E - Mail: fraktion@fdp-sh.de Internet: http://www.fdp-sh.de Es gilt das gesprochene Wort!Heiner Garg: Das Tragen eines Nerzmantels ist für mich nicht Ausweis für exzellenten Geschmack, sondern eine ausgemachte Geschmacklosigkeit!In seinem Debattenbeitrag zu TOP 14 (Pelztierhaltung) sagte der Presseinformation tierschutzpolitische Sprecher der F.D.P.-Landtagsfraktion, Dr. Heiner Garg:„Es geht um viel mehr als um die verbliebenen Pelztierfarmen in Schleswig-Holstein.Es geht auch um viel mehr als um die dort über 35.000 eingepferchten Tiere.Es geht um den eklatanten Widerspruch zwischen der zum Teil skurrile Züge annehmenden Tierliebe einerseits und dem achtlosen ja verachtenden Umgang mit dem Mitgeschöpf Tier andererseits.Zu allen Zeiten und in jeder Kultur lebten und leben Menschen nicht nur mit sondern auch von Tieren.Fleisch, Milch und Eier dienten und dienen der Ernährung. Häute und Felle wurden zum Schutz vor Kälte, Nässe und Hitze verwendet.Das ist auch völlig in Ordnung. Wir unterscheiden heute fein säuberlich zwischen Nutz- und Haustieren.Hund, Katze oder Ziervogel wird in vielen Fällen unsere ganze Liebe und Aufmerksamkeit zu Teil. Sie vertreiben uns die Einsamkeit sind Spielkameraden oder erfreuen uns ganz einfach durch ihr Dasein.Verantwortungsvolle Halter vor Haustieren respektieren den individuellen Charakter ihrer Pfleglinge, deren Anforderungen an eine artgerechte Ernährung und Unterbringung.Wir freuen uns, wenn uns unser Hund schwanzwedelnd begrüßt – weil er Freude empfindet. 2 Wir ängstigen uns, wenn er jämmerlich jault – weil er Furcht oder Schmerz empfindet.Freude, Furcht oder Schmerz empfinden aber nicht nur Hund und Katze – nein auch der Nerz oder das Chinchilla.Aber genau hier machen wir einen fein säuberlichen Unterschied.Die Einteilung in Haus- und Nutztiere wird in der Realität zum Urteil darüber, ob ein Lebewesen wertvoll oder eben weniger wertvoll ist.Konkret heißt das: Kräuterbisquit für die wertvolle gesellige Ziervogelschar und Antibiotikacocktail für das weniger wertvolle Mastgeflügel.Tierfriedhof mit gepflegter Ruhestätte für den einst wertvollen Freund und Massenscheiterhaufen für das weniger wertvolle Klauenvieh.Diesen eklatanten Widerspruch überwinden wir nicht, indem wir von einem Extrem ins andere verfallen.Wir überwinden ihn nur, wenn wir uns klarmachen, dass auch und gerade die Tiere, die wir zu unserem Nutzen halten unseren Respekt verdienen.Das heißt sie artgerecht zu halten und zu ernähren. Das heißt in der Konsequenz auch, sie so zu töten, dass ihnen quälender Stress und Schmerz erspart bleibt.Die derzeit praktizierte Pelztierhaltung ist jedoch das genaue Gegenteil.Sie ist eine respektlose Perversion.Dass es auch anders geht, beweisen unsere Nachbarländer wie die Niederlande, Österreich und ausgerechnet Großbritannien in denen die Pelztierhaltung mittlerweile ganz verboten ist bzw. kurz vor dem Verbot steht.Tätig wurden aber auch die Landesregierungen von Hessen, Nordrhein- Westfalen und Bayern, indem strenge Haltungsvorschriften erlassen wurden. Diese Vorschriften, die einer gewissen Logik folgen, weil sie sich beispielsweise an den Vorschriften zur Haltung von amerikanischen Nerzen in Zoos und Tiergärten orientieren, sind der richtige Ansatz, um der Perversion ein Ende zu bereiten.“