Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Bernd Schröder zu TOP 35: Metropolregion Hamburg: Erfolgreiche Zusammenarbeit
Sozialdemokratischer InformationsbriefLandtag Kiel, 11.05.2001aktuell Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: RedebeginnBernd Schröder zu TOP 35:Metropolregion Hamburg: Erfolgreiche ZusammenarbeitDer im November 1991 gefasste Beschluss einer verstärkten langfristigen Zusammenarbeit mit der Erarbeitung eines länderübergreifenden regiona- len Entwicklungskonzeptes für die Metropolregion Hamburg ist ein wichti- ger und richtiger zukunftsorientierter Schritt gewesen.Die Fortschreibung des regionalen Entwicklungskonzeptes mit dem REK 2000 (Regionales Entwicklungskonzept) unterstreicht die besondere Be- deutung der Metropolregion Hamburg im nationalen und europäischen Wettbewerb. Die Metropolregion hat auch für Schleswig-Holstein in vielen nicht nur wirtschaftlichen Belangen lebenswichtige Funktionen.In der Metropolregion geht es um die kontinuierliche Entwicklung, es geht um die Abstimmung von Konzepten und Projekten, und es geht auch – und diesen Teil sollte man nicht gering schätzen – um die Einbindung der Bevölkerung in dieser Region. Hier gab es in der Vergangenheit sicher auch Defizite. Umso mehr ist zu begrüßen, dass in diesem Jahr viele Ver- anstaltungen in Hamburg und in den Flächenländern für die Bürgerinnen und Bürger stattfinden sollen. Am 14. Juli findet ein großes Fest der Met- ropolregion in Hamburg statt, zu dem alle Bürgerinnen und Bürger einge- Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-laden sind. Auch die Entwicklung eines Logos für die Metropolregion dient der Identifizierung mit der Region.Denn über eine besondere Herausforderung muss man sich bei dieser Aufgabe im Klaren sein: Es sind an der Entwicklung der Metropolregion Partner beteiligt, die immer auch ihre eigenen Interessen haben. Das gilt für Hamburg, das gilt für Niedersachsen und für Schleswig-Holstein. Und das gilt nebenbei – um das noch weiter herunterzubrechen – bezogen auf die Metropolregion natürlich auch für die beteiligten Kreise und Regionen in Schleswig-Holstein.Aber die Interessen Schleswig-Holsteins, Hamburgs oder Niedersachsens müssen nicht immer deckungsgleich sein – es gibt auch immer wieder ganz unterschiedliche Interessenlagen. Und das macht eigentlich schon klar, worum es in der Metropolregion Hamburg eigentlich geht: Es geht bei der Entwicklung dieser Region konkret darum, die Interessen und die Ziele der beteiligten Partner zu verbinden und zu harmonisieren.Damit ist aber im Grunde das Ziel der Metropolregion beschrieben: Es geht, wie es auch im REK 2000 heißt, um die „idealtypische Zusammenar- beit im Sinne einer gemeinsamen Planung und Interessenvertretung in ei- nem gemeinsamen Wirtschaftsraum“. Dass diese Idee im Konzept richtig angegangen wird, zeigt auch die Auszeichnung im Bundeswettbewerb „Regionen der Zukunft“ auf der Weltkonferenz Urban 21 im Juli letzten Jahres mit einem ersten Preis.Nun ist natürlich auch klar, dass bei der Entwicklung der Metropolregion nicht der Weg das Ziel sein kann. Es kann dort also nicht um des Planens willen geplant werden – die Synergieeffekte müssen in dem gemeinsamen Wirtschaftsraum schon sichtbar werden, und sie müssen Ergebnisse brin- gen. -3-Und genau daran wird in der Metropolregion – wie ich meine mit Erfolg – gearbeitet. Beispielsweise in Form zahlreicher REK-Leitprojekte in den Be- reichen Natur- und Umweltschutz, z.B. das Projekt Höltingbaum, ein ge- meinsam genutztes Naturschutzgebiet. Die Flughafenanbindung nach Norden, der zweigleisige Ausbau der AKN-Strecke, die Elektrifizierung der Strecke Hamburg-Lübeck und viele weitere Projekte auch im Tourismus und in der Naherholung.Die weit bedeutenderen Projekte im Sinne eines gemeinsamen Wirt- schaftsraums sind jedoch zweifellos gemeinsame Projekte der Wirtschafts- förderung und des Regionalmarketings – beides läuft nicht mehr gegen- einander wie früher, sondern miteinander unter einer gemeinsamen Ziel- setzung.Das gilt für zahlreiche andere Projekte aus dem Bereich Wirtschaft auch. Als Beispiele will ich hier nur nennen: • die gemeinsame Vermarktung des Technologiestandorts Nord- deutschland • die Zusammenarbeit Schleswig-Holsteins und Hamburgs in Fel- dern der Schwerpunkttechnologie • den gemeinsamen Innovationsfonds Schleswig-Holstein/ Ham- burg, der inzwischen für die Förderung und die Neugründung von Unternehmen in Schleswig-Holstein eine wichtige Rolle spielt. • Im Bereich der Baumschulen, der Landwirtschaft, ist ein „grünes Zentrum“ in Thiemsen geplant, das ein Kompetenzzentrum der Metropolregion für diesen Bereich werden wird. -4-Die Reihe der Beispiele für konkrete gemeinsame Projekte ließe sich wei- ter fortsetzen – auch für die Bereiche der Bildung, der Wissenschaft, des Verkehrs und der Infrastruktur und der gemeinsamen arbeitsmarktpoliti- schen Anstrengungen.Abschließend will ich nur noch ein Projekt nennen, das das Ziel und Er- gebnis der Entwicklung einer Metropolregion Hamburg besonders deutlich macht: Es ist das Projekt Airbus A 380. Ich brauche nicht besonders zu be- tonen, dass Schleswig-Holstein in besonderem Maß davon profitieren wird, wenn es mit dem Bau des A 380 in Finkenwerder losgeht. Klar aber ist auch, dass Hamburg die erforderliche Erweiterung des Airbus-Geländes in Finkenwerder mit der sicherlich auch problematischen teilweisen Zuschüt- tung des Mühlenberger Lochs nicht hätte realisieren können, wenn Schleswig-Holstein nicht die notwendigen Ausgleichsflächen zur Verfü- gung gestellt hätte.Das heißt also: Die Kooperation Hamburgs und Schleswig-Holsteins im Sinne eines gemeinsamen Wirtschaftsbereichs war beim Projekt A 380 von einem Ergebnis ge- krönt, das für die Metropolregion schon so etwas wie ein Paukenschlag ist. Solche Er- gebnisse würde ich mir häufiger wünschen, doch auch die beharrliche und konsequen- te Weiterentwicklung der vielen kleinen Projekte der Metropolregion Hamburg wird sich für die Menschen, die in dieser Region leben, am Ende auszahlen.