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Ein subventionierter Arbeitsplatz ist viel besser als gar keiner
Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82 SSW-LandtagsvertretungPRESSEINFORMATION Norderstr. 74 D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05 Kiel, d. 13.07.2001 Silke Hinrichsen Es gilt das gesprochene WortTOP 26 Keine Verdrängung regulärer Arbeitsplätze (Drs. 15/1073)Die Regierungsparteien im Bundestag haben Ende Mai eine Reform der Arbeitsförderungangekündigt: sie heißt Job-AQTIV. Wer sich heute das entsprechende Papier ansieht, kann sich einigeTage nach den Äußerungen des Bundeskanzlers zu den Arbeitslosenzahlen das Lächeln nichtverkneifen: die positive Situationsbeschreibung im Arbeitspapier stimmt einfach nicht mehr. Das Ziel,die Zahl der Arbeitslosen unter die 3,5 Mio-Marke zu drücken, hat der Bundeskanzler inzwischenweitgehend aufgegeben. Die Arbeitsförderung ist also notwendiger denn je. 3,5 Millionen Menschensind 3,5 Millionen Schicksale. Wir dürfen nicht vergessen, was sich hinter der dürren Statistikverbirgt: Menschen, die durch lange Arbeitslosigkeit finanziell unter die Räder kommen können undderen Selbstwertgefühl mit jedem Tag der Arbeitslosigkeit geringer wird. Wir müssen also alles tun,damit die Zahl der Arbeitslosen reduziert wird; und zwar deutlich reduziert wird.Wer die Realität in unseren Arbeitsämtern kennt, weiß, dass Reformen dringend notwendig sind. DerSSW begrüßt ausdrücklich, dass die Regierungsfraktionen endlich Nägel mit Köpfen machen und dieArbeitsförderung verbessern wollen, indem der Schwerpunkt auf aktive Maßnahmen gelegt wird.Diese Wende in der Arbeitsförderung wird sicherlich von allen Fraktionen gut geheißen.Mit dem neuen Programm Job-AQTIV soll statt endloser und teurer Reaktionsmaßnahmen Arbeits-losigkeit von vornherein vermieden werden. Arbeitnehmer, die von Kündigung bedroht sind, habenbeispielsweise zukünftig Anspruch auf Qualifizierung, damit sie ihren Arbeitsplatz behalten odergleich auf einen neuen wechseln können. Zu der Arbeitsförderung neuen Typs gehört ausdrücklich Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de auch der Erwerb von Sprachkenntnissen und Auslandserfahrungen. Ein entsprechender Gesetzesantragdes Saarlandes im Bundesrat wurde noch vor einigen Monaten seitens der Bundesregierung abgelehnt.Nicht zuletzt für uns im Grenzland ist dieser Sinneswandel sehr gut. Er ist überfällig, denn inDänemark sind viele interessante Stellen auch für Deutsche vorhanden. Solange aber entsprechendeVorbereitungskurse in Dänemark von deutschen Arbeitsämtern nur in Ausnahmenfällen genehmigtwerden, werden nur wenige Arbeitnehmer diese guten Chancen auch wirklich nutzen.Aber der vorliegende Antrag betrifft einen anderen Punkt des neuen Gesetzes: Es geht um dengeplanten Wegfall des sogenannten „Zusätzlichkeitskriteriums“. Dieses Kriterium soll garantieren,dass öffentliche Arbeitsbeschaffung privaten Unternehmen nicht das Wasser abgräbt. Es kann nichtsein dass Privatfirmen in die Knie gehen, weil sie bei den indirekt subventionierten Preisen nichtmithalten können.Aber man sollte das rot-grüne Papier schon genauer lesen: Die Regierungsfraktionen wollen nur dannAusnahmen vom Zusätzlichkeitskriterium zulassen, wenn der Verwaltungsausschuss des Arbeitsamtesdem zustimmt. Der Verwaltungsausschuss ist mit Arbeitnehmer- und Arbeitnehmerinnenvertreternund Vertretern der Arbeitgeber besetzt. Wenn also der Verwaltungsausschuss eine Ausnahme vomZusätzlichkeitskriterium ermöglicht, dann kann man sicher sein, dass dieses Gremium den regionalenMarkt kennt und sich der Konsequenzen seiner Entscheidung bewusst ist. Traut die CDU-Fraktiondiesen Entscheidern nicht über den Weg? Dieser Eindruck drängt sich auf. Wenn also einWirtschaftsunternehmen - wohl gemerkt, es geht hier nicht um öffentliche Arbeitgeber – Arbeits-beschaffungsmaßnahmen anbietet, dann entscheidet der Verwaltungsausschuss. Was wir bemängeln,ist der große Abstand der Sitzungen der Verwaltungsausschüsse, die in der Regel nur ein paar Mal imJahr tagen. Das muss unbedingt verbessert werden, damit schnelle Reaktionen erfolgen können.In der Begründung des CDU-Antrages wird noch einmal auf die Priorität des ersten Arbeitsmarkteshingewiesen. Jeder Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt ist besser als ein subventionierterArbeitsplatz, aber ich mochte an dieser Stelle noch einmal klarstellen: ein subventionierterArbeitsplatz ist immer noch sehr viel besser als gar keiner. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de