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26.09.01 , 13:00 Uhr
B 90/Grüne

Monika Heinold: Freiwilliges Engagement ist das soziale Kapital unserer Gesellschaft

PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus Es gilt das gesprochene Wort! Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
TOP 11 - Ehrenamt - Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 Dazu sagt die Parlamentarische Geschäftsführerin Mobil: 0172/541 83 53 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Monika Heinold: Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 251.01 / 26.09.2001


Freiwilliges Engagement ist das soziale Kapital unserer Gesellschaft
Das Jahr 2001 ist das Internationale Jahr der Freiwilligen und der Lokalen Agenda 21. Ein guter Anlass, im Rahmen einer Großen Anfrage, einmal genau hinzuschauen, wel- che Bedeutung ehrenamtliche Tätigkeit in unserem Bundesland hat.
Das klassische „Ehrenamt“ befindet sich im Umbruch. Statt sich einer Aufgabe über ei- nen langen Zeitraum fest zu verschreiben, gibt es immer mehr Bürgerinnen und Bürger in unserer Gesellschaft, die außerhalb ihrer beruflichen Tätigkeit und außerhalb ihres rein privaten Bereichs Verantwortung übernehmen, und zwar nicht nur im Rahmen von Orga- nisationen, Institutionen und fest umrissenen Initiativen, sondern auch unorganisiert, spontan, in zeitlich begrenzten Projekten und Netzwerken.
Erfreulich ist, dass junge Menschen eine besonders aktive Gruppe in unserer Gesell- schaft sind. Der Anteil ist in einigen Tätigkeitsbereichen, wie z.B. im Sport oder in der Wasserrettung so groß, dass diese ohne das Engagement Jugendlicher nicht auskom- men. Beispiele für ein freiwilliges Engagement von Schülerinnen und Schüler in Schles- wig-Holstein sind die Projekte „Schüler helfen Leben“, „Sozialer Tag“ und das „Zeit- Sprung-Projekt".
Die Landesregierung unterstützt mit erheblichem finanziellen Aufwand unterschiedlichste Vereine und Organisationen. Besonders zu nennen ist das Diakonische Werk und der Landessportverband.
Zur Förderung des Ehrenamtes hat die Landesregierung einige Projekte entwickelt und gefördert: „Fit für Mitbestimmung“ soll Schülerinnen und Schülern mehr Schlüsselqualifi- kationen für Gremienarbeit an die Hand geben. „Fit für Führung“ ist ein Fortbildungskon- zept speziell für Frauen. Es soll ihnen den Einstieg in Führungspositionen im Rahmen von Ehrenamt erleichtern. Das Ehrenamt und seine Bedingungen ändern sich in dem Maße, wie sich auch unsere gesellschaftlichen Strukturen verändern. So gibt es verstärkt Diskussionen über „Corpo- rate Citizenship“ oder „Social-Sponsoring“, die ich als Vorsitzende des Vereins für Ju- gend- und Kultur in Segeberg auch in den eigenen Reihen führe. Diese neue Form von gemeinnützigem Unternehmerengagement kann in Zeiten knapper Kassen entscheidend dazu beitragen, Projekte zu ermöglichen, die anderenfalls nicht realisierbar wären.
In Schleswig-Holstein gibt es etwa 400 Stiftungen. Im Herbst werden sie erstmals in ei- nen Stiftungsbuch gemeinsam aufgeführt. Dank rot-grüner Regierungspolitik wurde im letzten Sommer die Stiftungsförderung neu geregelt, um deren finanzielle Ausstattung zu verbessern.
Entscheidend ist jedoch die Motivation der Bürgerinnen und Bürger zu persönlichem Engagement in der Gesellschaft. Sie kann man nicht verordnet werden. Sie lässt sich aber- dieses haben eine Reihe von Studien belegt- durch Rahmenbedingungen positiv beeinflussen. Der Politik kommt die Aufgabe zu, den richtigen Weg zu finden zwischen staatlicher Zurückhaltung und produktivem Einmischen. „Freiwilliges Engagement“ kann angeregt, gefördert und vernetzt, aber nie vollständig erfasst, geplant und verwaltet werden. Die Landesregierung hat in acht Punkten zusammengefasst, wie eine solche konstruktive Unterstützung von Seiten der Politik aussehen kann:
• Abbau bürokratischer und rechtlicher Barrieren für das freiwillige Engagement; • Abbau der mit freiwilligem Engagement für den Einzelnen verbundenen Nachteile; • Stärkung der gesellschaftlichen Anerkennung dieses Engagements; • Stärkere Einbeziehung der Wirtschaft, u.a. durch Social-Sponsoring, Fundraising oder Anwendung von Modellen im Rahmen von „Corporate Citizenship“; • Vermittlung der Bedeutung freiwilligen Engagements an Jugendliche; • Ausbau einer lokalen Infrastruktur von Informations- und Kontaktstellen; • Erweiterung der Handlungs- und Gestaltungsräume für bürgerliches Engagement; • Aufbau eines landesweiten Informationsnetzes für engagierte Menschen.
Ehrenamt, bürgerliches Engagement und Selbsthilfe sind unverzichtbare Voraussetzun- gen für eine gelebte Demokratie und für ein humanes Miteinander aller Menschen in un- serem Land. Toleranz und Verantwortungsbewusstsein bilden das soziale Kapital unse- rer Gesellschaft. Deshalb danke ich den vielen Menschen, die sich freiwillig engagieren, und die damit unsere Gesellschaft ein Stück lebens- und liebenswerter machen.
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