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Ekkehard Klug: Der Lehrerbildung droht Entprofessionalisierung
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 334/2001 Vorsitzender Dr. Christel Happach-Kasan, MdL Stellvertretende Vorsitzende Kiel, 28. September 2001 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Dr. Heiner Garg, MdLLehrerbildung Günther Hildebrand, MdLEkkehard Klug: Der Lehrerbildung droht www.fdp-sh.de Entprofessionalisierung In der Landtagsdebatte zu TOP 30 („Zukunft der Lehrerbildung“) erklärte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug:„Nachdem bereits für die Schüler nicht mehr die Qualität der Bildung gewähr- leistet wird, die sie eigentlich bräuchten, scheinen Gerechtigkeitsfanatiker jetzt auf den Gedanken zu kommen, auch Lehrer sollten nicht mehr die qualifizierte Bildung erhalten, die angesichts erhöhter Anforderungen erforderlich ist.Die Verschlechterung der Qualität des Lehramtsstudiums, ja die Entprofessionalisierung der Lehrerbildung sind heute reale Bedrohungen für ein leistungsfähiges Schulwesen.Solche Tendenzen gibt es nicht nur in NRW, wo aufgrund eines Kommissionsbericht über die Abschaffung eigenständiger Lehramts- Studiengänge diskutiert wird.Der Senat der Universität Flensburg hat am 12. September ein Papier beschlossen, das auf die Abschaffung einer differenzierten, schulartspezifischen Lehrerbildung hinausläuft.Nach Vorstellungen der Flensburger Uni soll es künftig in einer einphasigen Lehrerausbildung nur noch zwei Lehrämter geben, eines mit Grundschulschwerpunkt für die Klassenstufen 1 bis 10 und eines für den Sekundarbereich, die Klassenstufen 5 – 13.In keinem anderen akademischen Beruf käme man heute auf die Idee, die aus guten Gründen vollzogene Spezialisierung abzuschaffen. Dass es Fachärzte für spezielle Bereiche der Medizin gibt oder Rechtsanwälte für Spezialgebiete des Rechtswesens, sehen wir als Selbstverständlichkeit an. Vor anderthalb Stunden haben wir noch in der ersten Plenardebatte dieses Sitzungstages über mehr Professionalisierung in der Ausbildung von Pflegekräften diskutiert.Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: fraktion@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Wer glaubt, für den Lehrerberuf genüge ein mehr oder weniger vereinheitlichtes Studium, das nur notdürftig mit ergänzenden Inhalten für spezielle Anforderungsbereiche angereichert sein müsse, der befindet sich auf einem Holzweg. Solche Pseudo-Reformpläne führen nur zu einer weiteren Verschlechterung der Schulbildung.Bedenken sind ebenfalls angebracht, wenn die CDU-Landtagsfraktion die zweite Phase der Lehrerbildung schwächt.Eine Angliederung des IPTS und damit auch der bislang in der zweiten Phase der Lehrerbildung anfallenden Aufgaben an die Hochschulen birgt die Gefahr, dass Praxisbezug in diesem Teil der Ausbildung eher verringert als gestärkt wird.Besser wäre es, die zweite Phase der Lehrerbildung, d.h. die Referendarausbildung, wieder durch mehr haupt- als nebenamtliche Studienleiter durchführen zu lassen.Die hauptamtlichen Studienleiter sollten nach Möglichkeit auch in gewissen Abständen auf Zeit in andere Tätigkeiten im Hochschul- und Schulbereich wechseln und damit gewissermaßen eine „Scharnierfunktion“ zwischen Wissenschaft und Schulpraxis übernehmen. Ein solcher Austausch bietet eine wesentlich bessere Voraussetzung für eine wechselseitige Befruchtung zwischen „Theorie“ und „Praxis“ als das Modell der CDU, weil Erfahrungen und Kenntnisse aus diesen Bereichen damit besser für den jeweils anderen Sektor nutzbar gemacht werden können.Durch mehr hauptamtliche Studienleiter könnte das IPTS auch die Fortbildungsaufgaben besser als bisher wahrnehmen. Neben dem IPTS sind in der Fortbildung der Lehrer auch verstärkt andere geeignete Anbieter einzubeziehen. In dieser Hinsicht teilen wir Liberale die Vorstellungen der CDU. Das von der Union vorgeschlagene Modell der „Fortbildungsgutscheine“ für Lehrer bedarf jedoch einer eingehenden Prüfung. Zumindest dürften solche Fortbildungsgutscheine nicht, wie es die Union vor einiger Zeit einmal öffentlich gefordert hat, auf Einheitsbeträge pro Lehrkräfte ausgestellt werden. Fortbildung für Lehrer der berufsbildenden Schulen, etwa im gewerblich-technischen Bereich, z.B. in den IT-Fächern, ist nun einmal nicht zum gleichen Preis zu bekommen wie Fortbildungsangebote für Grundschullehrer. Einheitliche Kopfbeträge für Fortbildungsmaßnahmen sind daher nicht sachgerecht.“Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: fraktion@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/