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Karl-Martin Hentschel: Die Weichen für die Schienenzukunft sind gestellt
PRESSEDIENST Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 33 - Bahnpolitisches Konzept - Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: 0431/988-1503 Dazu sagt der Vorsitzende Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Karl-Martin Hentschel: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de Nr. 292.01 / 19.10.2001 Die Weichen für die Schienenzukunft sind gestelltDas vorliegende bahnpolitische Konzept basiert auf den beiden Koalitionsverträgen von 1996 und 2000. Aber dass es gelungen ist, bereits wichtige Schritte in den vergangenen Jahren umzusetzen und merkbare Erfolge zu erzielen, dass ist dem Einsatz der Verkehrsminister zu verdanken, und ich weiß aus persönlicher Erfahrung, dass Minister Rohwer daran mit großen Engagement arbeitet.Die Attraktivität des Schienenpersonenverkehrs in unserem Land muss weiter steigen. Dazu gehört auch, dass Schleswig-Holstein nicht vom Fernverkehr abgekoppelt werden darf.Die Fahrtzeiten im Land sollen verkürzt werden. Eine Fahrtzeit von 55 Minuten zwischen den zwei großen Städten Kiel und Lübeck schafft den Raum für einen Stundenknoten in beiden Städten, gleichzeitig ist dann der Zug schneller als der PKW.Ein wichtiges Ziel ist die Durchfahrt der AKN Linie A1 über Eidelstedt hinaus bis zum Ham- burger Hauptbahnhof. Der Wirtschaftsausschuss hat am 12.7.01 interfraktionell den Ver- kehrsminister beauftragt, darüber mit Hamburg zu verhandeln.Die Übernahme oder alternativ die Bewirtschaftung des Schienennetzes durch das Land ist verkehrspolitisch und ökonomisch sinnvoll. Dann können wir selbst investieren, die Trassen- preise gestalten und den Wettbewerb im Personen- und Gütertransport ankurbeln.Die Entscheidung in Berlin, das Netz im DB-Konzern zu lassen, halte ich für falsch. Vielleicht gelingt es uns trotzdem, das anvisierte Pilotvorhaben in Schleswig-Holstein zu realisieren. Bei den Ausschreibungen von Linien ist Schleswig-Holstein Bundes-Spitzenreiter. Uns ist es gelungen, durch Kostensenkungen mehr Verkehr auf der Schiene zu finanzieren. Wir haben seit 1995 15 Prozent mehr Bahnkilometer und 20 Prozent mehr Fahrgäste - plus 20 Prozent seit 1994 - ein Riesenerfolg für die rot-grüne Verkehrspolitik.Neun stillgelegte Bahnhöfe wurden wieder reaktiviert - und zwar mit erstaunlichen Fahrgast- zahlen. Mal ehrlich, wer hätte es vor fünf Jahren tatsächlich zuglaubt, dass Bahnhöfe wieder geöffnet werden. Davor ging es doch immer nur um das Schließen von Haltepunkten. Mit Nachdruck verfolgen wir die Landesanmeldungen für den Bundesverkehrswegeplan. Ins- gesamt hat Schleswig-Holstein 13 Schienenprojekte angemeldet. Dazu gehören ein Ersatz- bauwerk für die Rendsburger Hochbrücke, das dritte Gleis ab Elmshorn und ab Ahrensburg, der Ausbau Neumünster-Oldesloe als Gütertrasse, damit der Skandinavienverkehr nicht mehr durch den Engpass Hamburg muss und die Elektrifizierung zusätzlicher Strecken.Es ist auch gut, dass die Schienenanbindung des Flughafens Fuhlsbüttel dabei ist. Damit umfasst die Planung alle wichtigen Vorhaben für die zukünftige Infrastruktur, die wir brau- chen, wenn es zu einer massiven Verlagerung von Verkehren kommen soll.Die Ergebnisse des Gutachtens zur Anbindung Kiels an den Hamburger Flughafen im Rah- men der vertiefenden Untersuchungen zum Flughafen Kiel-Holtenau erscheinen uns nicht plausibel. Wenn in den Zügen durchschnittlich nur 23 bzw. 27 Menschen sitzen sollen, dann erscheint das unwahrscheinlich angesichts des Pendlerpotenzials in den Hamburger Norden. Dieses Gutachten sehen wir uns noch mal genau an.Highlights im nächsten Jahr sind die Fortschreibung des Nahverkehrsplans bis 2007, der In- tegrierte Taktfahrplan ab Dezember 2002 und das landesweite einheitliche Tarifkonzept e- benfalls ab Dezember 2002 mit dem Fahrplanwechsel. Die Einführung soll stufenweise erfol- gen, beginnend in den Regionen Lübeck und Kiel.Im Schienenverkehr hat sich viel getan, trotz der Probleme, die wir mit der DB AG haben. Unzufrieden sind wir mit der Situation in Ost-Holstein und der Schienenanbindung für die Menschen dort nach Lübeck und Hamburg.Für den Güterverkehr im Norden von Schleswig-Holstein scheint sich eine Lösung anzubah- nen. Die Umsetzung des Konzeptes MORA Cargo mit dem Rückzug aus vielen Güterverla- destellen soll nun ab dem 2.1.2002 durch die Nordfriesischen Verkehrsbetriebe aus Niebüll ersetzt werden.Die Weichen für die Schienenzukunft sind gestellt. Der Trasse ist noch holperig. Ich wünsche allen, die daran arbeiten: Viel Glück und Erfolg! ***