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Milzbrand-Verdachtsfälle: CDU und FDP handelten unseriös
Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82 SSW-Landtagsvertretung Norderstr. 74 PRESSEINFORMATION D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05 Kiel, d. 14.11.2001 Silke Hinrichsen Es gilt das gesprochene WortTOP 2 Regierungserklärung zu den Milzbrand-VerdachtsfällenAlle Menschen sind klug - die einen vorher, die anderen nachher und die dritten zumindestvom Namen her. Hinterher weiß man immer alles besser, und die Kollegen Kalinka und Klugwissen es offensichtlich am besten. Wirklich weiter gebracht hat es uns aber nicht, dass CDUund FDP kurz nach der erfreulichen Entwarnung gleich unterstellt haben, die Landesregierunghabe unseriös und hysterisch gehandelt.Selbstverständlich macht es Sinn nachher zu fragen, ob man hätte besser reagieren könnenund was man in Zukunft besser machen sollte. Eine vernünftige Selbstkritik ist die einzigsinnvolle Grundlage für eine Weiterentwicklung der Politik. So etwas kann man allerdingsnur seriös betreiben, wenn man die Regierung im damaligen Zusammenhang bewertet undnicht anhand dessen was wir heute wissen.Wenn man den Ablauf der Geschehnisse Revue passieren lässt, wie es die Ministerin bereitsgetan hat, dann kommt man ohne viel Verstand zu dem Schluss, dass man gar nicht andershandeln konnte. Eine frühere Veröffentlichung wäre wirklich Panikmache gewesen, und dasverschweigen eines 98prozentig positiven Befundes wäre ein Entlassungsgrund. Am 2.November nachmittags waren die Milzbrand-Verdachtsfälle zudem in aller Munde und aufallen Kanälen. Dem Interesse an einem möglichst sicheren Befund stand das Interesse der Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de Öffentlichkeit an einer möglichst frühzeitigen Warnung gegenüber. Ich finde, dass dieGesundheitsministerin es gut gehandhabt hat. In der schwierigen Abwägung zwischen Infor-mation und Sicherheit hat sie richtig entschieden.Vielleicht waren die Worte der Ministerpräsidentin etwas voreilig gewählt. Aber es warsicherlich auch schwierig, aus dem fernen China die Lage in Kiel zu bewerten. Für mich istnicht ersichtlich, dass die Regierung in der aktuellen Situation Fehler gemacht hat. Für michist nur offensichtlich, dass zwei Politiker der Opposition danach außerordentlich unseriösreagiert haben.Entscheidend ist, dass wir uns darauf konzentrieren, was beim nächsten mal anders gemachtwerden sollte – auch wenn wir hoffen, dass es niemals eintrifft. Wir haben gelernt, dass zweipositive Tests allein noch nichts über die konkrete Gefahr aussagen. Und wir wissen jetztmehr darüber, wie wir in Deutschland mit solchen Verdachtsfällen umgehen sollten. Wirkönnen jetzt in Schleswig-Holstein selbst den PCR-Test durchführen, es wird ein bundes-einheitliches Verfahren bei Verdachtsfällen entwickelt und andere wichtige Maßnahmenergriffen. Besonders gefällt mir aber, dass in Zukunft ein Weg gefunden werden soll, derparteipolitisches Geplänkel in so wichtigen Situationen von vornherein vermeidet. Ich binzuversichtlich, dass die Verantwortlichen ihres dafür tun, um möglichst viel aus denMilzbrand-Verdachtsfällen in Thüringen und Neumünster zu lernen.Letztlich kann man für eine solche Situation aber nie ganz vorbereitet sein. Deshalb möchteich abschließend den Herren Kalinka und Klug einen Vers von Friedrich Rückert ans Herzlegen:Am Abend wird man klug für den vergang‘nen Tag, doch niemals klug genug für den, der kommen mag. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de