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15.11.01 , 11:46 Uhr
B 90/Grüne

Karl-Martin Hentschel: Die Eigenverantwortung der Schulen muss in allen Bereichen weiterentwickelt werden

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Es gilt das gesprochene Wort! Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 TOP 42 – Dezentralisierung der 24105 Kiel Lehrerpersonalverwaltung - Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 Mobil: 0172/541 83 53 Dazu sagt der Fraktionsvorsitzende von E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Bündnis 90/Die Grünen, Internet: www.gruene-landtag-sh.de Karl-Martin Hentschel: Nr. 310.01 / 15.11.2001



Die Eigenverantwortung der Schulen muss in allen Bereichen weiterentwickelt werden
Die Dezentralisierung der Lehrerpersonalverwaltung ist ein Teil des Projektes „autonome selbstverwaltete Schulen“. Meine Fraktion verfolgt dieses Projekt seit unserem Eintreten in den Landtag und sieht darin den wichtigsten Beitrag zur Entwicklung der Schulen. Wir wollen dadurch die Kompetenz der Schulen stärken, Probleme eigenständig vor Ort selbst zu lösen und Organisation und Inhalte vor Ort in einem weiten Rahmen weitge- hend selbst zu bestimmen.
Zu diesem Projekt gehört auch die Dezentralisierung der Personalverwaltung - sprich: Schulen sollen eigenständige Personalpolitik machen können. Wir sind nämlich der An- sicht, dass die Schulen besser beurteilen können, ob ein Lehrer geeignet ist, vom Profil in die Schule passt, ob er mit Kindern umgehen kann, als das Ministerium auf Grund der Noten.
Zu Beginn dieser Diskussion sind wir noch auf erheblichen Widerstand gestoßen. Des- halb freut es mich um so mehr, dass das Projekt ein großer Erfolg geworden ist, von den TeilnehmerInnen durchweg begrüßt wird und nun auf das ganze Land ausgeweitet wer- den soll.
Ich zitiere den Bericht: „Die positiven Wirkungen führen zu einer deutlich höheren Quali- tät der Entscheidungen und der Zufriedenheit der unmittelbar Betroffenen. In der mehr- jährigen Erprobungsphase des Projektes hat sich bestätigt, dass die Schule selbst am besten in der Lage ist, zielgerichtet Personal auszuwählen, das in ihre fachliche und pä- dagogische Ausrichtung passt.“ Es ist deshalb konsequent, wenn das Ministerium beabsichtigt, ab dem nächsten Schul- jahr die Dezentralisierung wie schon bei den Berufsschulen nun auch flächendeckend in den Gymnasien und Gesamtschulen einzuführen.
Den anfänglichen Bedenken, dass dadurch Probleme bei der regionalen Verteilung auf- treten können, soll dadurch Rechnung getragen werden, dass auch in Zukunft ein Kon- tingent von 20 bis 30 Prozent der Stellen zentral verwaltet wird.
Mit diesem Projekt sind wir auf dem Weg zu einem kreativen leistungsfähigen Schulwe- sen, bei dem die Erziehung und Bildung der Kinder im Zentrum steht, einen weiteren Schritt vorangekommen. Wir sind aber noch lange nicht am Ende des Weges.
Die Eigenverantwortlichkeit der Schulen muss in allen Bereichen weiterentwickelt wer- den. Dazu gehört:
1. Die autonome Gestaltung der Unterrichtsformen und der Unterrichtsabläufe durch die Schulen selbst aufgrund von Rahmenlehrplänen des Landes. 2. Die autonome Verwaltung von Schulzentren einschließlich der Ganztagsbetreuung und der Zusammenarbeit mit Trägern außerschulischer Aktivitäten. 3. Die eigenständige Verwaltung der Budgets der Schulen einschließlich der Personal- kosten. Als wichtigen Schritt in diese Richtung fordert meine Fraktion, endlich das Konzept Geld statt Stellen umzusetzen, um den Schulen größere Spielräume beim Personal- einsatz, auch durch Aufsparen von Personalmitteln und flexiblem Einsatz von Lehrbe- auftragten, zu ermöglichen. 4. Die eigenständige Gestaltung der Schulorganisation aufgrund von Beschlüssen der Schulkonferenz. 5. Die Einführung von Schulvorständen als Kooperationsgremien von Lehrern, Eltern, Schülern und Kommunen, in denen die kontinuierliche Entwicklung der Schulen zwi- schen den Schulkonferenzen besprochen wird und die in Einzelfragen Beschlüsse fas- sen können.
Meine Damen und Herren, ich bedanke mich für den Bericht. Wir sind wieder einen wich- tigen Schritt weiter gekommen, aber wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Wir wer- den das Ministerium auf diesem Weg auch in Zukunft begleiten, um gemeinsam dazu beizutragen, dass unsere Schulen die Besten der Welt werden. Das haben wir leider noch nicht ganz erreicht - aber wenn wir den Mut zu Reformen haben, dann können wir es schaffen.
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