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15.11.01 , 15:35 Uhr
B 90/Grüne

Monika Heinold: Frauen müssen den Männern die Führungspositionen streitig machen!

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 29 – Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt - Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Durchwahl: 0431/988-1503 Dazu sagt die Parlamentarische Geschäftsführerin Zentrale: 0431/988-1500 Telefax: 0431/988-1501 der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Mobil: 0172/541 83 53 Monika Heinold: E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 315.01 / 15.11.2001
Frauen müssen den Männern die Führungspositionen streitig machen!
Die Landesregierung legt uns mit diesem Bericht eine Fülle von Zahlen und Fakten vor: Damit haben wir einen aktuellen Überblick über die Situation von Frauen auf dem Ar- beitsmarkt in Schleswig-Holstein.
In unserem Land konnten erfreulicher Weise alle Altersgruppen der Frauen vom Rück- gang der Arbeitslosen insgesamt profitieren, überproportional ging aber die Arbeitslosig- keit der 25- bis 35-jährigen Frauen zurück. Sie finden immer mehr Möglichkeiten, im Ar- beitsprozess integriert zu bleiben. Der Rückzug in die Familienarbeit findet heute allen- falls auf Zeit statt, die Gruppe der Berufsrückkehrerinnen und Teilzeitarbeitssuchenden wächst.
Allerdings ist das Tätigkeitsfeld der Frauen im Berufsleben noch immer eher traditionell geprägt: Der Dienstleistungsbereich ist in Frauenhand und im Handwerk dominieren die Männer.
Aber entscheidend für uns Frauen ist nicht nur, dass wir auch in den klassischen Män- nerberufen unsere Chancen entdecken, sondern noch wichtiger ist, dass wir den Män- nern die gut bezahlten Berufe streitig machen und dass wir Führungspositionen entspre- chend unserem Anteil in der Bevölkerung einnehmen. Deshalb begrüße ich es, dass der Frauenanteil an höheren Dienstgruppen im öffentlichen Dienst in Schleswig-Holstein kon- tinuierlich gestiegen ist.
Schleswig-Holstein hat verschiedene Programme aufgelegt, um Frauen auf dem Ar- beitsmarkt gerechte Chancen zu ermöglichen. Eckpfeiler sind hier die Existenzgrün- dungsberatung, die Hilfe zum Wiedereinstieg und die Förderung der Teilzeitarbeit. Durch die spezielle - auch finanzielle - Unterstützung von Existenzgründerinnen ist es in Schleswig-Holstein gelungen, den Anteil der Frauen unter den Firmengründern im Jahre 2000 auf fast 28 Prozent zu steigern. Damit liegen wir nach Hamburg am höchsten unter den westlichen Bundesländern.
Frauen brauchen eine speziell auf sie zugeschnittene Förderberatung und Unterstützung, da sie mit ihren Wirtschaftsprojekten einen meist kleineren Finanzierungsbedarf haben und die Hausbanken darauf nicht eingestellt sind. Die Notwendigkeit, Existenzgründun- gen insgesamt zu fördern, liegt auf der Hand:
Arbeitsplätze werden geschaffen, innovative Jungunternehmerinnen bereichern die Wirt- schaft, die Selbständigkeit ist ein Eckpfeiler unseres Wirtschaftssystems. Wichtig ist eine gute Beratung vorab. Immerhin scheitern 40 bis 50 Prozent aller Existenzgründer in den ersten drei bis fünf Jahren.
Deshalb berät und begleitet das „Frauennetzwerk zur Arbeitssituation“ Existenzgründe- rinnen und bietet Fortbildungsseminare an. Aber auch die Investitionsbank unterstützt mit speziellen Angeboten gerade Frauen und hat damit großen Erfolg.
Der zweite Bereich ist der des Wiedereinstiegs in den Beruf: Hier finden Frauen in Schleswig-Holstein kompetenten Rat. Beispielhaft erwähnen möchte ich die Beratungs- stelle „Frau & Beruf“, die seit 1996 vom Land und von der EU gefördert wird. Jährlich nehmen 100.000 Frauen dieses Angebot wahr. 25 Prozent befindet sich anschließend in einem Beschäftigungsverhältnis oder in einer Weiterbildungsmaßnahme, weitere 50 Pro- zent nehmen diese Beratung als Ausgangspunkt für die weitere Arbeitssuche.
Ein weiterer Baustein ist die Förderung der Teilzeitarbeit für Männer und Frauen: Das Projekt „Man(n) teilt Zeit“ sensibilisiert Unternehmen für Teilzeit auch für Führungskräfte - und die Bundesregierung hat gerade ein Gesetz zur Förderung der Teilzeitarbeit verab- schiedet.
Der Bericht zeigt auf, wie vielseitige die Beratungs- und Förderungsmöglichkeiten für Frauen auf dem Arbeitsmarkt sind. Das ist gut so, denn es ist eine urgrüne Forderung, dass Frauen gleichberechtigte Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhalten.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch ausdrücklich der Ministerin Anne Lütkes für ihre Initiative „online – Frauen sind dran“ danken, mit der sie Frauen ermuntert, den Zu- gang zu dem expandierenden Markt der neuen Medien zu finden.
Die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zeigt: Alle Ministerien sind aufgefordert, zur Verbesserung beizutragen. An dieser Stelle auch ein Dankeschön an die Sozialminis- terin für den vorgelegten Bericht und für die aus ihrem Haus finanzierten Programme.
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