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Ulf von Hielmcrone zu TOP 28: Entwicklung der Museen
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 15.11.01 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuellUlf von Hielmcrone zu TOP 28:Entwicklung der MuseenZunächst unser Dank an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums für die- se Bestandsaufnahme. Sie zeigt, dass die Museumslandschaft in unserem Lande viele wichtige Häuser und Leuchttürme – also die ganz großen Häuser - umfasst, dass ihre Gestaltung aber noch nicht am Ende ist.Hierzu einige Anmerkungen: Die Menschen in unserem Land entdecken ihre Geschichte und ihre Umwelt neu, al- lein seit 1997 sind 15 qualifizierte Museen neu gegründet worden, die sich mit Ge- schichte, aber auch mit der Natur befassen. Und gleichzeitig befindet sich seit der Umwandlung der Gottorfer Museen keines mehr in unmittelbarer staatlicher Verwal- tung. Die Mehrzahl unserer Museen fußt auf einem massiven ehrenamtlichen Enga- gement. Die Verwurzelung der Museumsarbeit in der Bevölkerung ist die tragende Säule unserer reichhaltigen und vielfältigen Museumslandschaft. Hierfür gilt es auch einmal Dank zu sagen.Gleichzeitig aber zeigt ein genaueres Studium der Zahlen und Fakten des Berichtes, dass auf Dauer nur die Museen überleben können und weiterhin Menschen als Besu- cher, freiwillige oder qualifizierte Mitarbeiter oder Sponsoren an sich binden können, Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-wenn sie auf dem modernsten Stand sind. Dabei spielen moderne Darstellungsmetho- den, Events und viele andere Dinge eine große Rolle, unter anderem die persönliche Ansprache, der Abbau von Hemmschwellen.Hier besteht durchaus noch Anpassungsbedarf. Land und Kommunen gaben 1998 für nicht-wissenschaftliche Museen und Ausstellungen 10,50 DM pro Einwohner aus. Da- mit stehen wir an vorletzter Stelle im Bund. Anzunehmen, dass gerade auch die Leuchttürme unter den Museen ohne staatliche Hilfe auf Dauer bestehen können, wa- ge ich zu bezweifeln, aber selbstverständlich müssen die Häuser selbst neue Wege beschreiten, um zu wirtschaftlichen Ergebnissen zu kommen, und sie tun dies ja auch bereits. Im Übrigen: Auch nur so haben Sponsoren ein Interesse daran, sich finanziell zu engagieren. Sie wollen natürlich ihren Namen nur mit Erfolgen in Verbindung brin- gen. Ich denke, unsere Museen sind dabei auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel angelangt.Der Bericht macht indessen auch deutlich, was in unserer Museumslandschaft noch fehlt, unter anderen möchte hier zwei Punkte erwähnen: 1. Es fehlt an der Darstellung der Zeitgeschichte; die Geschichte des Landes seit 1864 ist nicht dargestellt. Dabei ist diese Geschichte besonders interessant, aber natürlich auch in Teilen sehr widersprüchlich, ich nenne nur Preußen, der deutsch-dänische Gegensatz, die Nazidiktatur, die Zeit nach dem Kriege. Un- zähligen Veröffentlichungen zu diesen Themen steht keine Sammlung und kei- ne geschlossene Darstellung gegenüber. 2. Als zweiten Punkt nenne ich die – im Bericht übrigens nicht erwähnte – europä- ische Komponente. Unser Land war und ist hoffentlich wieder Schnittpunkt eu- ropäischer Kulturströmungen. Da ist wieder die Lage zwischen Skandinavien und Mitteleuropa zu nennen. Der Jahrhunderte alte deutsch-dänische Kultur- -3- austausch wird nirgendwo geschlossen gezeigt und dargestellt, obwohl sich die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg anbietet. Aber auch die kulturellen Strömungen aus den Niederlanden, die ganz erheblich waren, haben ihre Dar- stellung noch nicht gefunden.Diese Defizite werden sich nicht aus dem leeren Füllhorn der Landeskasse beheben lassen, die Bevölkerung, und auch die Sponsoren können hier ein weites Betätigungs- feld finden.Alles in allem: Unsere Museen sind ein Schatz unseres Landes, der aber noch nicht in allen seinen Teilen gehoben ist. Aber wir sind dabei, ihn zu heben und ihn zusammen mit den Menschen im Land aufzupolieren und ihn uns und unseren Gästen zu zeigen, denn die touristische Bedeutung ist nicht unerheblich. Es gehen nämlich mehr Men- schen in unsere Museen, als unser Land Einwohner hat.