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Rainder Steenblock zum Sport in Schleswig-Holstein
Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 14 - Große Anfrage „Sport in Schleswig-Holstein“ - Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Dazu sagt der sportpolitische Sprecher Telefax: 0431/988-1501 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mobil: 0172/541 83 53 Rainder Steenblock: E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de Nr. 351.01 / 14.12.2001Kinder brauchen mehr BewegungDie Lebenswelt unserer Kinder hat sich massiv verändert und "Spielräume" im doppelten Sinne des Wortes sind eher die Ausnahme geworden. Stattdessen werden Kinder in eine konsumorientierte, bewegungsfeindliche Freizeit eingebunden. Zunehmende Motorisie- rung und elektronische Medien tun ihr Übriges zur Einschränkung von Bewegungs- und Spielerfahrungen.ExpertInnen sind sich schon länger darüber einig, dass vielen Kindern und Jugendlichen elementare motorische Fähigkeiten fehlen. Die Aussagen der MedizinerInnen sind ein- deutig: Haltungsschäden, Übergewicht, psychische Störungen, Fitnessmängel und Koor- dinationsschwächen finden sich bei einem erschreckend hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen aller Altersgruppen. In Zahlen ausgedrückt liest sich das so: 30 Prozent der Kinder heute haben Übergewicht, 20 Prozent haben Haltungsschäden und - besonders alarmierend - mindestens 15 Prozent sind psychisch auffällig.Vor allem für jüngere Kinder gilt: Wer sich nicht ausreichend bewegt, verpasst auch wich- tige Entwicklungschancen. Es sind aber nicht nur Gesundheitsprobleme, welche die Konsequenzen des Bewegungsmangels verdeutlichen. Es geht auch um die Förderung von Intelligenz, Selbstvertrauen und sozialem Verhalten. Und nicht zuletzt: Bewegungs- angebote können die Leistungen in anderen Schulfächern positiv beeinflussen.Der Schulsport ist deshalb im Fächerkanon unseres Schulwesens unverzichtbar. Körper- und Bewegungserfahrungen, wie sie im Schulsport vermittelt werden, sind wichtige Ele- mente der Persönlichkeitsentwicklung, und das Vertrauen in den eigenen Körper und die eigene körperliche Leistungsfähigkeit sind die Basis für die Entwicklung einer sicheren Identität. Gesundheit und Wohlbefinden bilden sich auf der Grundlage von Lebenszufriedenheit und Lebensqualität. Die Freude, den Körper zu spüren, seine Belastbarkeit zu testen und ihn zu beherrschen sind wichtige Aspekte eines positiven Selbstwertgefühls. Kinder ent- wickeln ihre Sinne weiter und stellen fest, dass beharrliches Üben zu Fortschritten führt. Der Schulsport liefert einen wesentlichen Beitrag zu einer so ausgelegten physischen und psychischen Gesundheitserziehung.Kinder lernen über den Sport den Umgang mit Aggression und Gewalt, sie lernen Verlie- ren, ebenso Zusammenspielen und Gewinnen. Gerade unter diesen Aspekten ist Sport ein hervorragendes Instrument der Integration.Kinder brauchen mehr Bewegung, deshalb ist• ein Minimum von drei Sportstunden für die allgemeinbildenden Schulen zu gewähr- leisten, • ein regelmäßiger Sportunterricht für SchülerInnen der berufsbildenden Schulen un- verzichtbar, • die zügige Einführung einer zusätzlichen täglichen Bewegungszeit in allen Grund- schulen anzustreben, • eine kontinuierliche Einstellung junger SportlehrerInnen sicherzustellen, • neue Konzepte zu entwickeln, die die pädagogischen Chancen des Sportunterrichts im Rahmen einer ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung besser nutzen.Außerdem wäre es für die weitere Diskussion hilfreich, wenn eine repräsentative Unter- suchung zur aktuellen Situation des Schulsports in Deutschland von der Kultusminister- konferenz endlich in Auftrag gegeben würde.Die zweite Säule des Schulsports bildet der außerunterrichtliche Bereich, der mit der endlich in Schwung gekommenen Debatte um die Ganztagsangebote bzw. Ganztags- schule eine ganz neue Bedeutung erlangt.Der außerunterrichtliche Schulsport bildet die Brücke vom Sportunterricht zum gesund- heitsorientierten Sport, Breiten- und Leistungssport außerhalb der Schule. Da der Um- fang der freiwilligen Beteiligung im Schulsport außerhalb des Unterrichts stets auch ein Gradmesser für die Akzeptanz dieser Angebote ist, müssen sie kontinuierlich weiterent- wickelt und attraktiv gehalten werden.Ein wichtiger Partner des Schulsports ist auch der Vereinssport. Er bietet Schülerinnen und Schülern nicht nur die Möglichkeit, eine große Palette wettkampfgebundener Sport- arten, sondern auch freier Spiel- und Sportgelegenheiten kennen zu lernen und auszu- üben. Darüber hinaus bietet er stabile soziale Strukturen und Erfahrungsbereiche, in de- nen sich Kinder und Jugendliche sowohl in der Gruppe als auch individuell entfalten kön- nen. ***