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11.01.02 , 12:19 Uhr
Landtag

Landtagspräsident Heinz-Werner Arens: Eine Zukunft in Frieden nur bei globaler Gerechtigkeit

D E R L A N D T A G SCHLESWIG - HOLSTEIN 2/2002 Kiel, 11. Januar 2002 S p e r r f r i s t: 11. Jan. 2002, Redebeginn (ca. 19:30 Uhr)



Landtagspräsident Heinz-Werner Arens: Eine Zukunft in Frieden nur bei globaler Gerechtigkeit
Kiel (SHL) – Zum Neujahrsempfang des Landesjugendrings in der Kieler „Räucherei“ sagte Landtagspräsident Heinz-Werner Arens in seinem Grußwort unter anderem:
„Nur zu gerne hätte ich Rückblick auf ein insgesamt friedliches 2001 genommen und Ausblick auf ein friedliches 2002. Der Rückblick lässt diese Einschätzung nicht zu; der Ausblick kann nur gedämpft optimis- tisch in diese Richtung vorgenommen werden.
Das vergangene Jahr hat uns mit den Anschlägen vom 11. September zugleich die Probleme und Herausforderungen aufgezeigt, die uns die kommenden Jahre und Jahrzehnte beschäftigen werden. Und wenn ich auf diesen langen Zeitraum Bezug nehme, dann ist auch klar, dass es auch und insbesondere Aufgabe der kommenden Generation sein wird – also der Jugend von heute –, hier Lösungen mit Bestand zu schaffen. Aufgabe der jetzigen Generation ist es, hierfür die bestmög- lichen Voraussetzungen zu schaffen. Die Terroranschläge haben uns die Defizite, die insbesondere mit der Globalisierung, der wirtschaftlichen Globalisierung in Zusammenhang stehen, sehr klar vor Augen geführt. Wir müssen erkennen, das wir Frieden in den bestehenden Strukturen dieser einen Welt, die wir jetzt kennen und in den wir uns jetzt bewegen, nicht werden erreichen oder gar erhalten können.
Wir sind aufgefordert, darauf zu reagieren. Dies können wir und müs- sen wir auf mehrfache Weise. Zum einen muss der Terror bekämpft werden. das kann nur mit Gewalt geschehen; dazu gibt es und wird es auch in Zukunft keine Alternative 2

geben. So schön oder wünschenswert eine andere Reaktion wäre, diese würde dem Terror keinen Einhalt gebieten. Aber das - und ich betone das – ist nur eine Maßnahme. Damit allein werden die Ursa- chen für den Terror nicht zu bekämpfen sein.
Insbesondere die Ursachenbekämpfung wird die zentrale Herausfor- derung der kommenden Jahrzehnte. In den begrenzten Welten der Vergangenheit gab es Wohlstand und Frieden in Teilen der Welt – zum Beispiel in Westeuropa –, während gleichzeitig andere Teile der Welt in Elend und Gewalt versanken. Diese Teilung wird es in der glo- balen Welt nicht mehr geben. In der einen, in der entgrenzten Welt gibt es Frieden und Wohlstand nur für alle oder für niemanden. Für uns als Habende in der Weltgesellschaft heißt das Teilen. Teilen heißt Abge- ben und damit Einschnitte in der eigenen Lebensqualität hinnehmen.
Die Schaffung von Frieden und Wohlstand für alle Menschen ist nur möglich, wenn wir globale Gerechtigkeit als Ziel anerkennen. Alle Menschen auf dieser Welt haben ein Recht auf Wohlstand, Frieden und Glück. Nur wenn das in unserem Wollen und Tun sichtbar wird, werden wir das weitere oder zunehmende Entstehen von Terror, Ge- walt und Krieg verhindern. Das ist eine sehr große Aufgabe und Herausforderung, die weit in die Zukunft reicht. Und sie stellt sich nicht aus überschäumenden Idealis- mus, sondern aus einer zwingenden Notwendigkeit. Die Glaubhaftig- keit und Nachhaltigkeit unseres Handelns in diese Richtung wird auch und zunehmend Aufgabe der Jugend sein, denn sie wird es schluss- endlich leben.
Zunächst wird es auf dem Weg dorthin um Herstellung von Verständ- nis und Verständigung gehen. In diesem Sinn hat der Landesjugend- ring nicht nur im vergangenen Jahr, sondern schon über eine lange Zeit, bereits sehr viele Initiativen entwickelt. Einrichtungen wie die Ostseejugendstiftung beispielsweise, die sehr stark von dem Landesjugendring gefördert wird, tut dies beispielhaft im baltischen Raum. Aber damit wird gemessen an dem dargestellten Problem nur ein sehr begrenzter Raum abgedeckt, dennoch gibt es keinen Zweifel am Sinn dieser Einrichtung. Ich möchte mit meinen Worten hier nur sensibilisieren, auf das, was kommen wird und muss und für eine Zukunft in Frieden, die nicht durch ständige Angst vor Anschlägen, gleich welcher Art, geprägt sein soll.
Dem Landesjugendring danke ich im Namen des Schleswig- Holsteinischen Landtages für die geleitstete Arbeit im vergangenen Jahr und bin sicher, dass auch in diesem Jahr der Landesjugendring wieder positiv von sich hören lassen wird. Sehen wir die Probleme, die das Jahr 2001 aufgezeigt hat, als Her- ausforderung an, denen wir uns selbstbewusst stellen. Dann wird das Jahr 2002 ein gutes Jahr, das ich uns allen wünsche.“ 3



Herausgeber: Pressestelle des Schleswig-Holsteinischen Landtages, Düsternbrooker Weg 70, 24105 Kiel, Postf. 7121, 24171 Kiel, Tel.: (0431) 988- Durchwahl -1163, -1121, -1120, -1117, -1116, Fax: (0431) 988-1119 V.i.S.d.P.: Dr. Joachim Köhler, Annette Wiese-Krukowska, E-Mail: Joachim.Koehler@landtag.ltsh.de Internet: www.sh-landtag.de – Presseinformationen per E-Mail abonnieren unter www.parlanet.de/presseticker

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