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Ekkehard Klug: Unser Land braucht ein Museum für die neuere Landesgeschichte
FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein 1Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Vorsitzender Nr. 031/2002 Dr. Christel Happach-Kasan, MdL Stellvertretende Vorsitzende Kiel, Donnerstag, 24. Januar 2002 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Dr. Heiner Garg, MdL Günther Hildebrand, MdL Kulturpolitik/“Haus der Geschichte“Ekkehard Klug: Unser Land braucht ein Museum für www.fdp-sh.de die neuere Landesgeschichte In der Landtagsdebatte über den Bericht der Landesregierung zu TOP 25 („Haus der Geschichte“) erklärte der kulturpolitische Sprecher der FDP- Fraktion, Dr. Ekkehard Klug:„Weit über den Bildungs- und Kulturbereich hinaus sind Museen wichtige Anziehungspunkte für unser Land.Die Zahl von jährlich rund zweieinhalb Millionen Besuchern, auf die der im letzten Jahr im Landtag diskutierte Museumsbericht verweist, zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung das Museumsangebot auch für den Tourismusstandort Schleswig-Holstein besitzt.Schleswig-Holstein ist ein junges Land mit alter und sehr vielfältiger Geschichte. Was uns fehlt, ist ein modernes Historisches Museum zur neueren Landesgeschichte. Für die ältere Zeit gibt es in Schleswig bereits ein exzellentes Landesmuseum, und die Hansegeschichte hat in Lübeck ihren angestammten Platz.Der heute zu beratende Bericht und die darin enthaltenen Überlegungen einer vom Land eingesetzten Arbeitsgruppe konzentrieren sich daher mit Recht auf das 19. und 20. Jahrhundert.Dies entspricht der Auffassung, die ich bereits in der Debatte vom 22. Februar vergangenen Jahres hier im Landtag vertreten habe.Die konzeptionellen Vorstellungen, die die Arbeitsgruppe dazu im Detail entwickelt hat, sind meines Erachtens durchweg überzeugend.Ich begrüße es, dass dabei auch meine Anregung vom Februar letzten Jahres aufgenommen worden ist, im „Haus der Geschichte“ Raum für wechselnde Ausstellungen zu schaffen. Ich denke hierbei insbesondere an Ausstellungen, die sich auf die Geschichte und Kultur des Ostseeraumes beziehen. Es sollte unser gemeinsames Ziel sein, die historischen und Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 2 kulturellen Verbindungen in diesem Teil Europas noch stärker als bisher ins Bewusstsein zu rücken. Dem entspricht auch der Ansatz, Landesgeschichte nicht als inselhafte historische Heimatkunde, sondern in ihrer Einbettung in größere räumliche und historische Bezüge zu präsentieren.Dafür gibt es schliesslich in der Geschichte unseres Landes auch mehr als genug Anknüpfungspunkte: von den Einbeziehung Schleswig-Holsteins in den alten dänischen Gesamtstaat über die Ereignisse von 1848 und 1864 und bis zum Revolutionsjahr 1918, zum Zweiten Weltkrieg und der Nachkriegsentwicklung. Die Stichwortliste, die im Anhang des Regierungsberichts abgedruckt ist, sollte übrigens vielleicht für die Zeit nach 1945 noch einmal überarbeitet und erweitert werden. In der 2. Hälfte des 20. Jh. ist aus der politischen Geschichte unseres Landes vielleicht doch noch etwas mehr erwähnenswert als nur der Konflikt um das KKW Brokdorf, Jochen Steffen, Baldur Springmann und die Schüler- und Studentenbewegung von 1968. Ich will hier bewusst auf eine Vollständigkeit beanspruchende Ergänzung verzichten, möchte aber zumindest darauf hinweisen, dass Schleswig- Holstein - als eines der Bundesländer an der innerdeutschen Grenze - in besonderer Weise vom Ost-West-Konflikt und von dessen 1989/90 erreichter Beendigung betroffen war. Dies sollte bei der Darstellung der neueren Landesgeschichte nicht verschwiegen werden.Meines Erachtens sollte der Landtag - am besten nach weiterer Detailberatung im Bildungs- und Kulturausschuss - einen Grundsatzbeschluss über ein „Haus der Geschichte“ fassen, dessen Umsetzung die Landesregierung in den kommenden Jahren weiter bearbeiten soll.Es ist ja kein Geheimnis, dass dies vor allem an der Finanzierungsfrage sowie an der damit vorhandenen Standortfrage hängt. Bekanntlich sind mit Kiel und Schleswig zwei Bewerber „im Rennen“.Prinzipiell sind beide als Standort des „Hauses der Geschichte“ denkbar. Ich will aber auch hier - wie zuvor bereits in der Presse - meine persönliche Präferenz für den Standort Kiel kurz begründen.Zum einen hat in der neueren Landesgeschichte, salopp formuliert, die Musik eher in Kiel gespielt als in Schleswig. Das gilt für die politische Geschichte und die Wirtschaftsgeschichte gleichermaßen.Außerdem bietet die landesgeschichtliche Sammlung der in Kiel ansässigen Landesbibliothek eine Reihe von Exponaten, auf die man für das geplante Geschichtsmuseum zurückgreifen könnte und müsste.Diese Sammlung auch noch aus Kiel abzuziehen - nach dem Abzug der Völkerkundlichen Sammlung und der Stiftung Pommern aus Kiel - würde endgültig den totalen kulturpolitischen Rückzug des Landes aus der eigenen Landeshauptstadt bedeuten.Gleichwohl muss man m.E. hinzufügen, dass die Entscheidung über den Standort kein „Selbstgänger“ sein kann und dass es die Aufgabe und die Pflicht der Verantwortlichen in der Stadt Kiel, d.h. auf kommunaler Ebene ist, für die Realisierung des von ihnen skizzierten Vorhabens mit Nachdruck - mit größerem Nachdruck! - Überzeugungsarbeit zu leisten.“ Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/