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Förderung des Sport
PRESSEINFORMATION Kiel, den 20.2.2002 Es gilt das gesprochene WortTOP 33 Förderung des Sports (Drs. 15/1600)Anke Spoorendonk „Die Konsequenzen einer möglichen Einführung des Freiwilligen Sozialen Jahrs im Sport müssen im Ausschuss erörtert werden!“Im Dezember letzten Jahres hat der Landtag die Große Anfrage der CDU zum „Sport in Schleswig-Holstein“ debattiert. Parteiübergreifend herrschte damals Einigkeit über die besondere Bedeutungdes Sports für die gesellschaftliche Entwicklung. Gerade für Jugendliche hat die Ausübung vonSport – sei es im Verein, in der Schule oder privat mit Freunden – gesundheitlich und sozial be-trachtet viele positive Aspekte. Insbesondere wurde dabei die Arbeit in den vielen Sportvereinendes Landes hervorgehoben.Die CDU will im Nachgang zur Dezember-Debatte die Bestimmungen für das „Freiwillige SozialeJahr“ und das „Freiwillige Ökologische Jahr“ um ein „Freiwilliges Soziales Jahr im Sport“ erwei-tern. Durch eine Bundesratsinitiative soll Jugendlichen zwischen 16 und 27 Jahren die Möglichkeitgegeben werden, „nach dem Schulabschluss und vor dem Eintritt in einer Berufsausbildung odereines Studiums, in Sportvereinen oder -organisationen, die regelmäßig Spiel, Sport und/oder Frei-zeitveranstaltungen organisieren, mit Kindern und Jugendlichen für ein Jahr zu arbeiten.“ Dabeisollen sie die Möglichkeit bekommen, eine erste Berufsorientierung vorzunehmen oder beispiels-weise eine Übungsleiterlizenz zu erwerben. 2Diese Initiative soll nach Angaben der CDU nicht nur die Bedeutung des Sports für die Gesellschafthervorheben, sondern auch den Sportvereinen konkret in ihrer Arbeit unterstützten.Denn es ist ja keine Neuigkeit, dass die Sportvereine Probleme haben, genügend Übungsleiter zurekrutieren. Obwohl sich die Anzahl der Übungsleiter in den letzten 10 Jahren fast verdoppelt hat,ist auch der zusätzliche Bedarf an Übungsleitern in den Vereinen stark angestiegen – sei es in derJugendarbeit oder bei besonderen integrativen Maßnahmen, wie zum Beispiel bei „Sport gegenGewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit“.Der SSW steht diesem Vorschlag nicht prinzipiell ablehnend gegenüber. Denn wenn es beispiels-weise ein „Freiwilliges Ökologisches Jahr“ gibt, warum dann nicht auch ein „Freiwilliges SozialesJahr im Sport“, wo doch die gesellschaftliche Bedeutung des Sports so hervorgehoben wird?Dennoch sind wir skeptisch, inwieweit die Einführung eines „Freiwilligen Sozialen Jahres imSport“ wirklich sinnvoll und praktikabel ist. Ist nicht eher zu befürchten, dass diese Initiative nega-tive Wirkungen für das Ehrenamt in den Sportvereinen haben könnte? Besteht nicht sogar die Ge-fahr, dass die Sportvereine in finanzielle Abhängigkeit geraten könnten, weil ja die FSJ’ler vonBund und Land finanziert würden? Gerade die heutigen Übungsleiter könnten womöglich unter derneuen „Konkurrenz“ leiden. Wer sich mal die Geschichte der Zivildienstleistenden in der Pflege vorAugen hält, wird wissen, was ich meine.Insgesamt erscheint uns, dass die inhaltlichen und finanziellen Konsequenzen der geplanten Einfüh-rung des „Freiwilligen Sozialen Jahres im Sport“ noch nicht genug untersucht worden sind. Deshalbwürden wir im Ausschuss gern noch mal die Umsetzungsmöglichkeiten dieses Vorschlages disku-tieren. 2