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Dr. Christel Happach-Kasan: Keinen Schwarzen Peter verteilen - FD P fordert Ringversuch
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 81/2002 Vorsitzender Dr. Christel Happach-Kasan, MdL Stellvertretende Vorsitzende Kiel, Freitag, 22. Februar 2002 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Dr. Heiner Garg, MdLVerbraucherschutz/BSE-Testlabore Günther Hildebrand, MdLDr. Christel Happach-Kasan: Keinen Schwarzen www.fdp-sh.de Peter verteilen - FDP fordert Ringversuch In ihrem Beitrag zu TOP 25 (BSE-Testlabore) sagte die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:„Anfang Februar wurde bekannt, dass in einem bayrischen Labor, das keine Zulassung zur Durchführung von BSE-Tests hatte, BSE-Tests durchgeführt worden waren. Kontrollen ergaben, dass in weiteren 11 Laboren BSE-Tests fehlerhaft durchgeführt worden sein sollen bzw. die Durchführung nur mangelhaft dokumentiert worden sein soll. Diese 11 Labore waren zugelassen. Im erwähnten bayrischen Labor wurden 39.000 Tests durchgeführt. Hinzu kommen 18..000 Tests in Rheinland- Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Bremen.BSE-Tests werden durchgeführt, um insbesondere bei als gesundgeschlachteten und für den menschlichen Verzehr bestimmten Tieren das Vorliegen der Krankheit aufzuspüren.Damit soll verhindert werden, dass sich Menschen durch den Genuss von Fleisch BSE-kranker Tiere infizieren und in der Folge an der neuen Variante von CJD erkranken.Wir wollen, dass alles Rindfleisch, was bei uns gegessen wird, sicher ist.BSE-Tests machen nur Sinn, wenn die Ergebnisse belastbar sind. Dafür müssen die Tests mit großer Sorgfalt durchgeführt werden.Bis jetzt sind in Deutschland rund 3,2 Mio. Rinder auf BSE getestet worden, davon waren 2,85 Mio. gesundgeschlachtete bzw. Kohortentiere. Insgesamt wurden 158 BSE-Fälle aufgedeckt, davon 46 Fälle bei gesundgeschlachteten Tieren bzw. bei Kohortentieren. Auf knapp 62.000 Tiere kam ein BSE-Tier.Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Von den 3,2 Mio. Tests sind 57.000 auf Grund der Durchführung, der Dokumentation oder fehlender Zulassung des Labors beanstandet worden. Das entspricht einer Beanstandungsquote von 2%. Damit ist nicht gesagt, dass auch nur ein Testergebnis falsch war. Auf Grund der Fehler bei der Durchführung wissen wir es nicht.Der Aufdeckung von fehlerhaft durchgeführten Tests folgte sogleich die Forderung, BSE-Tests nur noch in staatlichen Laboren zuzulassen. Das ist nicht nur vorschnell, sondern würde auch zu einer Fehlentwicklung führen. Es sei daran erinnert, der BSE- Test wurde von einem privaten Labor entwickelt. Die ersten Tests wurden alle in privaten Laboren durchgeführt. Staatliche Labore haben BSE-Tests zunächst nicht angeboten. Wir brauchen die Kreativität privater Labore.Es wurden bisher nur private Labore kontrolliert. Es gibt bis jetzt keine Nachkontrollen in staatlichen Laboren. Dass auch staatliche Labore Fehler machen können, haben wir erst kürzlich in Schleswig-Holstein erfahren. Mehr als 46 000 Proben, die auf den Rinder- Herpes-Virus getestet worden sind, müssen erneut untersucht werden, weil das Testergebnis unsicher ist. Vom Veterinäruntersuchungsamt in Neumünster ist ein falsches Testverfahren ausgewählt worden: Kosten nach Berechnung des Bauernverbandes 368.000 Euro. Diese Kosten hat das Land zu tragen, denn es hat den Schaden verursacht.Das Beispiel zeigt: Es kommen überall Fehler vor. Wir müssen eine Strategie entwickeln, die zur Minderung von Fehlern beiträgt. Es ist völlig verfehlt aus der Beanstandung von BSE-Tests in einzelnen privaten Laboren darauf zu schließen, dass nur staatliche Labore geeignet sein könnten, ordentliche Tests durchzuführen, wie es beispielsweise die Ministerinnen Höhn, Künast oder auch die Schleswig-Holsteinische Landwirtschaftsministerin Ingrid Franzen tun.Um die Sicherheit von BSE-Tests zu erhöhen, schlage ich vor, es nicht bei dem bisherigen verbalen Schlagabtausch in dieser Interessen-geleiteten Diskussion zu belassen, sondern einen Ringversuch durchzuführen: Dafür müsste bekanntes Material in anonymisierten Proben von verschiedenen staatlichen wie privaten Labors untersucht und befundet werden. Die Ergebnisse werden dann jeweils mit denen des staatlichen Referenzlabors in Tübingen verglichen. Auf diese Weise ließe sich objektiv die Verlässlichkeit staatlicher und privater Labore feststellen.Dass private Labore sehr leistungsfähig sind, wissen wir aus der Humanmedizin Dort ist es nicht nur üblich sondern gute Praxis, nahezu ausschließlich private Testlabore zu beauftragen.Insgesamt stellt sich die Frage, ob das Problem nicht viel mehr in dem Nebeneinander von staatlichen und privaten Laboren bei der Durchführung von Massentests liegt. Es muss zu einem ruinösen Preiskampf kommen, wenn auf der einen Seite mit öffentlichen Mitteln finanzierte staatliche Labore Tests anbieten, mit deren subventionierten Preisen dann private Anbieter konkurrieren müssen.Die staatlichen Labore sollten sich aus diesem Massengeschäft zurückziehen und sich auf die Kontrolle der Labore beschränken. Bei der Erledigung von Routineaufgaben haben staatliche Labore nichts zu suchen.Was wird mit der aufgebauten Anlage zum Durchführen von BSE-Tests in Neumünster, wenn in ein bis zwei Jahren ein Lebendtest auf den Markt kommt, für den diese Anlage nicht verwendet werden kann? In Schleswig-Holstein wurde die BSE-Krise genutzt, um in Neumünster ein Staatliches Labor aus dem Boden zu stampfen. Auch wenn mit seiner Monopolstellung das Labor die Tests zu einem guten Preis durchführen kann, langfristig war die Entscheidung falsch.“Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/