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Irene Fröhlich zur Entwicklungszusammenarbeit
Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Es gilt das gesprochene Wort! Pressesprecherin Claudia Jacob TOP 38 – Entwicklungszusammenarbeit Landeshaus Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel Dazu sagt die umweltpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Irene Fröhlich: Telefax: 0431/988-1501 Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de Global Denken – lokal Handeln Nr. 132.02 / 17.05.2002Dem immer weiter voranschreitenden Sozialabbau, sowie und einer deutlicher werden- den Entsolidarisierung und Individualisierung in unserer Gesellschaft setzen wir eine so- ziale Politik und eine Politik des „globalen Denkens - lokal Handelns“ entgegen.Gleichzeitig wächst die Welt immer weiter zusammen! Dieser Prozess wird einerseits durch die fortschreitende Technik, anderseits aber auch durch die verschobenen und veränderten politischen Koordinaten in der Welt beeinflusst. Das Land Schleswig- Holstein trägt in diesem Prozess als ein hochentwickeltes Land und einem Land, das sich der Einen-Welt-Politik und dem Prozess der nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda 21 verantwortlich fühlt, eine gewichtige Aufgabe.Entwicklungszusammenarbeit beginnt vor der Haustür. Nur wenn wir die Auswüchse un- seres industrialisierten Handelns für die Entwicklungsländer und Schwellenländer wirklich begreifen und dem die Konsequenz einer solidarischen und nachhaltigen Politik entge- gensetzen, werden wir unserer Verantwortung, die sich aus dem AGENDA-21-Prozess ergibt, auch gerecht.Der Bundespräsident Johannes Rau hat in seiner jüngsten „Berliner Rede“ auf die Be- deutung der ständig wachsenden Vernetzung der Welt, auf die Chancen und Gefahren, die sich daraus ergeben können, hingewiesen. Der Bundeskanzler Schröder gibt heute im Bundestag eine Regierungserklärung zum Nachhaltigkeitskonzept als Leitkonzept der rot-grünen Regierung ab.Eine starke gesellschaftliche Bewegung, die zur Zeit von Frankreich ausgehend in den Staaten der EU und auch in der BRD auf große Zuwächse stolz sein kann, ist Attac, auf Deutsch übersetzt: „ein Zusammenschluss zur Besteuerung der Finanztransaktionen zur Hilfe der Bürger“. Sie hat als Grundkonsens folgende Ziele formuliert: „Gegen eine Glo- balisierung, die primär an den Gewinninteressen der Vermögenden und Konzerne orien- tiert ist – für eine Globalisierung von sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechten, für Demokratie und umweltgerechtes Handeln“. Kurz, sie warnen: „Die Welt ist keine Ware“. Der Bundespräsident findet dazu in seiner bereits erwähnten Berliner Rede folgende Worte: „Vernünftige Kritiker und vernünftige Befürworter der Globalisierung stehen ein- ander nicht unversöhnlich gegenüber. ... Kritik ist immer auch eine Art Frühwarnsystem, das Politik und Wirtschaft nicht ignorieren sollten“.Insofern können wir durchaus in der Bundesliga mitspielen, wenn es um Entwicklungszu- sammenarbeit und interkulturelle Verständigung geht. Der Bericht des Umweltministeri- ums macht beindruckend deutlich, welche Fülle an Aktivitäten und Partnerschaften mit Projekten in „Ländern des Südens“, wie es durchgängig heißt, es in Schleswig-Holstein gibt.Mit Interesse habe ich gelesen, welche Rolle in dieser Arbeit das Nordelbische Missions- zentrum (NMZ) in Breklum/NF dabei spielt. Für den kirchlichen Bereich scheint dies ge- radezu ein Dreh- und Angelpunkt zu sein. Das strahlt natürlich in eine solche ländliche Region aus und man kann das spüren, wenn man in den Dörfern um Breklum herum mit Leuten spricht.Natürlich haben alle diese Institutionen, Vereine und Verbände und die Projekte, die sie betreiben, vor allem aber das Bündnis entwicklungspolitischer Initiativen, auch finanzielle Erwartungen an das Land. Und wir sind froh, dass wir über die Beteiligung am Bingo- Lotto hier für eine Unterstützung sorgen konnten, die den Rückgang an Steuermitteln, je- denfalls zum Teil, auffängt.Kritisch habe ich zur Kenntnis genommen, dass im Bereich der Kooperation von Wirt- schaftsunternehmen eher noch mehr geschehen könnte.Ermutigend ist jedoch, dass auch hier die Firma Dräger in Lübeck im Bereich der Medi- zintechnik in Ghana vorbildhafte Projekte der Zusammenarbeit betreibt. Auch die Unter- nehmen der Wind Energie planen oder realisieren bereits Projekte in sogenannten Ent- wicklungsländern, kombiniert mit Aktivitäten zur Qualifizierung dortiger Arbeitskräfte.Besonders eindrucksvoll stellen sich aber die Modellprojekte Bildung für Nachhaltige Ent- wicklung dar. Hier ist es in ressortübergreifender Zusammenarbeit gelungen, von den Kindertagesstätten bis zu den Universitäten Materialien zu entwickeln, Partnerschaften anzustoßen und nicht zuletzt auch Förderung aus bundesweiten Modellprogrammen ins Land zu holen.Da es in der komplizierter werdenden Einen-Welt vor allem auch um die Verständigung auf Werte geht, empfehle ich Ihrer Aufmerksamkeit die drei Punkte auf der Seite 34 un- ten und 35 oben, hier ist kurz und präzise zusammengefasst, worum es gehen wird: das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen, Religionen, Gesellschaftsformen, Völkern und Nationen: die Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen und die „Einsicht in Chancen und Risiken, die in der Veränderung der wirtschaftlichen, technischen und sozi- alen Lebensbedingungen liegen und die Abschätzung ihrer Folgen für die Gestaltung un- serer Lebensverhältnisse“. ***