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SSW fordert 7 % Mehrwertsteuer für verschreibungspflichtige Medikamente
Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82PRESSEINFORMATION SSW-Landtagsvertretung Norderstr. 74 D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05 Kiel, d. 20.06.2002 Silke Hinrichsen Es gilt das gesprochene Wort„Eine Senkung der Mehrwertsteuer für verschreibungspflichtige Medikamente auf 7 % ist sozialpolitisch gut begründbar, stärkt die Wettbewerbsposition unserer Apotheken und entlastet die gesetzliche Krankenversicherung.“TOP 13 Umsatzsteuer auf Arzneimittelspezialitäten (Drs. 15/1824)Nicht umsonst kennt die Umgangssprache den Ausdruck der „Apothekenpreise“. Das liegtnicht nur daran, dass freiverkäufliche Waren dort häufig nicht am günstigsten zu erstehensind. Es liegt auch daran, dass wir in Deutschland für Medikamente vergleichsweise viel zah-len müssen. Das Geld, das wir mehr zahlen landet aber nicht nur in den Taschen der Apothe-ker, sondern hauptsächlich bei den Herstellern. Sie verlangen in Deutschland für ihre Produk-te mehr als in anderen Ländern. Unabhängig von der steuerlichen Belastung kostet das selbeMedikament in Deutschland mehr als anderswo.Diese hohen Preise belasten die Verbraucher und vor allem auch die Krankenkassen. Deshalbhat die Bundesgesundheitsministerin der Pharmaindustrie eine finanzielle Abmagerungskurverschrieben. Durch mehr Konkurrenz beim Verkauf von Medikamenten soll das große Preis-gefälle im internationalen Vergleich gesenkt werden. Die Öffnung des Marktes für Apothekenaus dem Ausland ist ein mutiger und längst überfälliger Schritt hin zu mehr Wettbewerb. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de Ein freier Markt setzt allerdings voraus, dass die Anbieter einigermaßen gleiche Ausgangsbe-dingungen im Wettbewerb haben. Dies ist aber für die deutschen Apotheken nicht gewähr-leistet. Denn während wir in Deutschland auf Arzneimittel die volle Umsatzsteuer zahlen,gelten im europäischen Ausland vielfach ermäßigte Sätze bis hin zur vollkommenen Befrei-ung von der Mehrwertsteuer. Deshalb liegt es nahe, die deutschen Umsatzsteuer auf Arznei-mittel zu senken.Dadurch erhalten zum einen die deutschen Apotheken faire Wettbewerbsbedingungen in demgeöffneten Markt. Denn wir wollen ja, dass sie eine gute Existenzgrundlage haben: Sie brin-gen Beschäftigung, wirtschaftlichen Wachstum und bieten den Kundinnen und Kundenimmer noch den mit Abstand besten Service. Zum anderen entlasten wir auch die gesetzlicheKrankenversicherung und deren Beitragszahler. Denn sie müssen letztlich die hoheMehrwertsteuer für die verschriebenen Produkte zahlen.Allerdings meinen wir, dass die besondere steuerliche Behandlung nur für verschreibungs-pflichtige Medikamente gelten soll. Bei den anderen Pharmaprodukten ist der höhere Mehr-wertsteuersatz weiterhin vertretbar. Einerseits ist die hohe Selbstmedikation in Deutschlandohnehin gesundheitspolitisch problematisch. Andererseits glaube ich auch nicht, dass beson-ders viele Menschen ihre Kopfschmerztabletten per Internet aus den Niederlanden kommenlassen werden. - Dann müssten sie schon einen Verbrauch haben, der wieder ganz andere Pro-bleme aufwirft. - Es geht vor allem darum, unsere Apotheken konkurrenzfähig zu machen imWettbewerb um die Nachfrage jener Patienten, die teure Medikamente in großen Mengennachfragen. Nur für sie lohnen sich wirklich der Aufwand und die Nachteile der Bestellungim Ausland. Deshalb plädieren wir dafür, den Mehrwertsteuersatz für verschreibungspflich-tige Medikamente auf 7 % herabzusetzen. Das ist sozialpolitisch gut begründbar, stärkt dieWettbewerbsposition unserer Apotheken und entlastet die gesetzliche Krankenversicherung. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de