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Angelika Birk : "Musikunterricht ist kein Luxus !"
Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Claudia Jacob Landeshaus TOP 14 – Unterrichtsversorgung und Düsternbrooker Weg 70 Lehrerbildung im Fach Musik 24105 Kiel Durchwahl: 0431 / 988 - 1503 Zentrale: 0431 / 988 - 1500 Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin der Fax: 0431 / 988 - 1501 Mobil: 0172 / 541 83 53 Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Angelika Birk: E-mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de Nr. 157.02 / 20.06.2002Musikunterricht an Schulen ist kein Luxus ! An vielen Grundschulen, Haupt – und Realschulen, aber auch an anderen weiterführenden Schulen, fällt oft seit Jahren Musikunterricht aus. Mangels geeigneter Lehrkräfte - oder im Tausch, um Unterrichtsausfall in Hauptfächern zu vermeiden - wird er geopfert.Kaum jemand macht sich dabei klar, dass Musik machen und Musik verstehen wesentlich zur emotionalen, sozialen und auch intellektuellen Lernfähigkeit beiträgt, die sich auch in ganz musikfernen Fächern positive bemerkbar macht. Nicht umsonst wird Musik auch the- rapeutisch eingesetzt.Musik mit Verständnis zu genießen, manipulatorische Wirkung von Musik zu erkennen und selber musikalisch zu wirken, gehört zu den ältesten und gerade in Europa besonders aus- geprägten Kulturerfahrungen, an deren Teilhabe alle Kinder ein Recht haben.Die durch die PISA-Ergebnisse zutage getretene Ungerechtigkeit unseres bundesdeut- schen Bildungssystems zeigt sich auch hier: Während eine Reihe von SchülerInnen es durch musikalische Früherziehung und private Stunden bis zur Musikhochschulreife brin- gen, kennt die Mehrheit der Jugend Musik nur als Konsumgut aus Radio, Videoclip oder Disko.Ich begrüße das Engagement der Musikhochschule, des Landesmusikrates, der Musikschulen und des Fördervereins der Realschulen, die sich in den letzten Monaten für mehr Musik an den Schulen stark gemacht haben.In Schleswig Holstein werden deutlich zu wenig Musiklehrerinnen und -lehrer für Schulen ausgebildet, auch wenn sich die geringen Zahlen der Studierenden im letzten Jahr etwas gebessert haben, wie aus der Antwort der Landesregierung auf die jüngste Anfrage der GRÜNEN hervorgeht.Es ist aber nicht nur mit mehr Studienplätzen getan: Das Studium selbst muss reformiert und pädagogischer ausgerichtet werden. Häufig scheitern die angehenden Schulmusikerin- nen und -musiker fürs Gymnasium auch daran, dass sich das Musikhochschulstudium in Lübeck und das Studium eines zweiten Faches in Hamburg oder Kiel organisatorisch gar nicht miteinander vereinbaren lässt. Hier muss rasch eine Lösung gefunden werden.Viele engagierte Musikpädagoginnen und Pädagogen, die bisher keinen Zugang zu unse- ren Schulen gefunden haben, warten nur darauf, dass Ihnen ein Angebot gemacht wird. Sei es zum Quereinstieg für eine regelhafte Lehrerlaufbahn, sei es um die Schulangebote in Arbeitsgruppen beispielsweise im Ganztagsangebot von Schulen zu bereichern. Auch hier erwarten wir rasche Abhilfe. *** 2