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12.09.02 , 17:49 Uhr
B 90/Grüne

Monika Heinold zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 33 – Beteiligung von Kindern und Jugendlichen - Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Dazu sagt die Parlamentarische Geschäftsführerin Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Monika Heinold: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 210.02 / 12.09.2002 Den Stein ins Rollen gebracht
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist in Schleswig-Holstein kein theoreti- sches Ziel mehr, sondern sie wird vielerorts seit Jahren praktiziert. Es hat sich gezeigt, dass es möglich ist, Kinder und Jugendliche frühzeitig in demokratische Entscheidungs- prozesse einzubinden. Deren grundsätzliche Neugier und der Gestaltungswille führen dazu, dass ihre Ideen innerhalb von Planungsprozessen eine Bereicherung für die ge- samte Planung sind.
Es fördert das Selbstbewusstsein und die Gestaltungsfreude von Kindern und Jugendli- chen ebenso, wie das politische Bewusstsein und den Glauben an Demokratie und Bür- gergesellschaft. Deshalb profitieren von der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nicht nur diese selbst, sondern unser Gemeinwesen insgesamt.
Das schleswig-holsteinische Experiment, die Gemeinde- und Kreisordnung (§ 47 f) um die direkte Beteiligung von Kindern- und Jugendlichen auf kommunaler Ebene zu ergän- zen, ist geglückt. Schleswig-Holstein hat hier einen wichtigen rechtlichen Meilenstein ge- setzt und wir sind mit dieser Gesetzgebung beispielgebend in der Bundesrepublik.
Deshalb ist es auch konsequent gewesen, dass wir bei der Änderung der Kommunalver- fassung in diesem Jahr aus der „Soll-Bestimmung“ eine „Muss-Bestimmung“ gemacht haben. Denn es ist nicht einzusehen, dass einige Gemeinden noch immer glauben, sie könnten sich dieser Aufgabe entziehen.
Durch die Beteiligung wird Demokratie schon früh erlebt. Wer mitbestimmen darf, lernt auch Konsequenzen zu tragen. Er oder sie lernt, dass bei unterschiedlichen Meinungen ein Konsens erzielt werden muss, oder aber dass abgestimmt wird. Kinder lernen, dass Demokratie zwar Geduld und Zeit erfordert, dass man dafür aber auch Erfolge sehen kann. Kinder, die ihren Spielplatz oder ihren Schulhof nach eigenen Ideen selbst mit umgestalten, gehen anschließend meist deutlich sorgsamer mit den neuen Sachen um – denn es sind ihre eigenen Wünsche, die sie sonst zerstören würden.
Das Land lässt die Kommunen bei der Umsetzung der in der Kommunalverfassung vor- geschriebenen Beteiligungspflicht nicht alleine: Mit der 1997 ins Leben gerufenen „De- mokratiekampagne“ unterstützt die Landesregierung aktiv, ideenreich und konstruktiv die vielfältigen Beteiligungsprojekte vor Ort.
Erwähnen möchte ich vor allem die Ausbildung der ModeratorInnen. Land und Kommu- nen teilen sich die Aufgabe der Aus- und Weiterbildung von Personen, die anschließend vor Ort Demokratisierungsprozesse konstruktiv begleiten. Denn die Erfahrung der Vergangenheit hat gezeigt, dass Aktivitäten im Sand verlaufen, wenn nicht Hilfe bei der Realisierung angeboten wird.
Beispiele für Mitgestaltung sind Aktivitäten in Kindertagesstätten, bei der Ausgestaltung von Schulhöfen und öffentlichen Räumen, Fragen der Schulwegsicherung, oder des Freizeitangebotes in der eigenen Gemeinde, Gründung von Schülerparlamenten, redak- tionelle Tätigkeiten in der lokalen Presse - oder im Team einer Schülerzeitung.
Kinder haben etwas zu sagen und wir sind aufgefordert, zuzuhören. Viele Dinge laufen sogar wesentlich besser, wenn Kinder und Jugendliche nach ihrer Meinung gefragt wer- den. Woher wollen die Erwachsenen sonst wissen, worüber Kinder sich ärgern und was sie sich wünschen, wenn sie nicht direkt gefragt werden.
Kinder, die lernen ihre Meinung zu äußern, die lernen, dass sie etwas mit beeinflussen können, die lernen dass sich Bürgermeister und Gemeindevertreter mit ihnen und mit ih- ren Wünschen beschäftigen, werden ermutigt, auch später in ihrem Wohnort mit zu ges- talten.
Dass wir den Stein ins Rollen gebracht haben, dafür ist der Beteiligungsbericht ein schö- ner Beweis. Fangen wir bei den Kindern und Jugendlichen an und erringen wir ihr Ver- trauen in die Politik, in die Eigenverantwortung und Gestaltbarkeit von Demokratie.

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