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10.10.02 , 16:32 Uhr
FDP

Ekkehard Klug: Anhebung des Bildungsniveaus setzt verbindliche St undentafeln voraus

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein



Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 294/2002 Vorsitzender Dr. Christel Happach-Kasan, MdL Stellvertretende Vorsitzende Kiel, Donnerstag, 10. Oktober 2002 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Dr. Heiner Garg, MdL
Schulpolitik/Stundentafeln Günther Hildebrand, MdL


Ekkehard Klug: Anhebung des Bildungsniveaus setzt



www.fdp-sh.de verbindliche Stundentafeln voraus In der Landtagsdebatte über den FDP-Antrag Drucksache 15/2069 - „Einführung verbindlicher Stundentafeln“ (TOP 14) - erklärte der bildungspolitische Sprecher der schleswig-holsteinischen FDP- Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug:
„Spätestens seit Beginn der PISA-Debatte ist die Anhebung des Bildungsniveaus ein unumstrittenes politisches Ziel. Dessen Verwirklichung setzt nach Auffassung der FDP-Fraktion die Einführung verbindlicher Stundentafeln voraus. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen für den zu erteilenden Unterricht können die angestrebten Bildungsziele nicht erreicht werden.
Die Bildungsministerin erklärte am 16. August zum diesjährigen Schuljahresbeginn:
„Für alle Schularten, Kernfächer und Schulstufen werden derzeit sowohl bundesweit als auch landesintern Standards und Aufgabenpools erarbeitet“.
Dass solche verbindlichen Standards nicht zu gewährleisten sind, sofern nicht auch der dazu erforderliche Unterricht erteilt wird, liegt auf der Hand.
Wenn künftig an allen Schulen Vergleichsarbeiten geschrieben werden sollen, dann hätten Schüler, deren Fachunterricht in mehr oder weniger großem Umfang nicht erteilt worden ist, dabei von vornherein das Nachsehen.
Um ein konkretes Beispiel anzuführen: die Stundentafeln der Realschulen sehen für die 7. und die 8. Jahrgangsstufe jeweils 3 Wochenstunden für die 2. Fremdsprache vor. Der Schulelternbeirat der Realschule Bad Bramstedt hat jedoch – nach dem Bericht der „Norderstedter Zeitung“ vom 7. Oktober d.J. - festgestellt, dass an dieser Schule in den 7. Klassen derzeit kein Unterrichtsangebot in der Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ 2. Fremdsprache (im Fach Französisch) besteht. Solche Ausfälle sind heute in der Realität unserer Schulen keine Seltenheit. Aus den an die Fraktionen gerichteten Briefen der Betroffenen oder aus Presseberichten ließen sich viele weitere Beispiele dafür anführen, dass Unterricht in wichtigen Fächern vielfach gar nicht oder nur in sehr eingeschränktem Umfang erteilt wird.
Besonders dringlich ist nach Überzeugung der FDP-Fraktion die Einführung verbindlicher Stundentafeln in den Grundschulen. In den Grundschulen wird das Fundament für den weiteren Bildungsweg gelegt. Gleichzeitig sind die Grundschulen mit der Aufgabe konfrontiert, vielfältige Defizite auszugleichen, die ein Teil der Schüler bereits als „ABC-Schützen“ in die Schule mitbringen. Die Stundentafeln der Grundschulen haben dabei einen vergleichsweise geringen Umfang. Wird dieser noch unterschritten, kann die Grundschule ihren Auftrag nicht erfüllen.
In der Antwort auf eine von mir eingebrachte Kleine Anfrage verweist das Bildungsministerium für das Schuljahr 2001/02 auf folgende Zahlen: Aus den flexibilisierten Stundentafeln ergibt sich für die Grundschulen des Landes eine Bandbreite von mindestens 116.446 und höchstens 129.985 Stunden, die im letzten Schuljahr hätten erteilt werden sollen. Erteilt wurden, bezogen auf die Fächer der geöffneten Stundentafel, 116.980 Stunden. Mit anderen Worten: Der Abweichungsspielraum von maximal 10 Prozent „nach unten“ ist fast vollständig ausgeschöpft worden. Die Abweichung „nach unten“ ist also heute eher der Regelfall als eine Besonderheit kleiner Klassen.
Auch vor diesem Hintergrund ist es angebracht, die Flexibilisierung der Stundentafeln zu überdenken. Sie war einmal gedacht als Eröffnung einer Wahlmöglichkeit – nach dem Motto: Große Klasse, viel Unterricht; kleine Klasse, weniger Unterricht. Heute ist das Modell „weniger Unterricht“, wie die Zahlen des Bildungsministeriums belegen, eher die Standardvariante.
Aus der im Juli d.J. veröffentlichten KMK-Statistik „Schule in Deutschland – Zahlen, Fakten, Analysen“ geht hervor, dass unser Land bei den erteilten Unterrichtsstunden je Klasse im Ländervergleich das Schlusslicht darstellt. Auch dies ist ein Argument für die Rückkehr zu verbindlichen Stundentafeln.
Die Landesregierung plant die Einführung der „verlässlichen Grundschule mit verlängerten Lernzeiten“. Am 30. August hat Frau Erdsiek-Rave über dieses Vorhaben im Bildungsausschuss einen ersten Bericht erstattet. Die FDP-Fraktion ist der Auffassung, dass dieser - aus unserer Sicht begrüßenswerte – Reformansatz genutzt werden sollte, um den Grundschulen des Landes in diesem Rahmen auch wieder verbindliche Stundentafeln zu garantieren.
Eines jedenfalls gilt es zu verhindern: Dass im Rahmen der „verlässlichen Grundschule“ Unterricht durch Betreuung ersetzt wird. Das wäre nämlich die schlimmste Mogelpackung, die die Politik den auf verbesserte Bildungsangebote wartenden Schülern und Eltern servieren könnte!“



Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

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