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10.10.02 , 17:39 Uhr
SPD

Dr. Henning Höppner zu TOP 18: Der erste Schritt hin zu Vergleichsarbeiten ist gemacht

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 10.10.2002 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell TOP 18 – Leistungssteigerung und Leistungsvergleiche an Schulen


Dr. Henning Höppner:

Der erste Schritt hin zu Vergleichsarbeiten ist gemacht

Auf einer Veranstaltung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft zu den Ergeb- nissen der PISA-E-Studie wurde der Referent Professor Jürgen Baumert vom PISA- Konsortium Deutschland von einem Lehrerkollegen aus einem Gymnasium zu Leis- tungsvergleichsarbeiten befragt, ob denn angesichts der herausragenden Ergebnisse und Kompetenzwerte der schleswig-holsteinischen Gymnasien und der sehr gleich- mäßigen Leistungsdichte im Lande nicht auf landesweite Leistungsvergleiche verzich- tet werden könnte.

Professor Baumert antwortete sinngemäß, dass es eigentlich nichts Geeigneteres gä- be als Leistungsvergleiche in den Schularten, um feststellen zu können, wo und wie eine Schule leistungsmäßig steht. Die PISA-Studie selbst sei ein solches Instrument des Leistungsvergleiches, und, wenn man so will, gerade aus diesem Grund zentrales bildungspolitisches Ereignis der Jahre 2001 und 2002.

So ist die Forderung nach Leistungsvergleichen ein Aspekt, der aus der PISA-Studie selbst herzuleiten ist. Wer sich mit den Schulsystemen der Länder beschäftigt, die in den Kompetenzwerten ganz oben liegen, wird feststellen müssen, dass alle diese Länder Leistungsvergleiche als notwendiges und reguläres Instrument der Evaluation von Unterricht einsetzen: Finnland, mit sehr offenen Rahmenbedingungen für die schulinterne Gestaltung des Unterrichtes, oder Großbritannien, dessen Schulland- Schleswig- schaft mit unterschiedlichen Schulformen und Schulträgern eigentlich recht bunt ist. Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/13 07 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



Aber auf der Insel gibt es, um es einfach zu beschreiben, ein knallhart organisiertes staatliches Verfahren der abschnittsweisen Leistungsvergleichskontrollen über das OFSTED, das Office of Standards of Education.

So lässt sich das Prinzip, den Schulen möglichst viel Freiheit bei der Formulierung ei- gener pädagogischer Konzepte einzuräumen, durchaus mit einem starken Controlling hinsichtlich der Einhaltung gleichmäßiger Leistungsstandards verbinden. Es bedarf nicht unbedingt kleinteilig definierter Unterrichtsraster wie Stundentafeln und Lehrplä- nen.

Schleswig-Holstein kannte in seiner jüngeren Geschichte solche landesweiten Schul- leistungsvergleiche, das war zur Zeit des Kultusministers Osterloh zu Ende der 50er Jahre; hierauf hat uns schulpolitische Sprecher ein erfahrener älterer Pädagoge auf- merksam gemacht. Es ging damals im wesentlichen um eine Bestimmung des Leis- tungsstandards der vielen kleinen ländlichen Volksschulen.

Die SPD-Landtagsfraktion kann sich mit Ihrem Antrag durcha us anfreunden, hat doch auch die Kultusministerin einen ersten Schritt in Richtung Parallel- und Vergleichsar- beiten eingeleitet. Wir begrüßen diesen Schritt außerordentlich.

Unter Punkt 2 Ihres Antrages fordern Sie zentrale Prüfungen für die Abschlussklassen aller Schularten. Wie der Begriff zentral auszulegen ist, müssen wir diskutieren. Disku- tieren müssen wir dann aber auch die Rolle unserer Gymnasien im Hinblick auf die Abschlussprüfungen. Heute erreichen Sie die Mittlere Reife mit der Versetzung in die Klasse 11, und Sie erreichen dort den schulischen Teil der Fachhochschulreife mit ei- nem erfolgreichen Abschluss des 12. Jahrganges.

Leisten Realschüler eine Abschlussprüfung und sollen Hauptschüler eine ebensolche ableisten, dann ist die Tatsache, dass ein Gymnasiast z.B. bislang ein Studium an ei- ner Fachhochschule aufnehmen kann oder sich für den gehobenen Dienst bewirbt, -3-



ohne je eine schulische Abschlussprüfung erreicht zu haben, etwas sehr Vorteilhaftes für Schülerinnen und Schüler dieser Schulart.

Punkt 3 Ihres Antrages betrifft das Veröffentlichen der zentralen Prüfungsergebnisse in einem landesweiten Ranking. Hier gehen bei uns doch einige Fragezeichen auf, auch was das Verhältnis der CDU zu landesweiten Rankings betrifft - im Umweltbereich pfui und im Schulbereich hui. Das müssen Sie uns schon erklären. Ich bitte, den Antrag in den Bildungsausschuss zu überweisen.

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