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Andreas Beran zu TOP 23: Für medizinische Forschung adulte Stammzellen verwenden
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 11.10.2002 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell TOP 23 – Forschung mit adulten StammzellenAndreas Beran: r medizinische Forschung adulte Stammzellen verwendenZu allererst möchte ich mich bei Ihnen, Frau Ministerin, und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für diesen Bericht bedanken. Die Bedeutung der medizinischen For- schung mit adulten Stammzellen hat für mich spätestens seit dem Beschluss des Deutschen Bundestages im letzten Jahr, grundsätzlich keine Einfuhr embryonaler Stammzellen nach Deutschland zuzulassen, an Bedeutung gewonnen. Die Verwe n- dung embryonaler Stammzellen ist im Prinzip nicht mehr möglich. Der Vollständigkeit halber möchte ich erwähnen, dass unter strengen Voraussetzungen der Gesetzgeber den Import und den Verbrauch von embryonalen Stammzellen zulässt, die vor dem 01.01.2002 gewonnen wurden. Dies, meine Damen und Herren, können Sie auch im vorgelegten Bericht nachlesen, ich erwähne es dennoch, weil es für die weiteren Be- trachtungen wichtig ist.Wir haben in diesem Hause im Zusammenhang mit der Stammzellenforschung bereits ausgiebig über die ethischen Fragen diskutiert. Gerade was die Forschung mit embry- onalen Stammzellen angeht, gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Partei- grenzen hinweg. Dennoch hat sich der Landtag in seiner Sitzung am 12. Juli 2001 mit den Stimmen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und SSW gegen die Einfuhr embryonaler Stammzellen ausgesprochen. Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/13 07 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-Ich unterstütze es daher ausdrücklich, wenn die Landesregierung in ihrem Bericht zur folgenden Aussage kommt: „Ethische und rechtliche Überlegungen sowie die noch nicht ausgeschöpften Chancen der Forschung mit adulten die Auffassung der Landesregierung, die adulte Stammzellforschung vorrangig zu betreiben und zu intensivieren.“Zur medizinischen Forschung ist die adulte Stammzelle erwachsener Menschen ein guter Weg, die Erforschung von Krankheiten und Entwicklung von Behandlungsme- thoden voranzubringen, ohne das Risiko, ethische Grundsätze zu verletzten.Ich bin froh darüber, dass die Landesregierung in ihrem Bericht zum Ausdruck bringt, dass sie den wirtschaftlichen Zielen im Bereich der Stammzellenforschung ein schwä- cheres Gewicht beimisst als der Einhaltung der durch Ethik und Recht gesetzten Grenzen. Und ich unterstütze die Aussage, dass die gesellschaftliche Bedeutung der Forschung mit Stammzellen primär in den großen medizinischen Hoffnungen auf Hei- lung schwerer Erkrankungen liegt.Verehrte Kolleginnen und Kollegen, ich erspare Ihnen an dieser Stelle eine Wiederga- be des Inhaltes dieses Berichtes der Landesregierung. Sie selbst sind in der Lage, sollte ich Ihr Interesse geweckt haben, Details nachzulesen. Ich persönlich kann es Ih- nen nur empfehlen, macht dieser Bericht doch deutlich, dass die Wissenschaft in un- serem Lande mit dazu beiträgt, den Menschen Hoffnung zu machen bei der Bewälti- gung bisher noch nicht besiegbarer Krankheiten.Zum Schluss möchte ich Ihnen noch einen Gedanken nahe bringen, der auch mir bis- her noch nicht so geläufig war. Es geht dabei doch noch einmal um die wirtschaftlichen Aspekte adulter bzw. embryonaler Stammzellen: Adulte Stammzellen sind durch pa- tentierbare Verfahren für Therapien nutzbar zu machen, für den, von dem sie ent- nommen wurden. Es handelt sich dabei um Verfahren im Rahmen einer jeweils indivi- duellen Therapie. Embryonale Stammzellen sind Rohstoffe, die für die Herstellung von -3-Zellprodukten eingesetzt we rden sollen. Diese sind „industriell“ produzierbar (patentiert als „Stoff“) und sollen dann als Produkte in Apotheken zu kaufen sein.Deshalb sind embryonale Stammzellen für Kapitalanleger (mit hoher Risikobereit- schaft) lohnend. Adulte Stammzellen dagegen sind für Patienten, die Hoffnung auf baldige Hilfe setzen, interessant. Meine Hoffnung besteht daher darin, dass wir künftig die adulte Stammzellenforschung der Forschung mit embryonalen Stammzellen vor- ziehen werden.