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Christel Happach-Kasan: Gütezeichen der Landwirtschaftskammer weiter stärken
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 323/2002 Vorsitzender Dr. Christel Happach-Kasan, MdL Stellvertretende Vorsitzende Kiel, Mittwoch, 13. November 2002 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Dr. Heiner Garg, MdL Günther Hildebrand, MdL Christel Happach-Kasan: Gütezeichen der Landwirtschaftskammer weiter stärken www.fdp-sh.de In ihrem Redebeitrag zu TOP 25 (Zusammenführung von Qualitätszeichen) sagte die agrarpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:Die BSE-Krise, der nicht aufgeklärte Nitrofen-Skandal, die jüngsten Entdeckungen von krebserregendem Acrylamid in Chips und Keksen - viele Menschen fragen sich, was können wir noch essen.Und trotz aller dieser Skandalmeldungen gilt nach wie vor, nicht etwaige Schadstoffe im Essen, sondern die Auswahl und Menge dessen, was viele Menschen essen, stellt die eigentliche Gefahr dar. Viele Menschen haben Übergewicht, die Zahl übergewichtiger Kinder steigt. Ein großer Anteil an Krebserkrankungen sind auf falsche Ernährung zurückzuführen.In einer Veranstaltung der Landesregierung, die während der Phase der Aufarbeitung der BSE-Krise im Kieler Schloss stattfand, sagte der Göttinger Ernährungswissenschaftler Prof. Pudel: „Wissenschaft bietet Beweise ohne Sicherheit, Glaube bietet Sicherheit ohne Beweise.“Der wissenschaftlich geführte Nachweis guter Qualität überzeugt nicht alle, egal wie überzeugend der Nachweis geführt wurde. .Daher reicht Wissenschaft nicht aus, es muss auf vielen Wegen um Vertrauen geworben werden.Viele Schlagworte machen dabei die Runde. Es ist die Rede von „Klasse statt Masse“, es wird die sogenannte „gläserne Produktion“ gefordert. Öko-Siegel in allen Größen werden auf Produkte gedruckt. Auch wenn die Qualitäts- ansprüche der Verbraucher an Lebensmittel in den letzten Jahren gestiegen sind, der Preis ist noch immer das wichtigste Verkaufsargument. Letztlich bedeutet das aber auch, dass das Vertrauen in unsere Lebensmittel sehr viel größer ist, als manche Medienberichte vermuten lassen.Das Gütezeichen der Schleswig-Holsteinischen Landwirtschaftskammer „Hergestellt und geprüft in Schleswig-Holstein“ hatte immer zum Ziel, die besonders gute Qualität auszuzeichnen. Mit diesem Konzept ist es in 37 Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Jahren unermüdlicher Qualitätskontrolle gelungen, das Vertrauen der Verbrauche zu erwerben. In Schleswig-Holstein kennen es 98%, in Schleswig- Holstein 65% der Menschen und 42% berücksichtigen das Gütesiegel bei ihrer Einkaufsentscheidung.Die FDP hält das Konzept des Gütezeichens für richtig. Im Mittelpunkt stehen nachprüfbare Kriterien, die die Qualität der Produkte beeinflussen und die Endkontrolle des Produkts. Das ist die Stärke dieses Gütezeichens.Nur die Endkontrolle des Produkts kann bestimmte Qualitäten garantieren. Aus diesem Grund verlassen sich die Hersteller von Babynahrung nicht auf die Anwendung von bestimmten Produktionsmethoden, sondern prüfen die Qualität der Rohprodukte, aus denen die Babynahrung hergestellt wird.Es ist gut und wichtig zu wissen, woher ein Produkt kommt, wie es erzeugt und wie es verarbeitet wurde. Das nützt aber alles nichts, wenn ich nicht weiß, welche Qualität es am Ende hat. Erst diese Endkontrolle lässt eine abschließende Aussage über die Qualität des Produkts zu. Der Nitrofen- Skandal, der insbesondere ökologisch wirtschaftende Betriebe in Bedrängnis gebracht hat, hat das eindrucksvoll bewiesen.Das Gütezeichen „Hergestellt und geprüft in Schleswig-Holstein“ wird allen diesen Kriterien gerecht. Nach seinem Vorbild sind die „Qualitätstore“ der Landesregierung gestaltet, von der Bundesregierung kommt das QS-Zeichen. Die Qualitätstore und das QS-Zeichen sind Reaktionen auf die BSE-Krise.Angesichts unseres gut eingeführten und auch akzeptierten Gütezeichens frage ich mich, ob wir die Qualitätstore jetzt noch brauchen. Das „Vier-Tore- Qualitätskonzept“, das die Landesregierung im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht hat, entspricht in seinen Grundlagen dem Gütezeichen. Dasselbe gilt für das bundesweite Zeichen „Qualität und Sicherheit“ (QS).Die Vielfalt der Qualitätssiegel und Gütezeichen verwirrt eher, als dass sie dem Verbraucher bei seiner Kaufentscheidung hilft. Damit wird die Möglichkeit aus der Hand gegeben, die Verbraucher durch ein Gütezeichen über besondere Qualitäten zu informieren. Weniger ist daher mehr.Neben den fachlichen Kriterien macht es aber auch aus rein wirtschaftlichen Gründen Sinn, dem Gütezeichen der Landwirtschaftskammer die Federführung zu überlassen: Es ist seit 37 Jahren auf dem Markt, hat einen hohen Bekanntheitsgrad und erfreut sich vor allem großer Akzeptanz in der Bevölkerung. Um diese Effekte für das neu eingeführte und noch nahezu gänzlich unbekannte „Vier-Tore-Qualitätskonzept“ erreichen zu können, bedürfte es ungeahnter Werbeaufwendungen und vor allem eines langen Atems. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich beides die Landesregierung– im wahrsten Sinne des Wortes - nicht leisten kann.Uns allen, einschließlich der Landesregierung, muss daran gelegen sein, mit einem starken Gütezeichen auf dem Markt vertreten zu sein – im Interesse der Verbraucher aber auch der Landwirtschaft und der Ernährungsindustrie. Dass dieses Qualitätssiegel mit den europäischen Wettbewerbsvorschriften im Einklang stehen muss, ist dabei nicht erst seit der Entscheidung des EuGH von Anfang diesen Monats eine Selbstverständlichkeit. Ich weise aber darauf hin, dass selbstverständlich auch nach diesem Urteil regionale Bezüge bei der Qualitätskennzeichnung zulässig bleiben, solange sie nicht diskriminierend im Sinne der EU-Vorgaben wirken. Unter dieser Prämisse sollten wir das Gütezeichen der Landwirtschaftskammer weiter stärken.“Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/