Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.
Christel Happach-Kasan zum Gütesiegel in der Holzwirtschaft
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 326/2002 Vorsitzender Dr. Christel Happach-Kasan, MdL Stellvertretende Vorsitzende Kiel, Donnerstag, 14. November 2002 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Dr. Heiner Garg, MdLUmwelt/ Wald/ Holzgütesiegel Günther Hildebrand, MdLIn ihrem Redebeitrag zu TOP 27 (Gütesiegel in der Holzwirtschaft) www.fdp-sh.de erklärte die stellvertretende Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Christel Happach-Kasan:Der von der Landesregierung vorgelegte Bericht mit dem etwas irreführenden Titel „Gütesiegel in der Forst- und Holzwirtschaft“ wurde von der FDP-Fraktion beantragt, um etwas über europäische Maßnahmen zur Eindämmung des weltweiten illegalen Holzeinschlags und die Wirksamkeit von Gütesiegeln zu erfahren.Im Bericht wird die ernüchternde Bilanz gezogen: Zehn Jahre nach der Konferenz in Rio gehen immer noch jedes Jahr weltweit 15 Millionen ha naturnaher Wälder verloren. Das ist das 100-fache der Waldfläche Schleswig- Holsteins.Die Landesregierung zieht daraus folgendes Fazit (Zitat von Seite 13 oben):„In Anbetracht der nahezu ungebremst fortschreitenden Zerstörung der Wälder im letzten Jahrzehnt ist zu konstatieren, dass die internationalen Abkommen und politischen Initiativen bis heute noch keinen durchgreifenden Erfolg gebracht haben.“. Die Beschreibung ist ernüchternd, aber sie trifft zu.Weiter unten heißt es dann gleichwohl ganz optimistisch „Bei der Eindämmung des illegalen Holzeinschlags ... spielt die Zertifizierung nachhaltiger Waldwirtschaft eine zunehmend wichtige Rolle.“Wie kann die Zertifizierung eine wichtige Rolle spielen, wenn doch die Zerstörung der Wälder ungebremst fortschreitet?Beide Sätze zusammengenommen besagen, und das traut sich die Landesregierung nicht zuzugeben: Die Wälder werden zerstört, ob mit oder ohne Zertifizierung.Diese Erkenntnis ist keine Einzelmeinung der FDP.Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Auf der Jahrestagung einer Gruppe namhafter Nichtregierungsorganisationen heißt es zum Stand der FSC-Diskussion:„Während die großen Umweltverbände weiterhin uneingeschränkt das FSC-Siegel empfehlen, läuft in Fachkreisen seit einem Jahr eine heiße Diskussion um die Grenzen der Zertifizierung:• Ökologische Nachhaltigkeit ist in den Tropen schwer überprüfbar; • in einigen FSC-Betrieben wohl nicht gegeben; • Betrug mit FSC-Siegeln ist wegen mangelnder Kontrollen häufig; • illegaler Holzeinschlag kommt weiterhin auch in zertifizierten Betrieben vor.Bei Pro Wildlife lautet die Überschrift: „Orang Utans stehen vor der Ausrottung – Die Ausrottung der Regenwälder Indonesiens – auch für den deutschen Absatzmarkt – ist die größte Gefahr für die „Waldmenschen““. 70% des Holzes aus Indonesien stammen aus illegaler Abholzung.Pro-Regenwald berichtet: „690 000 Euro für deutsche Tropenholzfirma in der Republik Kongo“ Die parlamentarische Staatssekretärin Uschi Eid (Grüne) genehmigte das Projekt, obwohl ein Gutachten der Weltnaturschutzorganisation IUCN vorlag, in dem der Holzeinschlag als nicht nachhaltig charakterisiert wurde.Im letzten Jahr meldete Pro-Regenwald: „FSC-Zertifikat für größten indonesischen Teak- Produzenten aufgehoben, Plantagenteak stammte aus Raubbau.Ein Blick auf die Internetseiten namhafter Holzimporteure in Deutschland zeigt, das FSC-Siegel spielt praktisch keine Rolle. Unter etwa 30 Firmen habe ich nur 2 gefunden, die das Symbol zeigten, ohne aber darauf weiter einzugehen.Zusammengefasst müssen wir feststellen, naturnahe Wälder werden weiter zerstört, der illegale Holzeinschlag geht weiter, FSC hat sich als Flop erwiesen.Deutschland ist der drittgrößte Holzimporteur. Deutschland hat deshalb eine Mitverantwortung für den Schutz naturnaher Wälder auch außerhalb des eigenen Landes. Wenn die FSC-Zertifizierung die Zerstörung der Wälder nicht aufhalten kann und dies ist offensichtlich der Fall, muss nach anderen Wegen gesucht werden.Wir müssen uns auch fragen, ob die von rot-grünen Regierungen betriebene Diskriminierung der Nutzung heimischen Holzes, im Sinne der Nachhaltigkeit richtig ist. Eine Ursache des illegalen Holzeinschlages ist doch, dass die Nachfrage nach Holz und Holzprodukten bei uns sehr groß, der Holzeinschlag aber rückläufig ist. Im Sinne einer globalen Nachhaltigkeitsstrategie ist dies der falsche Weg. Zusätzlich schränkt die Landesregierung die Förderung der Neuwaldbildung ein.Der Wald wird durch die FSC-Zertifizierung nicht geschützt, dennoch halten die Umweltverbände an der FSC-Zertifizierung fest. Natürlich wäre es gut gewesen, wenn es funktioniert hätte. Aber wenn man nach mehreren Jahren feststellt, dass dies nicht der Fall ist, muss man neue Wege einschlagen.Sicherlich ist die Beteiligung der Umweltverbände in den Gremien des FSC ein besonderer Anreiz, sich für diese Zertifizierung einzusetzen.In der Konkurrenz der beiden in Europa eingeführten Siegel sehen dann die Umweltverbände beim FSC-Siegel die größeren Beteiligungsmöglichkeiten.In Deutschland brauchen wir jedoch zum Schutz unserer Wälder beide Siegel nicht. Die nachhaltige und naturgemäße Bewirtschaftung der Wälder hat in Deutschland eine lange Tradition. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der privaten, kommunalen und staatlichen Forstbetriebe sind sehr gut ausgebildet und hoch motiviert, die Forstbehörden arbeiten effektiv.Im Vergleich zu den Methoden des illegalen Holzeinschlags in Afrika oder Südamerika mit seinen katastrophalen Auswirkungen ist die Waldbewirtschaftung in Deutschland mit und ohne Siegel Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ vorbildlich, die qualitativen Unterschiede zwischen beiden Gütesiegeln minimal und insgesamt unerheblich.Auch der Bericht erkennt an, dass das Pan-European-Forest-Certification (PEFC) Gütesiegel ein Zertifikat ist, dass wie FSC die Verbesserung nachhaltiger Waldbewirtschaftung zum Ziel hat.Gleichzeitig wird festgestellt, dass im Gegensatz zum Gütesiegel PEFC die Sanktionsmechanismen bei FSC strenger sind. Das ist genau der Punkt, weshalb viele Privatwaldbesitzer FSC ablehnen. Die 1,5 Millionen Privatwaldbesitzer in Deutschland scheuen diesen Aufwand, denn die zusätzliche Bürokratie kostet Geld und nützt der Natur nicht.Wenn Herr Trittin in der Öffentlichkeit den Eindruck zu erwecken versucht, dass FSC-zertifiziertes Holz umweltfreundlicher hergestellt sei, als PEFC-zertifiziertes Holz, dann ist dies eine Verbeugung vor den Umweltverbänden, mehr nicht. Mit Umweltpolitik hat dies nichts zu tun.“Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/