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14.11.02 , 15:38 Uhr
B 90/Grüne

Irene Fröhlich zur Baukultur in Schleswig-Holstein

= RESSEDIENST P Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 11 – Baukultur in Schleswig-Holstein - Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Dazu sagt die wohnungsbaupolitische Sprecherin Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Telefax: 0431/988-1501 Irene Fröhlich: Mobil: 0172/541 83 53 E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 278.02 / 14.11.2002

Eine stärkere Eigentumsförderung im urbanen Umfeld notwendig
Es wird nur allzu leicht vergessen, dass schon das Baugesetzbuch in Paragraph 136 Ab- satz 4 fordert, kulturelle Standards und Gegebenheiten bei städtebaulichen Sanierungen zu beachten, zu entwickeln und zu verbessern.
Insofern trägt die Große Anfrage der SPD dazu bei, dies ins Bewusstsein zu rufen. Wir wollen die Anfrage vor allem daraufhin prüfen, welche Aktivitäten notwendig sind, um das Bauen und Wohnen in Schleswig-Holstein so zu entwickeln, dass alle daran Beteiligten Nutzen davon haben.
Dabei setzen wir vor allem auf wärmetechnische Verbesserungen, die nicht nur für die BewohnerInnen und ihre Haushalte, sondern auch für das Klima von Vorteil sind. Daneben kann auch die Bauwirtschaft von diesem Impuls profitieren.
Dazu wünschen wir uns eine breite Akzeptanz des Instrumentes „Gebäudepass“, der als ein erfolgreich absolvierter Forschungsauftrag des Landes aufgeführt ist und ein Instru- ment vorstellt „zur Kennzeichnung guter Bauqualität und Förderung ökologischer Orien- tierungen im Bauwesen“. Von einer Verbreitung dieses individuellen Qualitätssiegels ein- zelner Gebäude könnten weitere Impulse für die Bauwirtschaft aber auch eine größere Transparenz und Sicherheit für die Wohnungswirtschaft ausgehen.
Besonders freut uns, dass die Beantwortung der Großen Anfrage grüne Anteile aufdeckt, z.B. die Einrichtung der Fachkommission „Frauen Planen Wohnen“ und die Standardset- zung des Niedrigenergie-Hauses im öffentlich geförderten Mietwohnungsbau. Beides ist durch die heutige Abgeordnete und frühere Ministerin Angelika Birk initiiert. Aber auch der grüne Umweltminister Klaus Müller hat in seinem Bereich Pilotprojekte un- ter der Überschrift Ökotechnik und Ökowirtschaft auf den Weg gebracht. Sie orientieren sich an den Vorgaben der Konferenz von Rio und den Folgekonferenzen und sollen den Nachweis erbringen, dass ökologisches Bauen und nachhaltiger Gewerbebau sich rech- nen.
Ein interessanter Hinweis findet sich auf Seite 19 des Berichts: „Das Land unterstützt ei- ne Initiative auf Bundesebene, die sich mit einer Evaluierung der Fördereffekte der Ei- genheimzulage befasst.“ Gemeint ist damit sicherlich die Untersuchung des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung, die auf Initiative der Landesbauminister durchgeführt wurde. Untersucht wurde die Inanspruchnahme der Eigenheimzulage in den Jahren 1996 bis 2000.
Entscheidend ist für mich nun, welche Konsequenzen wir aus der Untersuchung ziehen und welche Ziele wir mit der Wohnungsbauförderung verfolgen. Ich denke, im Interesse der Städte müssen wir ein stärkeres Gewicht auf die Förderung von Wohneigentum im urbanen Raum legen. Mir ist bewusst, dass das in der Praxis mit Schwierigkeiten ver- bunden ist. Aber es besteht Handlungsbedarf: Gerade für Familien ist es zur Zeit schon deshalb nicht attraktiv, in der Stadt zu bleiben, weil es wenig kindergerechte Wohnange- bote in Mehrfamilienhäusern gibt, also mit Spielflächen drum herum und so weiter.
Die Wohnangebote werden aber auch nicht entwickelt, weil aufgrund der undifferenzier- ten Förderung und der niedrigen Grundstückspreise im Umland relativ gesehen der För- deranteil am Gesamtbaupreis dort natürlich höher ist und damit das Wohnen dort insge- samt attraktiver wird. Hier muss – schon im Interesse der Städte – dringend etwas pas- sieren, denn die Folgen, die diese Zersiedelung für die Infrastruktur mit sich bringt, ken- nen wir alle.
Eine stärkere Eigentumsförderung im urbanen Umfeld würde aber sicherlich auch die Baukultur dort bereichern. Denn neue Formen des familienfreundlichen Bauens in der Stadt würden entstehen, Hinterhofneugestaltung würde Auftrieb bekommen, wenn die Eigentümer selber ein Interesse daran haben, weil sie dort wohnen.
Alles in allem finden wir hier einen ausgezeichneten Bericht mit hohem Nutzwert.

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