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Grenzüberschreitende Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen
Südschleswigscher Wählerverband Schleswig-Holsteinischer Landtag im Schleswig-Holsteinischen Landtag Düsternbrooker Weg 70 D - 24105 Kiel Tel. (0431) 988 13 80 Fax (0431) 988 13 82PRESSEINFORMATION SSW-Landtagsvertretung Norderstr. 74 D – 24939 Flensburg Tel. (0461) 14 40 83 00 Fax (0461) 14 40 83 05 Kiel, den 15.11.2002 Silke Hinrichsen Es gilt das gesprochene Wort„Es geschieht schon einiges, aber alles steckt noch in den Kinderschuhen. Wir erwarten, dass die Landesregierung die ersten grenzüberschreitenden Schritte in der Gesundheitspolitik positiv begleiten und fördern wird.“TOP 37 Grenzüberschreitende Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen (Drs. 15/2232)Als einem vor einigen Jahren die Notarztwagen aus Flensburg plötzlich auch in Padborg begegneten,war es noch ein seltsames Gefühl. Mittlerweile ist es Alltag: Die Flensburg Feuerwehr fährt mit Blau-licht durch die dänische Grenzstadt. Heute sind die rot-weißen deutschen Rettungswagen wohl dassichtbarste Beispiel für pragmatische Zusammenarbeit bei der Krankenversorgung im Grenzland.Auch in der klinischen Behandlung von Kranken haben wir mittlerweile gute Erfahrungen gemacht.Die Beispiele lassen sich bisher immer noch an wenig Fingern abzählen, aber die wichtigen ersten Er-fahrungen sind vielfach schon gemacht worden. Stichworte sind hier die Behandlung dänischer Patien-ten in Flensburg, Kiel, Damp und Bad Bramstedt oder die norwegische Patientenbrücke. Diese Be-handlungen an Krankenhäusern im Land, die durch andere Staaten finanziert werden, sind für Schles-wig-Holstein zuerst unter einem wirtschaftspolitischen Aspekt aktuell. Die Landesregierung hat hiergemeinsam mit der Krankenhausgesellschaft vieles getan, um die wirtschaftlichen Interessen der hei-mischen Krankenhäuser im Ostseeraum zu vertreten. Der Sozialausschuss war vor wenigen Wochenerst in Begleitung von Krankenhausgesellschaft und Krankenkassen in Oslo und hat diese Kontakteweiter vertieft. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit hat aber auch gesundheitspolitische Aspekte. Mittlerweilegeht es schon nicht mehr nur darum, dass unsere skandinavischen Nachbarn ihre Wartelisten abbauen,in dem sie ganz bestimmte Operationen oder Behandlungen einkaufen. Heute wird auch ganz konkretüber eine Zusammenarbeit über die Grenze hinweg gesprochen. So führt die Stadt Flensburg gegen-wärtig Gespräche mit Sønderjyllands Amt über gemeinsame Projekte in der Gesundheitsversorgung.Außerdem hat der SSW in Flensburg die Initiative zur Planung von grenzüberschreitenden Projektender vorbeugenden Gesundheitsförderung ergriffen. Diese Initiative unter dem Stichwort „GesundeStadt“ wird von den anderen Flensburger Fraktionen unterstützt. Wir erwarten, dass die Landesregie-rung diese ersten grenzüberschreitenden Schritte in der Gesundheitspolitik positiv begleiten und för-dern wird.Es geschieht also schon einiges, aber alles steckt noch in den Kinderschuhen. Deshalb lassen sichwohl auch nicht immer Erfahrungen vermeiden, wie am Krankenhaus Flensburg, wo die verstärkte In-anspruchnahme der strahlentherapeutischen Einrichtungen zu Engpässen für Patientinnen und Patien-ten aus Schleswig-Holstein geführt hat. Das Problem ist durch einen zweiten Linearbeschleuniger wie-der behoben worden, aber wir stimmen der Landesregierung zu: Die Sicherstellung der Versorgungder Bevölkerung im Land muss Vorrang haben.Eine theoretische Möglichkeit solche Probleme zu verhindern ist natürlich eine grenzüberschreitendePlanung im Gesundheitswesen, wie sie die Landesregierung anstrebt. Wir halten so etwas allerdingsfür unwahrscheinlich. Die ganz unterschiedlichen Systeme der Versorgung und Finanzierung von Ge-sundheitsleistungen nördlich und südlich der Grenze lassen so etwas gegenwärtig unrealistisch er-scheinen. Zudem ist es gerade ein Kennzeichen der dänischen Position in der grenzüberschreitendenZusammenarbeit, dass unsere nördlichen Nachbarn nicht die Zusammenarbeit wegen der Zusammen-arbeit wählen, sondern aufgrund von pragmatischen, handfesten Vorteilen in klar umrissenen Berei-chen. Deshalb wird es wohl auch zukünftig eher um Zusammenarbeit in Bezug auf konkrete Problemeals um eine umfassende Planung von Gesundheitsdienstleistungen gehen. Internet: http://www.ssw-sh.de; e-mail:info@ssw-sh.de