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Hermann Benker zu TOP 10: Fahrradtourismus boomt, das müssen wir nutzen
Sozialdemokratischer Informationsbrief Kiel, 19.02.2003 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell TOP 10 – Fahrradverkehr und -tourismus in Schleswig-HolsteinHermann Benker:Fahrradtourismus boomt, das müssen wir nutzen!Der Tagesordnungpunkt heißt Fahrradverkehr und Fahrradtourismus in Schleswig- Holstein. Ich muss mich daher in meinen Ausführungen darauf beschränken, nur et- was zum Fahrradtourismus zu sagen Die erste Konzeption der Landesregierung für den Tourismus erfasste unter dem Begriff „Sanfter Tourismus“ von Anfang an auch den Fahrradtourismus. Letztlich schont kein anderes Verkehrsmittel Natur und Umwelt so sehr wie das Fahrrad.Auch über den Erholungswert des Fahrrads brauchen wir uns nicht zu streiten. Bleiben also die Fragen: 1. Ist Fahrradtourismus mehr als ein Trend, 2. wird dieser Trend von der Tourismuswirtschaft ausreichend gewürdigt, und 3. sind staatliche Maßnahmen erforderlich, um den Fahrradtourismus zu fördern?Wir finden in der Konzeption neben dem Begriff Radwandern auch neue Ideen wie „Park and Bike“, wir finden die Forderungen nach dem weiteren Ausbau und der Be- schilderung der Radwege zu einem flächendeckenden naturnahen Netz, und wir fin- den Modellprojekte zur Umsetzung des sanften Tourismus auf örtlicher Ebene.So ist es nicht verwunderlich, dass in der neuen Tourismuskonzeption vom Juni 2002 (S. 6) der Fahrradtourismus durch das Programm „Fahrradfreundliches Schleswig- Holstein“ neuen Auftrieb erlebt. Wir haben Erfolge in der Verbesserung der Verknüp- Schleswig- HolsteinHerausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-fung mit dem ÖPNV, und wir haben, was die Infrastruktur anbetrifft, einen hohen Rad- wegebestand: Radwege an 80 % der Bundesstraßen und 50 % der Landesstraßen sprechen dafür, dass wir ein gutes Stück weiter gekommen sind.Insofern sind auch die Fördermittel für den Bau von Radwegen in den letzten zehn Jahren mit 4,3 Mio. Euro sinnvolle Investitionen und anzuerkennen. Für Begleitmaß- nahmen wie Routenplanung und Marketing kommen noch einmal 2 Mio. Euro dazu. Die kostenfreie Fahrradmitnahme durch den ÖPNV kostet das Land jährlich 300.000 Euro.Es ist geplant, ein flächendeckendes System von fahrradfreundlichen Achsen entste- hen zu lassen (S. 6) als eine Mischung von touristischen und Ortsverbindungsstre- cken.Wenn das Potential aus den Ergebnissen der Reiseanalysen linear auf Schleswig- Holstein übertragen wird, dann benutzen 49,2 % das Fahrrad im Urlaub – wen wundert es da, dass Schleswig-Holstein zum ersten Mal rückläufige CO2-Emissionen im Ver- kehrssektor hat. Immerhin haben in 2001 1,8 Mio. Deutsche Fahrradurlaub gemacht. Nur in diesem Marktsektor wird zweistelliger Zuwachs erwartet (S.15).Fahrradtourismus ist also ein wichtiger wirtschaftlicher Bestandteil des Tourismus ins- gesamt, und insofern müssen Tourismuswirtschaft, Baulastträger und der Hotel- und Gaststättenverband kooperativ an dem Produkt Fahrradtourismus zusammenwirken. Längst sind die Fahrradtouristen nicht mehr die Schmuddelkinder unter den Touristen, die Kaltduscher und Zeltschläfer, sondern sie haben vermehrt hochwertige Fahrräder, die während der Urlaubszeit diebstahlsicher verwahrt werden müssen, und sie haben einen gleichwertigen Anspruch auf Qualität, was die Unterbringung betrifft.Die zielgruppenorientierte Klassifizierung für besonders fahrradfreundliche Unter- kunftsbetriebe, die gemeinsam mit Dehoga und Tourismusverband entwickelt worden ist, hilft weiter. Nachdenklich muss einen allerdings stimmen, wenn bisher nur zwölf Betriebe entsprechend klassifiziert worden sind. -3-Langfristig wird das System Fahrradstation, Fahrrad parken oder Fahrradmitnahme an Bahnhöfen und Haltestellen ein wichtiger Bestandteil von attraktiven Tourismusange- boten darstellen (S. 35).Zusammengefasst heißt das:1. Fahrradtourismus ist mehr als ein Trend. Wir haben es hier mit einem der wenigen boomenden Wirtschaftszweige zu tun.2. deshalb bedarf es der besonderen Anstrengung der Tourismuswirtschaft, um einen hohen Marktanteil für SH zu sichern.3. Wir sind mit unseren Infrastrukturmaßnahmen in Schleswig-Holstein gut davor, a- ber noch lange nicht am Ende. Auch wenn es keine Kosten Nutzenrechnung für Radwege gibt, die Auswahlfaktoren für den Bau von Radwegen hat der LRH schon mal gut geheißen. Grund genug, so weiter zu machen.Ansonsten beantrage ich, die Beantwortung der Großen Anfrage in den Wirt- schaftsausschuss zu verweisen.