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Ekkehard Klug zu Lernplänen: "Ein solcher Monster-Erlass möge den Schulen erspart bleiben"
FDP Landtagsfraktion Schleswig-HolsteinPresseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 093/2003 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Donnerstag, 3. April 2003 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Günther Hildebrand, MdLBildungspolitik/Lernpläne Veronika Kolb, MdLEkkehard Klug: „Ein solcher Monster-Erlass möge www.fdp-sh.de den Schulen erspart bleiben“ In der Landtagsdebatte zu TOP 16 (Lernpläne) erklärte der bildungs- politische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug:„Die Erlasse, die das Bildungsministerium hervorbringt, sind zuweilen wirklich kinoreife Monster. Beispielhaft zeigt das der Entwurf mit der Überschrift „Lernpläne an allgemeinbildenden Schulen“. Wahlweise könnte man ihn entweder zur Kategorie „Horrorfilm“ oder zur Sparte „Satire“ als abschreckendes Muster anmelden.Wie um alles in der Welt kann man bloß auf eine derart abstruse Idee kommen, für jeden einzelnen Schüler von der 3. bis mindestens zur 6. Klassenstufe an einen umfänglichen „Lernplan“ zu Papier bringen zu wollen?Seitenlange Formulare und Erläuterungen wurden dazu im Hause Erdsiek-Rave entworfen.Der richtige Gedanke, Schüler individuell zu fördern, ist mit diesem Erlass auf groteske Weise in eine superbürokratische Form gegossen worden.Ausgangspunkt ist wohl die Überlegung gewesen, nach finnischem Vorbild ‚individuelles Lernen’ zu fördern. In Finnland erhält deshalb jeder sechste Schüler im Laufe eines Schuljahres Kleingruppen- oder Einzelunterricht. In Deutschland, Unterabteilung Schleswig-Holstein, bekommt jeder Schüler nach Willen der Erlass-Fabrik ‚Bildungsministerium’ einen persönlichen Lernplan, erstellt vom Klassenlehrer und versehen mit der Unterschrift von Eltern und Kind, und damit „basta“.Zum Teil werden dabei Selbstverständlichkeiten aktenkundig: zum Beispiel bei einem unkonzentrierten, oft abgelenkten Kind die Zielvorgabe: „Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer erhöhen“. Was denn sonst? Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Andere Vorgaben könnten in ihrer schematischen Einspurigkeit geradezu kontraproduktiv wirken. So soll ein Schüler, der sich durch ein überdurchschnittliches Lesevermögen auszeichnet, standardmäßig mit folgender „Überprüfung“ malträtiert werden:„N.N. soll im szenischen Spiel ‚die Märchentante’ darstellen und dabei aus einem Märchenbuch vorlesen“.Falls diese pädagogische Maßnahme dann auch noch „fortlaufend“ wiederholt würde, könnte das vielleicht manchen Schülern sogar noch die Freude am Lesen verderben.Solche Dinge sollen, wie gesagt, für alle Schüler allgemeinbildender Schulen mit deutscher Gründlichkeit zu Papier gebracht werden.Vor den Aktenbergen, die damit aufgetürmt würden, wollen wir die Schüler, Eltern und Lehrer doch lieber bewahren. Ein derartiger Monster-Erlass sollte den Schulen wirklich erspart bleiben!Da trifft es sich gut, dass Schleswig-Holsteins hohe Obrigkeit, vulgo Landesregierung, am Tage der Einbringung unseres vorliegenden Antrages, nämlich am 25. März im Jahre der Herrin der Ringe 2003, höchstselbst und hienieden zu Chiloniae Holsatorum folgendes beschlossen und verkündet hat: - ich zitiere aus der Pressemitteilung zur hochwohllöblichen Cabinetts-Ordre von Seite 9 unten:„Die Landesregierung baut in der Verwaltung, auch in den Schulen, umfangreich Vorschriften ab“.Wir, die Unterzeichneten, geben hiermit in einem recht eindrucksvollen Beispiel unser Ansinnen zu Gehör, besonders bescheuerte Vorschriften vielleicht gar nicht erst aufzubauen!“Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/