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03.04.03 , 17:46 Uhr
B 90/Grüne

Angelika Birk zu den individuellen Lernplänen

Fraktion im Landtag PRESSEDIENST Schleswig-Holstein Pressesprecherin Es gilt das gesprochene Wort! Claudia Jacob Landeshaus TOP 16 – Erlass zu individuellen Lernplänen Düsternbrooker Weg 70 24105 Kiel
Durchwahl: 0431/988-1503 Zentrale: 0431/988-1500 Dazu sagt die bildungspolitische Sprecherin Telefax: 0431/988-1501 der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Mobil: 0172/541 83 53 Angelika Birk: E-Mail: presse@gruene.ltsh.de Internet: www.gruene-landtag-sh.de

Nr. 082.03 / 03.04.2003



Lernpläne: Ein Instrument, das Lernen zu lernen
In der Bundesrepublik Deutschland orientiert sich die Leistungsüberprüfung in der Schule an Zeugnissen, die die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler im Vergleich zu ihrer Lerngruppe oder ihrem Klassenverband messen.
Lernpläne hingegen zielen auf den individuellen Lernprozess und sind eine Verabredung zwischen Lehrkraft, SchülerIn und Eltern über konkrete Lernziele. In Skandinavien ist dies schon lange für alle SchülerInnen üblich, hier in Deutschland kennen wir dieses In- strument nur für SchülerInnen, die Probleme haben. Wir wollen aber Lernpläne nicht als Stigma, sondern als neues Instrument, mit denen die Lernenden das Lernen lernen.
Wir wollen einen Paradigmenwechsel in der pädagogischen Haltung und Unterrichtspra- xis, die die Förderung des Einzelnen in den Mittelpunkt stellt und dies dokumentiert. Wer zum Beispiel große Lernprobleme hat, sich aber anstrengt und über sich hinauswächst, kann so für seine Leistung angemessen gewürdigt werden, auch wenn sie im Klassen- verband nur durchschnittlich ist. Wem hingegen das Lernen, aus welchen Gründen auch immer leicht fällt, soll sich seinen Fähigkeiten entsprechend angemessenen Herausfor- derungen stellen. Beides sollen die Lernpläne dokumentieren.
Um Doppelarbeit zu vermeiden, plädieren wir allerdings dafür, Zeugnisse, beginnend mit den Schulhalbjahrszeugnissen, zu reduzieren. Gleichzeitig soll es andere output- orientierte Lernstandardkontrollen geben, die nicht SchülerInnen aussondern, sondern die Qualität von Schulen sichern. Wir merken, dass diese neue Lernkultur und ihre Dokumentation bei einem Teil der Pä- dagogInnen noch auf Skepsis stößt. Die einen befürchten eine neue Bürokratie, die nur eine Generation von Textbausteinen auf den Markt bringt. Den anderen geht diese Ände- rung nicht weit genug.
Zusätzlich zu solchen Lernplänen, wie sie jetzt ab dem dritten Schuljahr und für die Zeit der Orientierungsstufe vorgesehen sind, wünschen sie sich eine umfassende Schulstruk- turreform, mindestens die sechsjährige Grundschule. Für letzteres haben wir eine große Sympathie, aber keine parlamentarische Mehrheit in diesem Hause.
Auch wenn wir gern mehr Strukturreform wollen, begrüßen wir Lernpläne als einen Bau- stein für eine neue Schule der Chancengleichheit. Für eine Diskussion, wie schnell und umfangreich, dieses Instrument eingeführt wird und was dafür entfallen soll, sind wir of- fen, nicht aber für eine Blockierung diesen Weges.

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