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04.04.03 , 12:08 Uhr
CDU

Caroline Schwarz: Kultur ist nicht nur Sahnehäubchen, sondern auch Wirt-schaftskraft

Nr. 158/03 04. April 2003


IM SCHLESWIG-HOLSTEINISCHEN LANDTAG
PRESSEMITTEILUNG PARLAMENTARISCHER GESCHÄFTSFÜHRER Heinz Maurus Landeshaus, 24100 Kiel Telefon 0431-988-1440 Telefax 0431-988-1444 E-mail: info@cdu.ltsh.de Internet: http://www.cdu.ltsh.de



Kulturpolitik TOP 21 Caroline Schwarz: Kultur ist nicht nur Sahnehäubchen, sondern auch Wirtschaftskraft
Die Kulturwirtschaft in Schleswig-Holstein führt ein Schattendasein, nicht nur in Schleswig-Holstein, aber auch die wirtschaftliche Dimension des Kulturschaffens ist in Schleswig-Holstein bisher kaum berücksichtigt worden, weder von der Öffentlichkeit noch von der Politik, weil sie nicht bekannt ist.
Dabei ist die Kulturwirtschaft in unserem Land von großer Bedeutung, weil sie • erhebliche Umsätze und Beschäftigungswirkungen erzielt, • arbeits- und personalintensiv ist und einen großen Bedarf an Kreativität, Wissen und Qualifikation aufweist, • in manchen Teilmärkten vergleichsweise geringe Investitionskosten zur Schaffung neuer Arbeitsplätze erfordert • die Imagebildung einer ganzen Region, eines ganzen Landes – unseres Landes – positiv unterstützt und zum Kultur-Tourismus beiträgt. Denken wir nur an das SHMF! Oder an den Museumstag im Mai oder auch an das geplante Haus der Geschichte, von dem ich mir große wirtschaftliche Impulse verspreche.

Darüber hinaus bestimmt Kultur auch die wirtschaftliche Qualität eines Standortes mit und ist wesentliche Grundlage unternehmerischer Entscheidungen über Verbleib, Erweiterung und Ansiedlung – auch das gehört zur wirtschaftlichen Dimension von Kultur.
Die Kulturwirtschaft zählt heute mit ihren unterschiedlichen Teilmärkten zu den zukunftsorientierten Wirtschaftszweigen in Deutschland, und in unserem Land mit seinen vielfältigen kulturellen Ressourcen ganz besonders. Kultur ist nicht nur Sahnehäubchen, sondern auch Wirtschaftskraft. Es lohnt sich also, sich für eine positive Entwicklung der Kulturwirtschaft zu engagieren, wie es andere Bundesländer, wie z.B. NRW bereits massiv tun. Schleswig-Holstein liegt diesbezüglich noch in einem tiefen Dornröschenschlaf. Das darf nicht so bleiben, wir wollen Schleswig-Holstein mit unserem Antrag aus diesem Dornröschenschlaf wecken mit einem Kuss in Form unseres Antrages. Denn die Kulturwirtschaft, insbesondere die lokale und regionale, als ein wesentlicher und wachsender Bereich der Wirtschaft verdient Aufmerksamkeit und Förderung. Viel öfter als wir es glauben oder als wir es wahrnehmen, haben wir es zu tun mit Teilbereichen der Kulturwirtschaft.
Wenn Sie für Sohn oder Tochter oder sich selbst eine Gitarre kaufen oder eine CD mit Gitarrenmusik, dann bringen Sie diesen Kauf sicherlich nicht sofort in Verbindung mit der Kulturindustrie, ebenso wenn Sie sich Leinwand und Farben im Schreibwarengeschäft für Ihr Hobby kaufen. Der Besuch eines Rockkonzertes oder eines Orgelkonzerts in der Lübecker Marienkirche hat für die meisten vermutlich auch keinen direkten Bezug zu kulturwirtschaftlichen Aktivitäten. Dass mehr Menschen pro Jahr in ein Museum gehen als zu einem Fußballspiel, ist vielleicht auch nicht jedem bekannt, zeigt aber die wirtschaftliche Reichweite von Kultur.
Es gibt viel Unwissen über die Zusammenhänge zwischen Kultur und Wirtschaft. Kulturwirtschaft hat im Gegensatz zur noch relativ jungen Umweltwirtschaft, an die bis vor einigen Jahren auch noch nicht alle glaubten, bisher kein eigenes Profil. Daher wird sie auch kaum wahrgenommen als eigenständiges Wirtschaftssegment, und die Wirtschaftspolitik des Landes wird der Bedeutung dieser Branche kaum gerecht. Bei der Wirtschaftförderung dieser Landesregierung steht die Kulturförderung draußen vor. Dabei ist Kulturförderung Wirtschaftsförderung. Kulturförderung und Wirtschaftsförderung sind keine Gegensätze, sie widersprechen sich nicht, sondern sie gehören zusammen.
Es gibt also eine Menge an Informations-, Wissens- und Kommunikationsdefiziten über die Bedeutung der Kulturwirtschaft. Die Wachstums- und Beschäftigungspotentiale der Kulturwirtschaft in Schleswig-Holstein sind noch nicht hinreichend bekannt. Dringend erforderlich ist deshalb eine Bestandsaufnahme der Entwicklung aller Teilbereiche der Kulturwirtschaft.
Deshalb stellen wir heute den Antrag, einen 1. Kulturwirtschaftsbericht für Schleswig- Holstein vorzulegen.

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