Diese Webseite verwendet ausschließlich für die Funktionen der Website zwingend erforderliche Cookies.

Datenschutzerklärung

04.04.03 , 12:19 Uhr
SPD

Dr. Ulf von Hielmcrone zu TOP 21: Nachhilfe ist nicht nötig

Sozialdemokratischer Informationsbrief

Kiel, 03.04.2003 Landtag Es gilt das gesprochene Wort! Sperrfrist: Redebeginn aktuell
TOP 21 – Berichtsantrag Stand der Kulturwirtschaft

Dr. Ulf von Hielmcrone:

Nachhilfe ist nicht nötig

Es ist wahr, was die CDU in der Einleitung zu ihrem Antrag zur Kulturwirtschaft aus- führt: „Kultur aber schafft Arbeit und Umsatz“. Es ist wahr, dass es eine Kulturwirt- schaft gibt, es ist wahr, dass beispielsweise Nordrhein-Westfalen sehr intensiv die Kul- turwirtschaft zahlenmäßig erfasst und aufbereitet hat – ein Blick auf die entsprechen- den Internet-Seiten ist aufschlussreich –, es ist demzufolge auch wahr, dass es eine enge Verknüpfung auch zwischen Kultur und Tourismus gibt.

Es ist aber auch wahr, dass all dieses keine Neuentdeckung ist und dass wir nicht auf den CDU-Antrag warten mussten, um all dies festzustellen. Und der Einleitungssatz im CDU-Antrag, liebe Frau Schwarz, er da lautet: „Die wirtschaftliche Dimension des Kul- turschaffens ist in Schleswig-Holstein bisher nicht hinreichend erkannt und berücksich- tigt worden,“ der ist eben nicht wahr, soweit es Landtag und Landesregierung anbe- langt. Immer wieder haben wir auf die enge Verknüpfung etwa zwischen Kultur und Tourismus hingewiesen. Ja, die größte kulturelle Einzelförderung außerhalb landesei- gener Institutionen, das Schleswig-Holstein-Musik-Festival, wird ja gerade unter die- sem Aspekt massiv gefördert. Und gerade die Regierung wird nicht müde, immer wie- der auf die Verknüpfung zwischen Zuschuss einerseits und der Förderung des Wirt- schaftsstandorts Schleswig-Holstein andererseits hinzuweisen.

Schleswig- Holstein

Herausgeber: SPD-Landtagsfraktion Verantwortlich: Petra Bräutigam Landeshaus Postfach 7121, 24171 Kiel Tel: 0431/ 988-1305/1307 Fax: 0431/ 988-1308 E-Mail: pressestelle@spd.ltsh.de Internet: www.spd.ltsh.de SPD -2-



Wir hier im Landtag haben immer wieder ausführlich über dieses Thema diskutiert, beispielsweise in der Debatte „Stärkung des Tourismusstandorts Schleswig-Holstein unter Berücksichtigung kultureller Angebote“. Und unzählige Maßnahmen, die durch Interreg-Mittel, durch LSE-Projekte und im Rahmen des Regionalprogramms gefördert wurden, waren kulturelle Maßnahmen, bei denen gerade diese Verknüpfung für ihre Förderung den Ausschlag gaben. Wir bedürfen also keineswegs des Nachhilfeunter- richts, weder die Regierung, noch die Fraktion, noch ich persönlich.

Trotzdem aber mag es ja sein, dass außerhalb dieses Hauses noch nicht überall im Lande die Bedeutung der Kulturwirtschaft so bekannt ist, wie wir alle dies wünschen. So mag dann das Zahlenmaterial, das wir aufgrund Ihres Antrages, dem wir zustim- men werden, erhalten, für uns alle, die wir Kulturpolitik betreiben, gute Argumente lie- fern, um auch diejenigen Kritiker, die bisher die Bedeutung der Kulturwirtschaft ver- kannt haben, zu überzeugen. Und zwar überall dort, wo wir unsere Argumente im Lan- de zu vertreten haben.

Und eigentlich kann nur dieser Aspekt den CDU-Antrag legitimieren, denn er ist mit ei- ner Menge an Arbeit für die Regierung, aber auch Dritte, die von der Regierung befragt werden müssen, verbunden. Es muss also gute Gründe geben, ihnen diese Arbeit auszubürden.

Wenn wir also alle verantwortungsvoll mit dem zu erarbeitenden Zahlenmaterial um- gehen und immer wieder für die Kultur – eben auch als ein Wirtschaftsfaktor – werben – bei Kongressen – Diskussionsveranstaltungen – Markplatzgesprächen – bei Unternehmern und Gewerkschaften – in der Zeitung – und der eigenen Parteibasis. -3-



Dann ist der Aufwand gerechtfertigt, und wir hätten etwas für die Kultur getan. Und vielleicht können wir auch im Bildungsausschuss dann dieses Thema – ähnlich wie beim Haus der Geschichte – in einer eigenen Veranstaltung aufgreifen. Mit einem sol- chen Antrag machen wir nicht nur anderen Arbeit, sondern müssen selbst auch für ei- gene Ergebnisse sorgen. Wir sollten uns dieser Verantwortung bei allen solchen An- trägen bewusst sein.

Download PDF

Pressefilter

Zurücksetzen