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04.04.03 , 15:07 Uhr
FDP

Ekkehard Klug: Ein neues "Science Center" darf der "Phänomenta" nicht das Wasser abgraben

FDP Landtagsfraktion Schleswig-Holstein



Presseinformation Wolfgang Kubicki, MdL Nr. 109/2003 Vorsitzender Dr. Heiner Garg, MdL Stellvertretender Vorsitzender Kiel, Freitag, 4. April 2003 Dr. Ekkehard Klug, MdL Parlamentarischer Geschäftsführer Sperrfrist: Redebeginn Christel Aschmoneit-Lücke, MdL Joachim Behm , MdL Es gilt das gesprochene Wort! Günther Hildebrand, MdL
Bildungs- und Kulturpolitik/Science Center Veronika Kolb, MdL


Ekkehard Klug: Ein neues „Science Center“ darf der



www.fdp-sh.de „Phänomenta“ nicht das Wasser abgraben In der Landtagsdebatte zu TOP 11 (Science Center) erklärte der bildungs- und kulturpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Ekkehard Klug:
„’Science Center’ sind derzeit der letzte Schrei unter den „Mitmach- Museen“.
Der Besuch eines „Science Centers“ soll auf spannende und unterhaltsame Weise über naturwissenschaftliche Phänomene informieren. Wissenschaft soll in diesen Einrichtungen be- und ergreifbar gemacht werden.
Wie wichtig es ist, insbesondere auch junge Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern, haben Bildungspolitik, Forschung und Wirtschaft in den letzten Jahren immer deutlicher erkannt.
In den Schulen ist die Nachfrage nach Fächern wie Physik und Chemie zum Teil erschreckend gering. An den schleswig-holsteinischen Gymnasien haben – laut Antwort der Regierung auf eine von mir eingebrachte Kleine Anfrage – 6,4% der Schüler Leistungskurse im Fach Physik belegt; im Fach Chemie sogar nur 3,4%. An Gesamtschulen waren es lediglich 2,8 bzw. 2,5%. Bundesweit ist die Zahl der Vordiplome im Physikstudium von rund 4.000 im Jahre 1990 auf nur noch 1.500 im Jahre 2000 gesunken. Ein Land, dem die Naturwissenschaftler ausgehen, wird seine internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht halten können.
Mit Einrichtungen vom Typ ‚Science Center’ wird nicht nur ein allgemeines Informationsangebot für die breite Bevölkerung geschaffen. Darüber hinaus geht es vor allem auch darum, Kinder und Jugendliche für Fachgebiete zu interessieren, deren Weiterentwicklung und Nachwuchspflege im Interesse von Staat und Gesellschaft liegen.

Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 1 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/ Grundsätzlich spricht deshalb auch alles dafür, dass das Wirtschaftministerium die Möglichkeiten für solche Einrichtungen in Schleswig-Holstein auslotet und dazu eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben hat. Neben dem genannten bildungspolitischen Ziel sollte durch ein „Science Center“ auch die Außendarstellung Schleswig-Holsteins unterstützt werden. Touristische Attraktivität und wirtschaftliche Tragfähigkeit sind weitere Ziele.
Das sind gewiss sehr hohe Ansprüche!
Die Sache wird zudem durch die Konkurrenz zwischen dem Projekt „Science Center“ und der bereits in Flensburg existierenden „Phänomenta“ verkompliziert. Das ist ja auch der Ausgangspunkt der Initiative des SSW, mit der wir uns heute beschäftigen.
Es wäre tatsächlich ein weiteres landespolitisches Eigentor, würde man in Schleswig- Holstein mit öffentlichen Fördermitteln ein Science Center errichten, das der bereits erfolgreich arbeitenden Flensburger „Phänomenta“ das Wasser abgräbt. Dazu darf es nicht kommen.
Der Antrag des SSW impliziert allerdings, dass jede mögliche Initiative an einem anderen Ort unter allen Umständen die Flensburger Einrichtung in Gefahr bringt. Für eine solche ‚Konklusion’ ist es nach unserer Auffassung jedoch derzeit noch zu früh.
Die FDP-Fraktion legt aber großen Wert darauf, dass die Landesregierung sich an die Zusage hält, die Wirtschaftsminister Bernd Rohwer nach einem Bericht des „Flensborg Avis“ vom 16. Dezember letzten Jahres in der Fördestadt gegeben hat:
„Die Landesregierung hat nicht die Absicht, der Phänomenta in Flensburg zu schaden. Ein neues Science-Center wird entweder durch die Erweiterung der Phänomenta in Flensburg entstehen oder andernorts so gebaut, dass es Flensburg nicht tangiert“.
Wir erwarten also, dass die Landesregierung aus den schlechten Erfahrungen mit dem Thema „Multimedia“ lernt. Es kann nicht sein, dass das Land mehrere Standorte in die gleiche Richtung drängt und am Ende vor der Situation steht, dass man mit öffentlichen Fördergeldern diverse nebeneinander vor sich hinkümmernde Konkurrenzangebote hochgepäppelt hat.
Vor diesem Hintergrund ist von der Landesregierung auch zu erwarten, dass sie eine überzeugende Stellungnahme zu dem Ende Februar in Flensburg vorgestellten Gutachten des Hannoveraner Pestel-Instituts abgibt. Danach könnte ein Science Center in Lübeck oder Kiel der Flensburger Phänomenta bis zu 58.000 der zurzeit 75.000 Besucher abjagen. Angesichts etlicher in Flensburg bereits aus öffentlichen Kassen investierter Millionen wäre das in der Tat ein stichhaltiges Argument dafür, an anderer Stelle keine öffentlichen Gelder für eine solche Konkurrenz einzusetzen.
Nach Lage der Dinge erscheint der Einsatz öffentlicher Fördermittel an anderer Stelle überhaupt nur dann sinnvoll, wenn dort ein neues eigenständiges Konzept verfolgt wird, das sich zur Phänomenta nicht additiv, sondern komplementär verhält. Mit anderen Worten: Es dürfte sich von der Anlage her mit bestehenden Einrichtungen wie der Phänomenta in Flensburg oder dem Multimar-Wattforum in Tönning nicht überschneiden.
Ob dies möglich ist, mögen weitere Prüfungen ergeben. Erst dann lässt sich eine abschließende Bewertung abgeben. Nach Auffassung der FDP-Fraktion sollte das Thema deshalb im Bildungs- und im Wirtschaftsausschuss weiter aufmerksam erörtert werden.“



Christian Albrecht, Pressesprecher, V.i.S.d.P., FDP Fraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag, 2 Landeshaus, 24171 Kiel, Postfach 7121, Telefon: 0431/9881488 Telefax: 0431/9881497, E-Mail: presse@fdp-sh.de, Internet: http://www.fdp-sh.de/

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